Beginnen wir mit einer Kurzgeschichte zum “Assistenten“, meint dem Diener im Sinne dieses Beitrags. Ein mächtiger König im alten Morgenland aß mit Vorliebe Auberginen. Er konnte sich nicht genug daran tun und hatte sogar einen Diener, dessen einzige Aufgabe darin bestand, die Auberginen so schmackhaft wie möglich zuzubereiten.

Zum Autor:

Frank Bertemes ist Angestellter der CFL und schreibt regelmäßig Beiträge zu sozialen Themen im Forum.

Der König schwärmte: “Wie herrlich sind doch diese Früchte. Wie göttlich ist ihr Geschmack. Wie elegant ist ihr Aussehen. Auberginen sind das Beste, was es gibt.” – “Jawohl, mein Herr“, antwortete der Diener. Am gleichen Tage noch aß der König in seiner Gier so viele Auberginen, dass ihm schlecht wurde. Er hatte das Gefühl, als würde sich sein Magen von unten nach oben drehen und als wollten alle Auberginen, die er jemals gegessen hatte, auf dem falschen Wege wieder das Tageslicht erblicken.

Er stöhnte: “Nie wieder Auberginen. Diese Früchte der Hölle will ich nicht mehr sehen. Allein ihre Vorstellung erzeugt in mir Übelkeit. Auberginen sind die grässlichsten Früchte, die ich kenne.” – “Jawohl, mein Herr”, antwortete der Diener. Da wurde der Herrscher stutzig. “Heute Mittag, als ich noch von der Herrlichkeit der Auberginen sprach, stimmtest du mir zu. Jetzt, da ich über ihre Grässlichkeit spreche, stimmst du mir wieder zu. Wie lässt sich das vereinbaren?” – “Herr!” sagte der Angesprochene: “Ich bin dein Diener und nicht der Diener der Auberginen.”

Der Diener, der Assistent, kann jedoch auch als unerwünschter Doppelagent agieren, also durchaus auch den zitierten „Auberginen“ als Assistent zudienen. Wie es die moderne Form der gemeinen „Haus-KI “, meint der sogenannten Sprachassistenten, die man sich heutzutage, so wie beispielsweise Amazons Alexa, Googles Assistant oder Apples Siri, in unvorsichtiger Bequemlichkeit freiwillig und mit höchster Begeisterung als unerkannte Spione für den unsichtbaren „Big Brother“ ins Haus holen kann … und mit diesen Geräten sind aufmerksame Zuhörer bei uns eingezogen.

Amazon-Diktat oblige

Klingt verlockend, wenn man sich jederzeit Hilfe per Sprachbefehl mittels dieser modernen „Assistenten“ holen kann: Termine verwalten, alltägliche Aufgaben erledigen, Wetter abrufen, Raumtemperatur anpassen oder andere diverse „Smart-Home-Geräte“ steuern, Filme, Musik und noch vieles mehr – unser bequemer „Sprachassistent“ ist immer und ohne zu „maulen“ für uns da, egal wo und wann man ihn braucht, sofern man natürlich entsprechend ausgerüstet ist, versteht sich.

Doch die Masse spielt in unserer modernen, digitalen Welt natürlich mit – das Diktat von Amazon, Google und Apple „oblige“ … Doch die Konsequenzen? Wir sind von modernen Bildschirmen umgeben und ihre neuen Funktionen, wie eben die Sprachassistenten, könnten sich jedoch in eine weitere Bedrohung verwandeln. Virtuelle Assistenten wie Apple Siri befinden sich in Smartphones, Tablets und Laptops oder stationären Geräten wie Amazon Echo oder den smarten Lautsprechern von Google Home.

Wie man uns sehr aktuell hierzuländchen informiert, darf die Polizei diese modernen Haus-Assistenten der besonderen Art in besonderen Fällen anzapfen – tut es aber (zumindest offiziell) nicht. Nur – und wieder einmal das Thema Datenschutz bemühend: Amazon, Google und Apple tun das völlig ungeniert! Die „zapfen“ die Hausgespräche völlig ungestraft an, hören uns ab, leiten die Daten weiter … Anders gesagt und es gilt ganz einfach und zusammenfassend die naive Fragestellung : Kennen Sie Alexa? So heißt die Sprachassistentin im Lautsprecher Echo von Amazon. Wie kein anderer Konzern hat Amazon die Daten seiner Kunden ausgewertet.

“Digitale Früchte der Hölle”

Und das konnte im Prinzip jeder schon einmal selbst am Rechner bemerken. Passende Angebote zum Objekt der Begierde poppen plötzlich auf dem Bildschirm auf – natürlich mit direkter Verbindung zum Amazon-Shop. Und das, obwohl man gerade Nachrichten liest. Amazon sammelt stetig Daten über jeden Kunden.

So werden Vorlieben herausgefiltert und die Kunden kategorisiert – eine äußert erfolgreiche Form personalisierter Werbung. Und das völlig legal? Ach wirklich? Daten für Kundenprofile sammeln, Standort und Nutzerdaten sammeln und noch so einiges mehr – was noch nicht ist, kann bekanntlich noch werden, oder? Denn die großen Techkonzerne arbeiten mit Hochdruck an der „Verbesserung“ ihrer digitalen Sprachassistenten, der sogenannten „IPA“, der „Intelligenten Persönlichen Assistenten“, die in unserem Alltag der Zukunft ein „Must“ in modern times darstellen sollen … oder gar müssen?

Wo bleibt die Politik, die ebenfalls diesen modernen Dienern „IPA“, den „digitalen Früchten der Hölle“ gegenüber, und das besonders in puncto Datenschutz, zu schweigen und zu katzbuckeln beliebt?

Schweigen ist bekanntlich die unerträglichste Erwiderung …



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