Das Großherzogtum peilt für das Jahr 2020 einen Jahresend-Energiezielwert von rund 49.000 GWh an, zehn Jahre später sollen es weniger sein. Laut IV. nationalen Energieeffizienz-Aktionsplan hat sich das Land verpflichtet, bis zum 31. Dezember 2020 ein Energieeinsparziel von 5.993 GWh zu erreichen. Der Anteil der erneuerbaren Energien soll dann elf Prozent betragen, im Jahr 2030 rund 27 Prozent.

Um diese Ziele zu erreichen, wurde ein ganzes Maßnahmenbündel beschlossen. Dem Transportsektor wurde eine CO2-Kfz-Steuer auferlegt, die Steuern auf Kraftstoffe erhöht. Ob Neubau oder Renovierung, die Energieeffizienz-Verordnung muss beachtet werden – mehr Styropor an der Fassade ist besser für die Umwelt!

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Aber auch das, was sich in den Eigenheimen befindet, muss energieeffizienter werden. Stromsparende – aber dennoch stromverbrauchende – Geräte werden gefördert, die klassische Glühlampe wurde verboten. Wenn man sich einen neuen Geschirrspüler anschafft, soll man auf die Energieeffizienzklasse A achten, AA+ ist besser.

Gleichzeitig aber soll das Großherzogtum „digital“ werden, es ist schon auf dem Weg, sich zu einem Exzellenzzentrum in Sachen Hightech zu entwickeln. Viele internationale Datenautobahnen führen mittlerweile nach Luxemburg. „Luxemburg“ soll zu einem Synonym für ein stark vernetztes Land mit einer digitalen Wirtschaft werden.

Nicht nur das Land, auch die ganze Gesellschaft ist dabei, digital zu werden. Der moderne Bürger will von seinem vernetzten Geschirrspüler auf seinem Smartphone benachrichtigt werden, wenn der Stand des Klarspülers einen kritischen Wert erreicht hat. Doch wenn das Gerät seine Informationen über die Datenautobahnen an Server schickt, wird Energie verbraucht. Die Kehrseite der Digitalisierung wird oft verdrängt: Jedes Elektrogerät verbraucht Strom. Nur weil das Smartphone keinen Auspuff hat, bedeutet dies nicht, dass es keine Treibhausgase produziert. Einmal „googeln“ kostet so viel Energie wie es braucht, um eine Glühbirne eine Stunde brennen zu lassen. Mit dem, was eine Stunde YouTube-Stream kostet, könnte man wohl eine Landebahn eine ganze Nacht lang beleuchten.

Wenn nun Google nach Luxemburg kommt, verbessert sich das Großherzogtum zwar auf einen Schlag im Digital-Ranking der Nationen. Beim Erreichen der Einsparziele fällt es aber um einige Plätze zurück. Das Google-Datenzentrum wird viel Energie brauchen. Der Endenergieverbrauch des Landes soll dann um 2.500 GWh steigen. – Zum Vergleich: Die im Jahr 2015 lokal produzierte grüne Energie betrug 1.800 GWh.

Google ist ein Konzern, der sich seiner Verantwortung bewusst ist, und wird wohl grünen Strom durch seine Server fließen lassen. Um den Verbrauch zu decken, bräuchte es aber eine Solaranlage von 1.250 Hektar Größe. Der Google-Strom wird wahrscheinlich nicht lokal hergestellt werden. Eine positive Auswirkung ist jedoch, dass sich der Anteil der erneuerbaren Energien auf einen Schlag mehr als verdoppeln wird, wenn Google grünen Strom wählen sollte.

4 Kommentare

  1. Mir sollen all keen Stroum verbetzen an Ressourcen spueren, gläichzäiteg awer schéin konsuméiren, d’Wirtschaft an Bevölkerung wuessen… Wann déck Betrieber kommen as Naturschutz och beemol komplett egal. Wat dann lo?? Dat as widersprechlech ouni Enn.

  2. Der moderne Mensch läuft eben,voll verkabelt und mit “google”-runden Augen auf sein “Phone”(nicht Telefon) glotzend über die Straße. Auch wenn die Qualität der ausgetauschten Informationen eher minderwertig ist.
    Auf Landstraßen und in Bürohäusern brennen nachts tausend Lichter die niemand braucht und der einzelne Otto muß sich eine tripple-A Waschmaschine kaufen um die Welt zu retten und der Wald wird aus Windrädern und nicht mehr aus Bäumen bestehn.
    Schöne neue Welt.

  3. Artikel vom 13.09.17
    “Abschließend richtete er noch einen Appell an alle Interessierte: “Legen Sie sich auf Ihre Dächer ein Sparbuch an. Damit machen Sie etwas für die Zukunft und erhalten noch eine Rendite von 2 bis 3 Prozent.” Die Frage, wie die Energieversorgung für das geplante Datenzentrum von Google aussehen wird, der bis zu einem Drittel des luxemburgischen Stromes verbrauchen soll, konnte auf der Pressekonferenz niemand beantworten. “Dazu ist es noch zu früh”, meinte Francine Closener”

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