Großbritannien ist tiefer gespalten denn je. Farages Brexit-Party entwickelte sich gar während der Europawahlen zur stärksten Partei.

Was aber nicht heißen will, dass es einen Brexit-Tsunami gegeben habe. In der Tat erzielte er seinen Erfolg vornehmlich auf Kosten der Tories, die nun nur noch rund einen von zehn britischen Wählern repräsentieren. Und trotzdem werden sie, wie der Londoner Guardian schreibt, den neuen britischen Premier, der auf Theresa May folgen soll, bestimmen.
Die Chancen sind leider groß, dass es sich um den sinistren Politclown Boris Johnson handeln wird.

Rechnet man nun sämtliche Kräfte zusammen, die mutmaßlich dem Remain-Lager zuzurechnen sind, hätte sich für das Lager der Brexit-Gegner eine leichte Mehrheit bei dieser Wahl ergeben. Kein ernst zu nehmender Analyst würde aber daraus schließen, dass bei einem allfälligen zweiten Referendum dem Lager, das sich für den Verbleib des Vereinigten Königreichs in der Europäischen Union ausspricht, eine Mehrheit winken würde.

Immer wieder betonen zwar Beobachter auf dem Kontinent, dass die Briten schon zur Räson kommen würden, wenn die desaströsen wirtschaftlichen Konsequenzen eines Brexit ihnen immer klarer werden würden, doch in Wirklichkeit ist keine deutliche Absetzbewegung vom Brexit weg zu erkennen. Es könnte also sehr wohl sein, dass sich bei einem zweiten Votum die Wähler erneut für einen Abschied von der EU aussprechen würden. Was eventuell sogar die bessere Lösung wäre, da sie allen Dolchstoß-Legenden, die, wie die Geschichte gezeigt hat, Gift für die Demokratie sind, einen Riegel vorschieben würde.

Zu denken gibt aber auch die Tatsache, dass 37 Prozent der Wähler es nicht einmal für nötig hielten, ihre Stimme abzugeben. Wohl wurde dieser Urnengang auf der Insel auch als „die Wahl, die niemals stattfinden sollte“ bezeichnet, und doch ist es erstaunlich, dass sich ein gutes Drittel der Wahlberechtigten an einem Thema, bei dem die Zukunft und der Wohlstand der Nation auf dem Spiel stehen, völlig uninteressiert zeigen.

Dies sagt wenig Gutes über den Zustand der britischen Demokratie aus. Wobei die Tatsache, dass weit über ein Drittel Demagogen wie Farage auf den Leim gingen, Anlass zu noch viel ernsterer Sorge geben sollte.

Letzten Endes stehen nun in Großbritannien nur noch zwei Alternativen zur Auswahl: ein Hard Brexit oder ein zweites Referendum. Die Chancen, dass etwas Gutes dabei herauskommen wird, sind gering.

2 Kommentare

  1. Wie sagte mein Freund Gregory aus Manchester, wenn es mir schlecht geht, ist mir alles egal, Hauptsache es kracht ordentlich. Mittlerweile hat er seine Meinung geändert da er einsieht es wird ihm noch schlechter ergehen. Vielen Briten geht es ähnlich, Gregory hat im Jahr 2000 etwa 800 Pfund verdient, dann hat er gemeint es würde besser gehen als eine amerikanische Firma seine Firma aufgekauft hat. Leider erging es ihm immer schlechter, Gregory musste gehen da die Amis 2 Drittel der Firma zugemacht haben. Gregory hat bis vor kurzem gemeint,dass es die Schuld der Europäer wäre, dass er so in der Scheiße steckt. Was soll er denn jetzt machen der arme Gregory?

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