Stimmt doch: Die Plakate vermitteln den Eindruck eines stillen, fast langweiligen Wahl-“Kampfes”. Konkrete Forderungen oder Vorschläge sprießen nirgends; der Durchreisende muss wohl annehmen, hier würde nirgendwo mehr um Wesentliches gestritten.

Natürlich täuscht der Eindruck. Man hadert anders auf der kommunalen Ebene als auf der großen, politischen, aber grundsätzlich verschiedene Ansichten zwischen Rot und Schwarz, zwischen fortschrittlich, liberal und konservativ bleiben erkennbar, vor allem in den Städten und den größeren Gemeinden. Zum Beispiel ist jedem Escher klar, dass Esch anders wäre, hätte dort die CSV tonangebend regiert und nicht die LSAP.

Bleiben wir bei Esch, dieser schwierigen Kleinmetropole. Bis zur großen Stahlkrise in den späten 70er-Jahren galt Esch als das dynamische Vorzeigestück gegenüber der behäbigen Fürsten-, Bischofs-und Regierungsresidenz Luxemburg. In Esch pulsierte das wahre Leben, jenes des schaffenden Menschen, der im Schweiße seines Angesichts erkannte, wie rückständig die herrschenden Klassen dachten, wie zielstrebig sie ihre Privilegien abzusichern wussten. Es konnte gar nicht anders sein, als dass Esch wagte, was Luxemburg sich versagte, im Schulwesen, der Kultur, in der Stadtplanung. Das Escher Theater galt bei den Modernen als eines der offensten für Kontroverses; in Luxemburg blieb der Spielplan so langweilig wie in der deutschen Provinz.

Aber plötzlich war in Esch kein Geld mehr da, und mit der Schließung der Hochöfen drohte Massenarbeitslosigkeit, während in Luxemburg das institutionelle Europa und die Finanzbranche für den gewaltigen Schub sorgten, der aus der alten Festungsstadt eine rundum wachsende, ernst zu nehmende Adresse für den Big Business machte.

Wem gebührt die größte Anerkennung? Denjenigen, die Esch mit Mut und Mühe aus der unvorstellbar tiefen Talsohle herauszuführen wussten (das Ende hätte à la Longwy sein können), oder jenen, die den Wandel Luxemburgs von der eingangs angesprochenen behäbigen Residenz zum Finanz-und Verwaltungszentrum geschickt begleiteten?

Na, streiten wir nicht. Die Escher Erfolgsstory wird erst auf den zweiten Blick die eindrucksvollere, weil man sich noch zu leicht ablenken lässt von den negativen Folgen der Zuwanderung. Weil Luxemburg-Stadt so vielen, die bei uns das Glück suchen, unerschwinglich scheint, strömen sie nach Esch, wo sie den Wohnungsmarkt, die öffentlichen Dienste und die Empfindsamkeiten der Einheimischen manchmal überfordern.
Esch zählt jetzt 35.000 Einwohner; bei den nächsten Gemeindewahlen, 2023, wird die 40.000er-Marke längst überschritten sein. Die jetzige Führungsriege mit Vera Spautz an der Spitze kann dieser Entwicklung zwar nicht gelassen, aber mit Zuversicht begegnen. Es wurden zwischen 2011 und jetzt so viele Erfahrungen gesammelt, so viele Probleme gelöst, so viele Projekte ausgearbeitet, dass eine neue Mandatszeit eigentlich keine Unsicherheiten, keine Gefahren birgt, sondern Chancen.

Welche Chancen? Alle Chancen, die sich aus der nun begonnenen Mutation in eine Universitätsstadt ergeben. Sie sind so zahlreich in den Bereichen Kultur, Konvivialität, Lebensqualität, Urbanismus, Infrastrukturen, medizinische Betreuung, Forschung, Geschäftswelt, Sport usw., usf., dass an dieser Stelle der Platz zur Auflistung und Beschreibung fehlt.

Esch ist ein Kernstück Luxemburgs, eines, das wachsen und gedeihen wird.

