Werter Leser,

Wir gehen mal davon aus, dass wir Sie hier bei einigermaßen auszuhaltender Laune antreffen. Sie Ärmster! Sie Ahnungsloser! Doch wir werden Ihnen schon dabei aufhelfen! Mit einem Ausblick auf das kommende Jahr. Denn ihr, die ihr am 1. Januar darin eintretet, lasset alle Hoffnung fahren. Es wird nämlich beschissen sein.

Because:

1. Moskaus Mann in Washington: Nein, nicht der russische Botschafter, sondern der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Dass dieser nicht nur hochgradig kriminell ist, sondern auch noch mindestens ein Rad ab hat, wissen mittlerweile alle, außer den unterbelichtetsten MAGA-Dumpfbacken. Sowie jenen Republikanern, die nach wie vor in ihm die beste Garantie für den Erhalt ihrer eigenen Macht und Pfründe erblicken. Doch die Gefahr, die von ihm für den Rest der Menschheit ausgeht, wächst zusehends. Je mehr dieser Kerl von den “Incorruptibles” um Sonderermittler Mueller sowie der neuen demokratischen Mehrheit im Repräsentantenhaus in die Mangel genommen werden wird, desto unberechenbarer wird er – einer in die Enge getriebenen Ratte gleich – handeln. Wobei wir eines tunlichst nicht vergessen sollten: Er hat seinen kleinen Wurstfinger am Atomknopf. Und kann daher uns allen bei Bedarf zwanglos das Licht ausdrehen.

2. Die Umwelt: Shoppen stellt, zumindest im reichen Teil der Welt, für einen großen Teil unserer Zeitgenossen eine Art Lebenssinn-Prothese dar. Dass darüber vermutlich in nicht allzu ferner Zukunft die Welt zuschanden gehen wird, finden diese zwar schon irgendwie bedauerlich. Doch – first things first – hirnloser Turbokonsum muss nun mal sein. Und zwar am besten immer mehr davon. Da kennen wir nichts. Selbst das Schicksal unserer Urenkel nicht.

3. Europa I: Frankreich ist nicht mehr zu regieren. Bis eine der Damen Le Pen in den ElyséePalast einziehen wird, ist daher bloß noch eine Frage der Zeit. Doch auch die Faschos (gerade die!) werden’s nicht richten können. Und was soll danach aus Frankreich werden? Keiner weiß es. Nur eines erscheint dabei ziemlich sicher: Mit Frankreich wird auch die EU in ihrer jetzigen Verfassung den Bach runtergehen. Was für Luxemburg katastrophale Auswirkungen haben wird.

4. Europa II: Die Briten sind bitter entschlossen, ihre Nation an die Wand zu fahren. Und das wird ihnen triumphal gelingen. Der Hard Brexit wird sich zu einem in der Geschichte wohl einmaligen Fall der mutwilligen Selbstsabotage auswachsen. Was auch den Rest Europas ausnehmend teuer zu stehen kommen wird.

5. Asoziale Medien: Wem immer auch im Facebook-Forum einer Zeitung die Müllabfuhr obliegt, der weiß, dass fatalerweise im kommenden Jahr die Kretins einmal mehr sowohl kretinöser wie auch zahlreicher werden.

6.: Usw., usf.

So, werter Leser, nun haben wir Ihnen aber mal so richtig schön gründlich die Flemm eingetrieben. Doch immerhin haben wir Ihnen dergestalt einen recht redlichen Grund zum Komasaufen an Silvester verschafft.

Und das ist doch wohl auch schon was. Oder?

Allein, genauso gut wie Doom-monger können wir hier Seelsorger. Und in diesem Sinne möchten wir unsere geneigte Leserschar denn auch ersuchen, allzeit des alten Schwerenöters Luther zu gedenken, der da predigte: “Auch wenn ich wüsste, dass morgen die Welt zugrunde geht, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.” Amen. Und zwar im Ernst.

5 Kommentare

  1. ” Mourir pour des idées,d’accord,mais de mort lente.” -sang einst Geoerges Brassens.
    Seit es die Welt gibt ist sie dabei unter zu gehen. Wir wollen sie retten,aber sie braucht nicht gerettet zu werden.Wir sind es die am Abgrund stehen,wir,die intelligenteste Art die da wandelt. Das Leben selbst wird noch lange weiter gehen.Selbst wenn wir es auslöschen wollten,wir könnten es nicht.Wohl gemerkt:Das Leben.Nicht der Mensch. (Lynn Margulis) Aber trotz allem, viel Glück fürs neue Jahr. Wünschen kostet genau soviel wie es bringt.

  2. Drumpf mag wohl den Finger am Atomknopf haben, dazwischen steht aber trotzdem noch das Gewissen der Befehlshaber, die diesen Befehl ausführen müssen. Und er weiss sicher doch,dass er sich gleichzeitig mit vernichten wird, sollte er je den Befehl geben.

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