Immer mehr Menschen interessieren sich für Bitcoin. Hintergrund ist die Hoffnung, mit Spekulation auf rasante Kurssteigerungen einen satten Gewinn einzufahren. Letztes Jahr hätte die Überlegung geklappt. Innerhalb von zwölf Monaten hatte sich der Wert eines Bitcoin von 1.000 auf 14.000 Dollar vervielfacht.

Doch während Optimisten bereits mit einem zukünftigen Wert von bis zu 100.000 Dollar rechnen, mehren sich aus allen Ecken die Warnungen vor einem heftigen Kurseinbruch. Immerhin war Bitcoin vor wenigen Wochen mit fast 20.000 Dollar bereits einmal deutlich mehr wert als heute. Wie die Nachrichtenagentur Reuters in einem Markt-Ausblick für 2018 schreibt: „Kein Experte traut sich vorherzusagen, wie sich der Kurs entwickeln wird.“ Kursschwankungen von mehreren Tausend Dollar nach oben oder unten an nur einem Tag sind keine Seltenheit.

Klar ist jedenfalls, dass sich der gesamte Sektor verändert. Immer mehr Staaten, Finanzinstitute und Zentralbanken nehmen die Kryptowährung unter die Lupe. In Zukunft wird der Markt reguliert werden. In einer Handvoll Länder wurde ein Verbot ausgesprochen. In anderen, darunter Japan und Luxemburg, wurden Kryptowährungen als Währung anerkannt. Die Begründung war, dass genügend Menschen sie als Zahlungsmittel akzeptieren. Dass Luxemburg sich bereits 2014 vorsichtig aufgeschlossen gegenüber dem Thema zeigte, war gut für den Finanzplatz. Gerade mal zwei Jahre später ließ sich die heute weltweit zehntgrößte Krypto-Börse (Bitstamp) in Luxemburg nieder. Täglich werden hier Kryptowährungen im Wert von rund 500 Millionen Euro gehandelt.

Doch nicht nur das Umfeld für Kryptowährungen verändert sich – auch der Markt selbst. Nur die wenigsten haben bereits mitbekommen, dass Bitcoin sich schon auf dem absteigenden Ast befindet. Noch vor einem Jahr stand er für mehr als 80 Prozent des Marktvolumens aller Kryptowährungen. Dieser Anteil schrumpft nun immer schneller. Diese Woche stand Bitcoin nur noch für rund 36 Prozent des Krypto-Marktes. Dessen Großteil besteht mittlerweile aus 1.400 unterschiedlichen Kryptowährungen, deren Namen noch kaum jemand gehört hat.

Ein Beispiel ist Ripple: Vor einem Monat war ein „Ripple coin“ gerade mal 0,2 Euro wert. Bis Mitte Januar jedoch ist sein Wert auf über zwei Euro pro „coin“ gestiegen. Damit hat er Ethereum (Marktkapitalisierung von 69 Milliarden Euro) überholt und ist mit einer Marktkapitalisierung von rund 75 Milliarden Euro die neue Nummer zwei unter den Kryptowährungen.

Gemeinsam haben alle Kryptowährungen eine Marktkapitalisierung von rund 600 Milliarden Dollar – das ist in etwa ein Viertel des Volumens der EZB-Geldschwemme.

Der Markt der Kryptowährungen wird somit auch in Zukunft weiterbestehen. Jede neue Währung versucht, mit verbesserter Technik neue, bessere Dienstleistungen anzubieten. Bei den Experten des Krypto-Marktes lautet die große Zukunftsfrage daher heute nicht mehr: Bis auf welchen Preis wird Bitcoin steigen? Die neue Frage lautet: Wer wird künftig das Zepter von Bitcoin übernehmen?

1 Kommentar

  1. Kuckt eng Kéier de Wert vu Bitcoin am November an elo, dat as nach emmer e massive Plus. Bei Aktien as ee frou wann se iwwert e Joer 10% wuessen, bei Bitcoin as et dann den Ennergang wann et mol ee Mount net 10-30% erop geet?? Vill ze vill Leit déi nach nie gehandelt oder invesstéiert hun mellen sech lo rem zu Wuert…

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