29 Kommentare

  1. Guter Kommentar. Viele Escher haben es satt, immer nur dumme Sprüche über ihre Stadt zu hören. Esch war mit der Stahlkrise dem Untergang nahe; es ging durch knallharte Zeiten und ust heute wiederum einer der besten Orte zum Leben in Luxemburg.

  2. Selten so gut gelacht! Warum stehen andere Ortschaften im Süden besser da als Esch, obschon diese Ortschaften auch von der Stahlkrise betroffen waren, zB Dudelange! Die Escher LSAP hat versagt, und das total!

    • Keine Stadt war in derart hohem Masse von der Stahlkrise betroffen wie Esch, das ja auch eine regionale Rolle in vielen Sektoren zu spielen hat. Aber die alleinregierenden Düdelinger Sozialisten haben auch eine sehr gute Arbeit geleistet, Micl, das stimmt!

      • Seit jeher waren die lokalen Gegebenheiten von Esch und Düdelingen grundverschieden.Düdelingen geprägt durch seine Dorfmentalität ,Esch durch die italienischen Zuwanderer.Beide Städte litten unter dem Abbau der Stahlindustrie, dennoch kann man die Sozialisten in Düdelingen beglückwünschen “den Charakter vum Dueref erhalen ze hun” .

  3. Esch war immer Zentralpunkt einer rebellischen sich dem Establishment widersetzenden Jugend, wie Zentrum einer anarchistischen Kulturszene.Es war Zentrum meiner Schulzeit geprägt von “De Rouder Wullmaus”, dem Studenteprotest, später die schönen Momente im “Schluechthaus” oder im Stadttheater.Dabei erinnere ich mich mit Freude an dessen Direktor Wagner, der offen und kontrovers, wie Sie Herr Sold schreiben, einen neuen Weg einschlug, dem spießigem Bürgertheater ein Ende setzte.Waren es die Lesungen gegen Krieg und Aufrüstung im “Theaterstiffchen”, Moustaki oder Agora auf der Bühne ,diese Stadt war ein Stück Lebensweg.Allerdings Herr Sold ein Fingerzeig in Ihre Richtung, schmählern Sie die Verdienste eines Herrn Useldinger, den Kommunisten nicht, waren Sie Eckpfeiler einer fortschrittlichen Politik dieser Stadt, wie auch die “Schmelzarbechter” das Bild der Stadt mitprägten.Auch wenn mir die Politik der LSAP nicht links genug ist ,wünsch ich der “Roten Vera” den Erfolg, sich auch zu besinnen , sollte sie die Wahl gewinnen, ihr Herz “nach mehr links” zu verrücken.

  4. da luxemburg-stadt und umgebung immer mehr vom geldadel und gutverdienenden leuten übernommen/regiert wird (LW R. Goebels 30/10/2017) werden sich die süd-gemeinden wie esch und differdingen immer mehr zu working poor-zonen entwickeln. dies weil viele geringverdiener und zuwanderer nur noch im süden eine bleibe finden können. man muss abwarten wie dieses “gemisch” aus armut und multikulti sich entwickelt. (zum besseren verständniss “geringverdiener/zuwanderer” soll keine herabwürdigende oder rassistische äusserung sein).

  5. Marek, die Hollericher Strasse und das ganze stadtluxemburger Bahnhofsviertel sind echt gefährlich. In Esch randalieren manchmal ein paar Banden, ohne aber, dass dem ” Normalbürger” etwas geschieht. Ich kann Ihnen als Escherversichern, dass ich mich hier sicherer fühle als, beispielsweise, im oder beim haupstädtischen Park, wenn es Abend wird.

    • @ Friedrich,..ich gehe jeden Tag tief in der Nacht in diesem ganzen “Garer Quartier” spazieren, mir hat noch keiner was getan,…im gegenteil, vor 40 Jahren wenn die Discos in Luxemburg-Stadt dicht gemacht haben, sind wir nach Esch ins Standing oder Love Story. Da war immer was los mit den Franzosen. Und bis heute hat sich nichts geändert, im gegenteil, Esch wird und ist eine Brutstätte der Kriminalität geworden. Esch ist nicht weit weg von Audun-le-Tich, oder Longwy. Lieber gehe ich ins Ösling Kartoffeln stechen, als in Esch eine Bude auf zu machen….

