Nur ein Jahr fehlte ihr, um ein halbes Jahrhundert Engagement in der Lokal-, Landes- und EU-Politik zu feiern. Auch das erklärt den Ärger der langjährigen Bürgermeisterin und Abgeordneten Astrid Lulling auf ihre Partei, die sie 2014 bei den Europawahlen nicht mehr kandidieren ließ. Nun hat die rüstige 89-Jährige ihren beruflichen und politischen Werdegang in Buchform veröffentlicht.
Schon wieder eine Autobiografie? Langweilig, da nur für Insider interessant? Weit gefehlt. Wie bei kaum einer anderen Persönlichkeit des Landes ist Lulling Teil der politischen Landschaft. Sie schaffte es zwar nicht bis zu Ministerehren, doch als Bürgermeisterin und Abgeordnete hat sie oftmals ins politische Räderwerk eingegriffen, dabei so manche positive Veränderung für einzelne Berufsgruppen oder für die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern bewirkt. Als Wanderpokal zwischen den Parteien verspottet, als Skandalnudel verschrien, hat sie bis heute ein selten anzutreffendes Stehvermögen bewiesen.
So sehr sie einsteckte, so oft teilte sie aus. Wobei in beiden Fällen die jeweiligen Parteigenossen und -freunde an vorderster Front standen.
Ihren Frust, ihre Schadenfreude, ihre Häme gegen politische Feinde und Feindinnen, aber auch ihre Leistungen hat sie nun auf 318 Seiten komprimiert dargelegt. So mancher Parteifreund, oder besser Parteifeind, wird das Buch mit verschwitzten Händen durchblättern.

4 Kommentare

  1. D’Madame Lulling ass eis Generatioune laang op d’Nerve gaangen. Wann et an der enger Partei kee Pöstche gouf, dann ass se an eng aner gaangen, an nach an en aner ….

  2. Skandale und Skandälchen,Heldentaten und auch -tätchen der Karrierefrau zusammengerafft in einer Autobiographie. Ich sehe schon wie die Feinde zittern.
    Die Friedhöfe sind voll von Leuten die unersetzlich waren.

  3. Es ist schäbig und traureg, wenn man in dem Alter glaubt, noch offenstehende Rechnungen begleichen zu müssen. Das ist kein Zeichen von ( Alters) Weisheit !

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here