Der Skoda Kamiq bietet Raumausnutzung in bester Tradition des Hauses und ein Fahrwerk mit Potenzial, berichtet Marc Schonckert.

Nach Kodiaq und Karoq präsentiert Skoda mit dem Kamiq sein drittes SUV. Der Kamiq ist knapp 12 cm kürzer als der Scala, auf dessen Plattform er aufbaut und wie schon in der Vergangenheit gelingt es Skoda, auch hier ein Optimum an Raumangebot in einem Kompakt-SUV zu bieten, das in seinem Segment konkurrenzlos ist, was jeder, der auf der Rückbank des Kamiq Platz nimmt, bestätigen wird.

Den 400 Liter fassenden Kofferraum kann man durch Umlegen der Rückbank auf 1.395 Liter erweitern, wer will, kann den Beifahrersitz mit nach vorne umlegbarer Rückenlehne bestellen (Aufpreis) und so Gegenstände von bis zu 2,4 m Länge laden. Die Tatsache, dass wir gleich zu Beginn auf die Skoda-typische räumliche Großzügigkeit hinweisen, soll nicht die Ausstrahlung vorwegnehmen, die den Kamiq ausstattungsmäßig und fahrerisch auszeichnet. Optisch erhält er das Außendesign der größeren Brüder Karoq und Kodiaq, eine gefällige, unkomplizierte Linie zeichnet ihn aus, nur im Innenraum hat sich ein leichter Stilwandel vollzogen, der in puncto Design und Qualität eindeutig höhere Ansprüche erfüllt, als das bisher der Fall war. Es gibt Dekorleisten, Kontrastnähte, Ambientebeleuchtung und digitales Cockpit, das allerdings gegen Aufpreis, wobei man sich auch in der Basisversion mit gut geformten Sitzen äußerst wohlfühlt.

Auf Basis des Modularen Infotainment-Baukastens (MIB) bietet der Kamiq ein vollständiges Konnektivitätsangebot mit einer integrierten LTE-e-Sim, die ständig online ist und die Navigation permanent aktualisiert und nebenbei Zugang auf die mobilen Skoda-Onlinedienste bietet. Das System versteht Sprachbefehle und, laut Skoda, ganze Sätze und sogar Dialekte, obwohl ich mir bei einer Mundart aus dem Alzette-Tal vor Luxemburg-Stadt da nicht so sicher bin.

Skoda bietet den Kamiq in einer ersten Phase mit zwei 1,0-Liter-Drei-Zylinder-Benzinern von 70 kW/95 PS und 85 kW/115 PS (Spitze 194 km/h) an sowie mit einem 1,6-l-Vier-Zylinder-Diesel mit 85 kW/115 PS (Spitze 193 km/h). Die 115-PS-Benziner und Diesel gibt es wahlweise mit manueller Sechs-Gang-Schaltung oder mit Sieben-Gang-DSG-Automatik. Ein 1,5-l-Vier-Zylinder-Benziner (110 kW/150 PS) wird im Anschluss an die Markteinführung Ende September folgen. Auch ein Erdgas-Antrieb ist im Programm, hier handelt es sich um einen Drei-Zylinder-Erdgasmotor mit 66 kW/90 PS. Auf Allrad verzichtet Skoda in diesem SUV-Segment, wo die meisten Zeitgenossen eh nur in der Stadt oder auf dem Asphalt der Landstraße zum Zuge kommen.

Wir fuhren den 115 PS Diesel mit seinen 250 Nm Drehmoment und erlebten ein sehr lebendiges Aggregat, das für seine 115 PS sehr entschlossen zu Werke geht, wobei uns besonders das neu entwickelte Fahrwerk imponierte, das den Kamiq stets sicher und satt auf der Straße hält und sehr souverän durch die Kurven zieht. Ein weiteres Plus waren die Schaltpaletten am Lenkrad zur manuellen Steuerung der DSG-Automatik, was bei betont zügiger Kurvenfahrt auf engen Bergpassagen zusätzlichen, sportlich angehauchten Fahrspaß brachte.

Beim 115-PS-Benziner erlebten wir eine präzise und leichtgängige manuelle Schaltung, mit der sich der drehfreudige kleine Dreizylinder sehr wohl agil und dabei akustisch überraschend zurückhaltend über Berg und Tal bewegt, gut auf den Bremsen, präzise in der Lenkung und, wie erwähnt, äußerst gut auf den Beinen, sprich leistungsfähiges Fahrwerk.

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