  6. ESch ass derbäi, de beschtméiglechen Complément zu Lëtzebuerg ze ginn. ET huet alles, wat eng Staat muss hun, mam Virdeel, datt et iwwerschaubar bleiwt. Weider esou!

  7. Als Staater-Junge sin ech virun 22 Joer op Esch wunnen komm: frenndlech Léit, wenig Traffic, flott Meschung vun Leit, gudd Infrastrukturen an Schoulen.
    Leider huet Esch ofgewirtschaftet an dat trotz enger riesen , leider verpassten, Chance fir eng flott Unistadt ze gin.Stadt Esch huet hoffnungslos verpasst Studenten unzezéien an sech un de Belvalunzebannen. De puer projkter schleefen ouni Enn an iwerall get gepiddelt.
    Elo ass Meschung net méi do an Mettelschicht wandert massiv of. Esch get a Sammelbecken von sozialen Problemfäll an get vun allen Südgemengen riets an lenks iwerholl. Normal jonk durchschnettlech Familien kommen net méi op Esch an souguer an d’ Nonnewissen riskéiert a Ghetto vun Sozialwunnengen ze gin wou eng gesond Mixitéit sozial net méi gin ass.

  8. Es wurde Esch in den vergangenen Jahren viel Ungerechtigkeit zuteil, auch seitens der Medien. Als “Stadtluxemburger”, der seit 1970 in Esch wohnt, weil ich die politische Leistung der verschiedenen Schöffenkollegien sehr gut einzuschätzen. Sie mussten nicht nur mit der Häme derer fertig werden, welche die freche, experimentierfreudige Minette-Metropole gerne leiden sahen; sie hatten, angesichts der sich stellenden Finanzierungsprobleme, viel weniger Spielraum als andere. Der Staat wies sich Esch gegenüber gerade in den Krisenjahren nicht besonders grosszügig. – Tempi passati, Esch ist heute mit Infrastrukturen gut ausgestattet, Belval wird mit der Uni zu einem Stadtteil wie Kirchberg für Luxemburg. – Mich freut, dass eine Sozialpolitikerin wie Vera Spautz, die an dieser positiven Entwicklung ein grosses Verdienst hat, mit ihrem Team mehr Lob und Anerkennung als Tadel erntet.

  9. Freier, wärend menger Schoulzeit an de 70er, waren mlr ,dei aus dem Stater Entourement resp Eisleck, Bauerenknöppel, haut sinn sie vir eis dei aus der Bronx. Sou änneren d’Zeiten.

  10. Ich finde es bei dieser – nicht neuen – Diskussion immer wieder unerträglich, wenn sich daran abgearbeitet wird, wie es in Esch vor 40 oder mehr Jahren einmal war – so als hätten solche nostalgischen Vergleiche irgendeine praktische Anwendungsmöglichkeit! Welche Ortschaft im Lande hat heute noch jene Vorzüge, die man angesichts des Lebensrhytmus von vor 40 Jahren geschätzt hat?

    Keine:
    – luxemburgische “Dörfer” die vor 40 Jahren ein ländlicher Charakter abseits der Ballungsräume prägte und die ihre eigenen Läden und Dienststellen hatten, sind heutzutage suburbane Schlafgemeinden entlang der grossen Verkehrsachsen. Die einzige Dienstleistung die in den meisten dieser Ortschaften (“Dörfer” kann man angesichts der Bebauungsdichte und der sozialen Dynamik hier nicht mehr sagen) sind Kinderhorte, wo die Eltern ihre Kleinen abgeben bevor Sie sich in den zweispurigen Stau gen Lux.-Stadt einreihen.
    – Luxemburg-Stadt, einst eine Aneinanderreihung zahlreicher Viertel mit eigenem Charakter und Leben vor gemütlich-historischer Kulisse, heute eine verkehrsüberlastete Wirtschaftsmetropole mit – zugegeben – beeindruckendem Kulturangebot, aber wo sind die “Stater” die im Kern der Hauptstadt nicht nur arbeiten und feiern, sondern auch wohnen?

