Macht der Mensch mit dem Klimawandel die Erde kaputt? Ach wo! Die Natur weiß sich zu helfen. Notfalls eliminiert sie den Störfaktor.

Von unserem Korrspondenten Manfred Maurer, Österreich

Heiß war’s in diesem Sommer. Heißer als früher. Kaum jemand zweifelt noch: Das ist der Klimawandel. Und dagegen muss was geschehen. Daran zweifelt schon lange kaum noch jemand. Deshalb haben sich vor knapp drei Jahren 196 Staaten in Paris auf einen globalen Aktionsplan geeinigt, der die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter begrenzen soll.

Nur wenn dieses Ziel durch schnelles Handeln erreicht wird, könnte das Schlimmste noch verhindert werden, mahnt gerade einmal mehr ein Sonderbericht der Weltklimarats.
Leider haben es Ziele so an sich, dass der Weg dorthin ein mühsamer, und Bequemlichkeit eine Schwester des guten Vorsatzes ist.

Ehrlicher Donald Trump

Und manche wollen erst gar nicht den Anschein von Zielstrebigkeit erwecken. Donald Trump ist in diesem Sinn eine ehrliche Haut. Der US-Präsident hat nicht lange herumgeredet, sondern den Klimavertrag einfach geschreddert. Das hat Folgen. Auch andere sagen nun (oder denken sich insgeheim): Wenn die größte Dreckschleuder der Welt nicht gestoppt wird, warum sollen wir dann umso mehr für den Klimaschutz tun? Kanadas Premier Justin Trudeau etwa hat schon die geplante CO2-Steuer von 30 auf 20 und für manche Branchen überhaupt auf 10 Prozent reduziert.

In Australien wurde Premier Malcolm Turnbull im August von seinen Liberalen nicht zuletzt deshalb gestürzt, weil er ein besonders ehrgeiziges Klimaschutzgesetz wollte. In Europa ist die Sache auch noch nicht gegessen. Der französische Umweltminister Nicolas Hulot warf das Handtuch, weil er die Klimaschutzbekenntnisse seines Präsidenten Emmanuel Macron als heiße Luft empfand. Europas Autoindustrie will, weil sie eh schon genug Probleme hat, nicht von der EU noch strengere Öko-Ziele aufgebrummt kriegen. In Österreich warnte der Fachverband der chemischen Industrie kürzlich, dass man beim Klimaschutz schon jetzt an die Grenzen des Machbaren stoße.

Der Erde ist kein Untertan

Der Papst redet sich leicht, wenn er in seiner Umwelt-Enzyklika „Laudato Si“ der Menschheit ein selbstmörderisches Verhalten attestiert und die Stunde gekommen sieht, „in einigen Teilen der Welt eine gewisse Rezession zu akzeptieren, … damit in anderen Teilen ein gesunder Aufschwung stattfinden kann“. Aber sag das einmal als Politiker deinen Wählern!

Fahrverbote, Ökosteuern, Einschränkungen und Verzichte aller Art sind schwer verkäuflich am Politbasar, wenn der versprochene Nutzen nicht unmittelbar, die Unannehmlichkeit der Veränderung dagegen sofort spürbar ist. Daher ist es schwierig, immer ehrgeizigere Klimaschutzziele durch- und umzusetzen. Das Ringen darum wird begleitet von Warnungen vor der Zerstörung unseres Planeten.

Aber diese Sorge ist unbegründet. Sie entspringt einer maßlosen Selbstüberschätzung, welche ihren Ursprung in einer von Franziskus in „Laudato Si“ als Fehlinterpretation entlarvten Passage aus dem Buch Mose hat: „Macht euch die Erde untertan!“
So war das nicht gemeint. Die Erde lässt sich viel gefallen, aber nicht beherrschen. Sollte der Mensch nicht mehr in ihr Konzept passen, hat sie effektive, wenn auch ziemlich radikale Lösungen parat: Die Spezies wird ausgesondert.

Dafür steht eine breite Palette an Instrumenten zur Verfügung. Multiresistente Keime sind ein heißer Tipp. Ebenso Seuchen und Naturkatastrophen. Oder selbstzerstörerische Mechanismen wie der finale Overkill, ausgelöst von Alphatieren, die einander beweisen wollen, wer den größeren Atomknopf hat.

Der Einsatz von Massenvernichtungswaffen wird umso wahrscheinlicher, je mehr Menschen um begrenzte Ressourcen streiten und die Tristesse des irdischen Seins ein jenseitiges Paradies erstrebenswert erscheinen lässt. Heute sind wir acht Milliarden, im Jahr 2100 könnten es 20 sein. Allein diese Entwicklung schmälert die Chancen für einen Stopp des Klimawandels.

Behält Spengler recht?

Für den Biologen Paul Ehrlich von der Stanford-Universität ist wegen des ungebremsten Wachstums ein Ende der menschlichen Zivilisation „nahezu gewiss“. Ein anderer prophezeite schon vor 100 Jahren den „Untergang des Abendlandes“. Der deutsche Philosoph Oswald Spengler verweigerte die gängige Sicht, wonach die Menschheit einem ewigen Fortschrittstrend folgt.

Er leitete vielmehr aus dem Niedergang früherer Hochkulturen ein geradezu gesetzmäßiges Untergangsszenario für das Abendland ab. Möglicherweise hat sich Spengler nur insofern geirrt, als der Untergang nicht bloß das Abendland, sondern die Menschheit insgesamt betrifft. Momentan arbeitet diese jedenfalls intensiv an der Realisierung dieses Worst-Case-Szenarios. Die Erde aber würde auch das überleben.

 

2 Kommentare

  1. Die Erde muss nicht gerettet werden ,es ist der Mensch! 99% allen Lebens das es bisher auf der Erde gab ist ausgestorben.Warum maßen wir uns an da eine Ausnahme zu machen? Zum Mars umsiedeln? Sehr ambitioniert und wer will da schon leben. Diese Mutmaßungen zum Klima sind keine Wissenschaft,das ist Lobbyismus. Wenn der weiße Engel aus Rom das Problem ansprechen würde nämlich absolute Geburtenkontrolle,dann wäre das schon ein erster Schritt. Und der längste Weg beginnt immer mit dem ersten Schritt. Aber eins ist beruhigend,der Natur( oder GOTT wie Franziskus sagen würde) ist das scheißegal ob wir überleben. Wenn die Sonne sich aufbläht sind wir eh nicht mehr dabei.

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