Was bleibt nach der gestrigen erneuten Ablehnung des Brexit-Abkommens durch das britische Unterhaus noch übrig? Eigentlich nichts mehr. Die heutige Abstimmung könnten sich die Abgeordneten in London ersparen. Warum soll das Parlament dafür stimmen, dass sie nicht ohne Abkommen aus der EU austreten wollen, wenn sie den „bestmöglichen und einzigen Deal“, den sie haben können – wie es seitens aller EU-Staats- und Regierungschefs, inklusive der britischen Premierministerin, weiterhin heißt –, ablehnen? Bleibt also noch die morgige Abstimmung, in der die Abgeordneten vermutlich einer Verschiebung des Austrittdatums zustimmen werden.

Wozu aber? Was können die Briten den anderen 27 EU-Staaten anbieten, damit diese dem Ansuchen stattgeben? Nach endlosen Debatten herrscht weiterhin Chaos in London und die politische Klasse in Großbritannien hat nicht einmal den Anfang eines Plans für das weitere Vorgehen, der von einer Mehrheit getragen wird. Demnach kann Theresa May den 27 auch keine Perspektive dahingehend bieten, dass am Ende einer Verlängerung ein geordneter Brexit steht. Eine solche Perspektive aber fordern nicht nur Brüssel, sondern auch eine Reihe von EU-Staaten, damit sie einer Verschiebung des Austrittdatums überhaupt zustimmen. Insofern läuft alles auf einen harten Brexit hinaus, es sei denn, eine der beiden Parteien ist bereit, Zugeständnisse zu machen und ihre Glaubwürdigkeit zu opfern. Das kann jedoch in keinem Fall die EU sein. Die Briten haben sich selbst in diese Situation gebracht, sie müssen nun einen Ausweg finden.

2 Kommentare

  1. Diese Zirkusvorstellung des Brexit deutet auf Armseligkeit vom gesamten Europa hin. Ach ja, da gibt es noch Clowns in Italien und in Ungarn die auch zur Armseligkeit beitragen. Ich glaubte an Europa.
    Für diesen Zirkus sollen wir wählen. Nein danke!

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here