Das neue Direktorenkollegium, Frucht der jüngsten Reform des Grundschulunterrichts, befleißigte sich dieser Tage, ein das Ministerium unterstützendes Kommuniqué in die Redaktionen zu senden, das da zwar einräumte, es habe personelle Schwierigkeiten zur Rentrée 2017/18 gegeben, diese seien aber schnell und mit geeigneten Mitteln gelöst worden.

Im gleichen Schreiben gab es weitere Unterstützung für das Ministerium bzw. indirekt für den Minister: Die jüngsten Reformen würden bedauerlicherweise jetzt in ihrer Gesamtheit in Frage gestellt werden, dabei seien diese notwendig gewesen, um auf die gesellschaftlichen Veränderungen zu reagieren.

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Sukkurs hat der Minister zurzeit offenbar auch nötig. Selbst das ansonsten eher zahme CGFP-Syndikat SNE sprach dieser Tage von einem Mangel an Personal zum Schulbeginn, für den das Ministerium verantwortlich sei, und warnte gleich vor der ersten Grippewelle; spätestens dann werde der Lehrermangel offensichtlich.

Weit weniger diplomatisch drückte sich einige Tage vorher der Präsident des OGBL-Syndikats Erziehung und Wissenschaft, Patrick Arendt, selbst Grundschullehrer, im Tageblatt-Interview aus.

Noch nie habe er in den 30 Jahren Lehrertätigkeit ein solches Chaos zum Schulbeginn erlebt. Vor allem die Absicht des Ministeriums, dem im Norden des Landes besonders flagranten Mangel an Lehrern dort durch eine Turbo-Ausbildung von Ersatzpersonal innerhalb weniger Tage zu begegnen, stößt dem SEW säuerlich auf. Dies, die Zusammenlegung von Klassen, die Nachhilfestunden, die teilweise für „normale“ Stunden fallen gelassen wurden, würden auf Kosten der Qualität des Unterrichts gehen und dies sei wiederum zulasten der schwachen Schüler, die besonders viel Aufmerksamkeit durch die Grundschulpädagogen bräuchten. Der soziale Aufzug, den die Schule im Idealfall bieten könne und solle, funktioniere so jedenfalls nicht mehr.

Dass der Minister zu allem Überfluss vor Schulbeginn die Schulkomitees bat, mit Flexibilität und Ideenreichtum die sich abzeichnende Krise zu bewältigen und parallel der Lehrerschaft verbat, mit der Presse über das Personalproblem zu reden, mag unter anderem mit dem kommunalpolitischen Versuch seines Bruders zusammenhängen, dessen Konterfei ganz Differdingen schmückt, dem jetzt ministeriellen Meisch auf den Bürgermeisterstuhl zu folgen (negative Publicity zum Schulwesen macht sich da wohl nicht so gut); die feine Art ist ein solches verordnetes Totschweigen einer Problematik, die ohnehin kaum zu verheimlichen gewesen wäre, nicht.

Auch die Berufung des DP-Politikers auf „seine Dienste“, die noch vor zwei Jahren vor einer Lehrerschwemme gewarnt haben sollen, kommt nicht gut rüber. Wie die Problematik mittelfristig, abgesehen vom Versuch, pensionierte Lehrer wieder ins pädagogische Berufsleben einzugliedern, gelöst werden kann, ist noch nicht allzu klar. Immer weniger junge Menschen wollen offensichtlich trotz guter Bezahlung und sicheren Arbeitsplatzes in den Beruf einsteigen.

Und das nächste Ungemach fürs Ministerium zeichnet sich bereits am Horizont ab. In der „Education différenciée“ rumort es seit längerem beim Personal …

1 Kommentar

  1. déduction logique: Meisch kann nur noch den Hut nehmen, bevor er gegangen wird. Von précoce bis première hat er nur Chaos verursacht mit seiner Reformitis, auf Kosten unserer Kinder!

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