    Seltsamerweise fühlen sich viele Luxemburger, die auch oft selbst nicht in Esch leben (wie ich vielen Kommentaren auf dieser Seite entnehme), stärker durch den müssigen Vergleich “Esch fréier – Esch haut” zur Wortmeldung gezwungen als durch die landesweite Kehrseite unserer letztjährigen Entwicklung, wovon Esch in der Tat Symptome aufzeigt, aber eben nur einige besondere. Dass Geschäftsstrassen und der Einzelhandel es schwer haben ist auch kein rein Escher Phänomen. Darüber hinaus würde meiner persönlich empfundenen Lebensqualität z.B. der tagtägliche Zeitverlust im Autobahnstau, überhaupt die ständige Abhängigkeit von meinem fahrbaren Untersatz (in Esch ist fast alles zu Fuss erreichbar), sowie das “Keinen-Bezug-haben” zu meinem von seinen Eigenschaften her austauschbaren Schlafort dies- oder jenseits der Landesgrenze viel mehr schaden als einige zwielichtige Gestalten um den Escher Bahnhof oder andere zentrale Plätze herum, denen ich ja aus dem Weg gehen kann. Wo zahlreiche Menschen auf engem Raum leben (Esch hat eine ähnlich hohe Bevölkerungsdichte wie z.B. Köln) kommt es natürlich zu lästigen Störungen. Von besonders vielen Gewaltverbrechen hört man aus Esch – entgegen einer weit verbreiteten Falschmeinung – aber nicht viel.

    Dennoch: mit “spannend” allein bekommt Esch jene Mixität nicht zustande, die es als Stadt braucht. Hier hat die LSAP-geführte Koalition leider versagt. Wie bereits in einem anderen Kommentar bemerkt, ist es ein grosser Fehler der derzeitigen Gemeideführung gewesen, alle Karten auf soziale Wohnungen, Projekte und Einrichtungen zu setzen und der Abwanderung der Mittelschichten zuzuschauen unter dem Vorwand, die Uni würde das schon irgendwie ausgleichen. Das wird nicht der Fall sein, da trotz aller gewollter Internationalität die grosse Mehrheit der Uni.lu-Studenten Luxemburger oder Grenzgänger sind die während ihrer Studienzeit weiterhin bei ihren Eltern wohnen und denen es nicht im Traum einfiele, nach Esch zu ziehen, zumal weil Projekte wie Mercure oder Diva so unerhörte Verzögerungen aufweisen.

    Die kommenden Wahlen werden wohl keinen klaren politischen Wechsel bringen, aber hoffentlich einen Schritt in diese Richtung bzw. ein Umdenken der Verantwortlichen.

    • Auch die Mittelschicht wird sich in naher Zukunft mit sozialen Wohnungen begnügen müssen, da Dank neoliberalistischer Machtstrukturen und Politik , die Mittelschicht ausstirbt.Ergo beglückwünschen wir die “Rote Vera” für Ihre Weitsicht. Vergessen wir nicht , dass auf Landesebene die herrschenden Parteien seit Jahren die wahren Probleme unseres Landes vernachlässigen, aber auf dem internationalen Parkett glänzen wollen.

