Am Freitag streiken die Schüler des Landes gegen den Klimawandel – und bekommen von allen Seiten Zuspruch. Der „Mouvement écologique“ begrüßt ausdrücklich die breite Schülerbewegung, Greenpeace Luxembourg unterstützt sie und selbst der OGBL ist dafür.

Auch der Bildungsminister findet es o.k., dass die Schüler an dem Tag dem Unterricht fernbleiben. Die Demonstrationsteilnehmer brauchen eine Entschuldigung und werden für den Tag freigestellt. Das Organisationskomitee war auch schon bei Umweltministerin Carole Dieschbourg und bekam ihre Unterstützung zugesichert.

Auf den ersten Blick gibt es niemanden, der den Schülern die Zustimmung verweigert. Zu einer Gegendemonstration pro Klimawandel wird es sicher nicht kommen. Auf den zweiten Blick fällt auf, dass sich der Protest vor allem gegen die Erwachsenen richtet und die, die bisher zwar viel geredet, aber nur wenig getan haben. „Alle politischen Bewegungen haben bisher versagt“, sagte Greta Thunberg in Davos. Dem werden wohl die Applaudierer nicht zustimmen, auch die Ministerin nicht.

Eigentlich ist es eine Bankrotterklärung, dass 22 Jahre nach dem Kioto-Protokoll und vier Jahre nach COP21 nun Kinder und Jugendliche die Speerspitze im Kampf gegen den Klimawandel darstellen sollen. Ob diese das Problem gelöst bekommen, sei dahingestellt. Es fehlt nicht an Zustimmung oder Aufmerksamkeit, sondern an der praktischen Umsetzung. Wenn sogar die Wissenschaftler und Politiker dieser Welt es bisher nicht schafften, dass Bewegung in das Thema kommt, warum sollen es ein paar Schüler schaffen?

Trotzdem ist es richtig, dass sich die Schüler einsetzen. Sie sind die Zukunft und müssen mit der Welt leben, die ihre Vorgänger ihnen hinterlassen. Die Schülerbewegung macht eine ganze Generation verstärkt auf dieses Problem aufmerksam. Es ist zu hoffen, dass der Elan nicht schnell verfliegt und sich die Schüler auch dann noch für das Thema interessieren, wenn der Hype um Greta Thunberg längst Vergangenheit ist.

Bei der jungen Generation ist es wie bei allen anderen: Ökologisches Engagement und umweltschädliches Verhalten müssen sich nicht immer ausschließen. Wenn die Schüler erst mal verstehen, dass sie konsequenterweise ihren Konsum einschränken müssten und der Umwelt zuliebe auf das neueste Smartphone verzichten sollen – vor allem wenn das aktuelle noch gut in Schuss ist –, kann die Begeisterung schnell nachlassen.

Dass es unbedingt ein Streik sein soll, hinterlässt auch einen faden Beigeschmack. Die Teilnehmerzahl wäre bestimmt um einiges niedriger, wenn die Demos außerhalb der Schulzeiten abgehalten würden. Viele Schüler nutzen den „freien Tag“, um in den Genuss eines verlängerten Wochenendes zu kommen. Die Teilnahme an der Demo wird nicht kontrolliert.

Der Schülerbewegung droht das gleiche Schicksal wie vielen anderen Initiativen vor ihr: Am Anfang wird viel darüber geredet, und dann wird alles schnell wieder vergessen.

6 Kommentare

  1. Ich würde es besser finden wenn die Kinder , anstatt Schulstreik zu befolgen, Einkäufe bei Firmen vermeiden würden die offensichtlich ökologische und / oder ethische Standards systematisch verletzen. Deren Namen sind ja allseits bekannt.

    Das würde die mehr schmerzen als ein Schulstreik der kein klares Ziel hat.

  2. Als Anfang der 70-er die linksgerichteten Schüler und Studenten streikten, hat der erzkonservative Escher Lyzeumsdirektor Henri Koch denen, die nicht teilnahmen, frei gegeben, um eine Gegendemo zu organisieren. Die ersteren wurden bestraft.
    Heutzutage ist es dann wohl so ähnlich, nur ist man schneller: Man gibt frei, wenn die Schüler tun, was der Politiker will. Arme ferngesteuerte Schüler!

    • Wat fier e Genre vu Géigendemonstratioun? Vläicht eng fir d’Klimaverännerung, fir d’Ëmweltverschmotzung ? Duerch dës begréissenswert Aktioun an Initiativ vu de Jugendlechen ginn eis Politiker zum Handelen gezwongen.
      No dësem Freideg ass näischt méi wéi virdrun! Wann d’Politiker nët réagéieren, kréien se bei deene nächste Walen d’Rechnung présentéiert an nët ze Knapp. A wann d’Greta, d’Initiatorin vun dëser Bewéigung och nach ënner Autismus leid, dann ass seng Leeschtung ëmsouméi bewonnernswert. Ët kënnt ee bal mengen, ët wier e Verbriechen, fir sech fir eng gutt Saach, anzesetzen a, 5 vir 12, op eng weltwäit Gefor opmierksam ze maachen.
      Wie fillt sech eigentlech vun dëser friddlecher Aktioun vun eise Kanner gestéiert oder bedrot? Wien fillt sech vun hinnen ugegraff?

  3. Der Greta-Hysterie steht für den Grad an kindischem Herdenverhalten, auf dem diese Gesellschaft inzwischen angekommen ist und für die Rolle, welche die Presse durchweg bei diesem Prozess spielen. Diesem Mädchen, welches an Autismus leidet, tut man dabei ganz bestimmt nichts Gutes. Kompliment wieder an TB was wie hier zumindest kritische Zwischentöne findet.

    • Niemand sollte sich daran gehindert fühlen, als erwachsener Mensch, den Verstand einzusetzen und von seinem Urteilsvermögen Gebrauch zu machen, besonders nicht von einem Backfisch.

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here