Für diejenigen, die die FLF-Auswahl seit Jahren begleiten, war es die beste Leistung einer Luxemburger Fußball-Nationalmannschaft in den letzten Jahrzehnten. In der Tat war es bemerkenswert, wie die Luxemburger am Montag die auf dem Weltranglistenplatz 30 geführten Ukrainer über die gesamte Spieldauer unter Druck setzten und spielerisch dominierten. Das nötigte nicht nur dem Gästetrainer und früheren Weltklassespieler Andrej Schewtschenko großen Respekt ab.

Dass zum Schluss nichts Zählbares dabei herauskam, lag am doppelten Pech in der Nachspielzeit. Ein falscher Pfiff des Schiedsrichters und ein Eigentor besiegelten eine ganz und gar unverdiente Niederlage. Frustrierend allemal, denn durch das Unentschieden wäre Luxemburg an der Tabellenspitze geblieben. Vor allem aber frustrierend wegen der fußballerisch starken Darbietung der Luxemburger Auswahl.

Der Sieg zum Auftakt der Qualifikationskampagne am vergangenen Freitag über Litauen war der 16. Erfolg der Nationalmannschaft in diesem Jahrzehnt, wovon gleich acht in Qualifikationsspielen erzielt werden konnten. Allein diese Zahlen zeugen davon, welchen qualitativen Sprung die Nationalmannschaft vollzogen hat. Zum Vergleich: Der 1:0-Erfolg im Februar 1995 auf Malta war der erste Sieg der Nationalmannschaft nach einer 15-jährigen Durststrecke. Die als legendär bezeichnete Qualifikation zur Europameisterschaft 1996 schloss Luxemburg zwar mit zehn Punkten ab, diese wurden allerdings mit drei 1:0-Siegen und einem 0:0-Remis mehr oder weniger ermauert. Und anschließend dauerte es weitere zwölf Jahre, ehe erneut gewonnen wurde.

Mauern hat die heutige Mannschaft nicht nötig. Spielerische Akzente setzt das Team schon seit einigen Jahren, wenn auch nie so durchgehend und konsequent über eine gesamte Spieldauer wie am Montag gegen die Ukraine. Und im Gegensatz zur 1995er-Elf hat die heutige Mannschaft ihren Zenit noch lange nicht erreicht. Am Montag war kein Luxemburger in der Startformation über 30 Jahre alt.

Natürlich darf bei allen Vergleichen nicht unerwähnt bleiben, dass seit dem Zusammenbruch des früheren Ostblocks eine Menge neuer Länder an den Qualifikationswettbewerben teilnehmen. Und damit die in sportlicher Reichweite zu Luxemburg liegenden Teams nicht mehr an einer Hand aufgezählt werden können.

Und trotzdem ist Luxemburg schon lange kein Fußballzwerg mehr. Die Mannschaft von Luc Holtz ist auf dem besten Weg, Luxemburger Fußballgeschichte zu schreiben. Jedenfalls ist es in Anbetracht der Entwicklung der Mannschaft nicht mehr von vornherein auszuschließen, irgendwann einmal ein ähnliches Husarenstück wie Island (EM- und WM-Teilnahme) zu vollbringen.

Rosige Zeiten demnach für den Luxemburger Fußball, zumal auch das Düdelinger Europa-League-Abenteuer noch in bester Erinnerung ist. Und der Bau des neuen Stadions voranschreitet. Die neue Arena könnte sich in Anbetracht der bemerkenswerten Entwicklung der Fußball-Nationalmannschaft schneller als erwartet als zu klein erweisen.

1 Kommentar

  1. Der luxemburgische Fussball ist seit Holtz wirklich ansehnlich geworden. Manchmal hat man nur den Eindruck dass der Mannschaft nach einiger Zeit die Puste ausgeht. Technisch und taktisch finde ich sie jedenfalls auf Top-Niveau. Ich glaube es wird nicht mehr lange dauern, bis eine WM-Teilnahme drin ist.

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