    • Lieber Gardner, Ihr Beitrag ist für diese Diskussion bereichernd. – Man sollte in der Tat nicht immer wieder auf das verweisen, was vor 40 oder 100 oder 1000 Jahren einmal war, doch für Esch war die Rosskur des Stahlsektors von einer ausserordentlichen Bedeutung, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch psychisch und kulturell. Es wurde als eine Art Niederlage empfunden, und die Escher, die sich (mit andern Minettebewohnern) jahrzehntelang als die treibende soziale Kraft im Lande verstanden, fühlten sich im Stich gelassen, hämisch belächelt, insbesondere von denen, die dem Mineur und dem Schmelzarbeiter die “dicken Löhne” nie gönnten.
      Dass die Zuwanderung Esch vor ganz andere Herausforderungen stellte und stellt als andere Städte, ist eine Evidenz. Aber in der EU herrscht Freizügigkeit; man kann (sollte es den sein?!) niemanden wegen seiner Hautfarbe, seines Bildungsstandes und seines Einkommens aussondern. Esch muss damit fertig werden, dass es DIE Anlaufstelle in Luxemburg ist. Davon profitiert übrigens der von Ihnen zitierte “Mittelstand”, der seine Immobilien für viel Geld verkaufen oder vermieten kann. Und, ja, auf dem Land lebt es sich mitunter angenehmer als in einer pulsierenden Stadt. Raus aus dem Reihenhaus, rein in den Bungalow: Eine verständlich Entscheidung.
      Zur Uni: Die Erfahrung lehr, dass die Stadt sich der Uni anpasst und nicht umgekehrt. Die Escher müssen “ihre” Uni beobachten und die Nachfrage schnell und gut befrieden. Aber die Nachfrage kommt erst in Fahrt, wenn die Uni selbst ihre Richtgeschwindigkeit erreicht.
      Zur CSV: In Esch war sie auch in der Opposition nicht tonangebend, nicht kreativ. Der letzte grosse CSV-ler war der gescheiterte Bürgermeisterkandidat Ady Jung. Zum Trost kam er in den Staatsrat.

      • die CSV hatte mit Ady Jung mehr Stimmen als die LSAP damals! Weil die LSAP das nicht verkraftete kam es zu Neuwahlen, nach denen dann die Totengräberin der Stadt Esch Bürgermaisterin wurde!

      • Herr Sold, danke für Ihre freundliche Antwort. Dass Sie auch am Sonntag arbeiten zeigt, dass Ihnen die Themen, über die Sie schreiben, am Herzen liegen. Auf Ihre Anmerkung zum “Mittelstand” möchte ich aber noch kurz antworten.

        Mit dem von mir erwähnten “Mittelstand” schweben mir keine Menschen vor, die über mehrere Immobilien verfügen und diese an neu Hinzugezogene “für viel Geld”, wie Sie schreiben, vermieten können. Nein, ich stelle mir darunter Menschen vor, die den Entschluss fassen sich ein Eigenheim zu leisten und hierfür bereit sind, neben ihrem Ersparten einen Kredit aufzunehmen der sie ein paar Jahrzehnte lang binden wird. Würde es aber gelingen, solche meist junge und – trotz Hypothek – kaufkräftige, oft auch dynamische und engagierte Menschen zu überzeugen sich Esch (einschl. des Stadtzentrums) als Wohnort auszusuchen, wäre die soziale Struktur der Stadt (d.h. ihrer Schulen, ihres Jugendhauses(!), ihrer öffentlichen und gewerblichen Freizeitangebote …) um einiges bereichert. NB, ich wünsche mir an dieser Stelle ganz und gar kein elitär-hippes BoBo-Esch um das bestehende zu ersetzen (das wäre weder realistisch noch wünschenswert), sondern eine aktive Förderung der “mixité sociale”, ein Konzept das von der aktuellen Gemeindeführung leider übersehen oder aber falsch umgesetzt wird. Dabei kritisiere ich weder den Bau von Sozialwohnungen noch die Fixerstuff oder die Maison Sociale oder die Flüchtlingsstruktur im Neudorf oder, oder … Aber eine zu einseitige Sozialpolitik der LSAP-geführten Koalition hat zu dem geführt, was viele hier im Forum und draussen auf der Strasse an Esch heute auszusetzen haben.

        Vielen Dank dass Sie dank Ihrer guten Artikel eine solche Diskussion ermöglichen. Einen schönen Restsonntag an alle Escher und die, die es gern sein möchten 🙂

  11. Als die Stahlkrise voraussehbar wurde, war es Pierre Werner, der neue Industrien ins Land brachte, und auch das Bankenwesen entstand unter einer CSV Regierung. Diesem Mann hat das Land unendlich viel zu verdanken, einem J.C.Juncker ebenfalls, auch wenn es Zeit wurde, dass ein neuer Wind wehte. Schade, dass Deutschland es nicht geschafft hatte, aber mit Gabriel und Schulz waren keine Wahlen zu gewinnen. Dazu bedarf es eines Willy Brand, Helmut Schmidt oder, trotz allem Großmannsgetue, Gerhard Schroeder. Die großen Leitfiguren fehlen auch der LSAP, denen viele Bürger den Verrat an der Junckerregierung nicht verzeihen. Esch ist nicht mehr die Stadt meiner Jugend, die fünfziger und sechziger Jahre. Soweit sie können, ziehen Alt-Escher oder ihre Nachkommen in ruhige Stadtgebiete, neue Viertel am Rande oder in kleinere Ortschaften im Umfeld, sowie sie es sich leisten können. Esch ist schon wie auch Luxembourg-Stadt ein Ort für Nichtluxembourger, Zuwanderer (ohne die wir nicht auskommen) multikulti, man verlasse nur den Bahnhof in Esch nach 16 Uhr, man hört viele Sprachen, Gesichter, die den Nichteinheimischen ausweisen, doch Alteingesessene werden immer weniger. Luxemburgisch als Integrationssprache dient hauptsächlich als Kommunikation zwischen Einwandern verschiedener Länder, ansonsten sie unter sich selbst die Sprache ihrer Eltern vorziehen, obwohl im Land geboren. Kein Vorwurf, nur Realität, aber das Aussterben des Altluxemburgischen ist Tatsache. Darum war die Absicht im Hinblick auf Wählerstimmen der jetzigen Regierung gut nachvollziehbar, Stimmrecht für alle, wohnhaft im Land, ob Luxemburger oder nicht. Was den Bürgermeisterposten betrifft, ob nun Frau Mutsch oder Frau Spautz, oder wer auch immer, egal welcher Couleur, sie tun das, wozu sie gewählt wurden. Sie bleiben sechs Jahre, ob erfolgreich oder nicht, ein wahrer Glücksfall, sieht man die Wirtschaft, wo bei Erfolglosigkeit die Oberen jederzeit vom Posten entfernt werden können.

    • Sie betreiben Geschichtsklitterung, Monavisa. Werner hatte die Stahlkrise überhaupt nicht kommen sehen; sie war plötzlich da, und damit umgehen musste die DP-LSAP-Regierung unter Thorn sowie, auf Gewerkschaftsseite, der federführende LAV , der sich öffnete und zum OGB-L wurde. Dass Luxemburg später vom Erfolg des Banken-und Dienstleistungssektors überollt wurde, offenbart die Tatsache, dass die Juncker-Regierungen nicht auf die Einwanderungswelle vorbereitet waren. Luxemburg hatte keinen Plan, um das ausserordentlich schnelle Wachstum zu meistern. So kann die gegenwärtig regierende Koalition auch nur ausbessern.

  12. Esch ass haut eng propper a flott Stat. An déi Kregéiler, déi mat hierem Liewen net zefridden sinn, an mengen dat op déi Stad transposéiren ze mussen an däer se liewen, sollte sech mol fir d’éischt Froën zu hierem eegenen Versoën stellen, amplaatz een Versoën vun aiser Politik ze monéiren. Mäer si mäer!

  13. Esch huet e groussen Deel vum lëtzebuerger Wuelstand geschaaf. D’Land ass dëser Stat méi schëlleg wéi se bis elo kritt huet. – An zum Thema Dreck: kuckt emol laanscht Landstroossen an d’Autobunnen! Esch versicht wéinegstens, opzeraafen an ze -raumen!

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