20 Jahre nach dem Debüt des ersten Boxster ändert Porsche zum Generationswechsel auch die Modellbezeichnung: Die neue Generation heißt 718 Boxster und 718 Boxster S. Die offenen Zweisitzer sind leistungsstärker, leichter und effizienter. Sie haben ein komplett neu abgestimmtes Fahrwerk und verstärkte Bremsen. Die neue Modellreihe präsentiert sich auch im Design erfrischend neu: nur Kofferraumdeckel, Windschutzscheibe und Verdeck stammen vom Vorgänger.

Vierzylinder mit Turbo

Herzstück der Modellreihe ist der neu entwickelte Vierzylinder-Boxermotor mit Turboaufladung. Damit knüpft Porsche an die Tradition der Vierzylinder-Boxermotoren der 718 Mittelmotor-Sportwagen an. Sie gewannen in den 1950er und 1960er Jahren zahlreiche Rennen, darunter die legendäre Targa Florio und die 24 Stunden von Le Mans. Sie werden auch im neuen Boxster für Spass, Sport und gute Laune sorgen.

Der 718 Boxster leistet 220 kW (300 PS) aus zwei Liter Hubraum, der 718 Boxster S kommt auf 257 kW (350 PS) bei 2,5 Liter Hubraum. Im S-Modell setzt Porsche außerdem einen Turbolader mit variabler Turbinen-Geometrie (VTG) ein. Porsche bietet damit neben dem 911 Turbo auch im 718 Boxster S als einziger Hersteller die VTG-Technologie in Serienfahrzeugen mit Benzinmotoren an. Sowohl das Leistungsplus von 26 kW (35 PS) im Vergleich zu den bisherigen Boxster-Modellen, als auch die Effizienz der neuen Turbo-Motoren überzeugen: Bis zu 13 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen die neuen 718 Boxster-Modelle.

Toller Sportler

Letztere Feststellung ist natürlich nur eine akademische Nebensache, mit der man sich nur selten abgibt, wenn man schwungvoll in eine Kurve hineinlenkt, in der gerade ein Laster der kleineren Sorte, aber beladen mit einem Bagger der Schwergewichtsklasse, mit ausgeprägter Seitenneigungstendenz und variabler Ideal-Linien-Geometrie kämpft. Dank der exzellenten Lenkung und des auch bei rasantem Spurwechsel inbeirrbaren Fahrwerks zieht der Boxster rasant und souverän am entgegenkommenden Laster vorbei, dessen Fahrer schon ungeduldig die nächste Kurve anvisiert.

Tolle Strassen

Porsche hatte zu den Testfahrten in das Hinterland von Lissabon eingeladen, wo die Strassen zwischen Estoril, Sintra und Cascais bis auf wenige Ausnahmen neuerdings so gut in Form sind, dass man versteht, warum die Hersteller ihre Sportwagen hier erproben lassen und ihre Off-road-Modelle auf Luxemburger Strassen oder auf der belgischen N4.

Das Problem ist, dass viele Menschen von diesen guten Strassen Gebrauch machen und in ihren Klein- und Kompaktwagen jedes Mal über sich hinauswachsen, wenn sie einen Porsche im Rückspiegel oder vor ihrer Nase erblicken. Im Normalfall wäre das für den Boxster mit seinem Antritt und seiner Durchzugskraft kein Problem, doch aus diplomatischen Gründen zogen wir es öfter vor, die malerische Landschaft oder die lokale Flora und Fauna zu bewundern, eine Kaffepause einzulegen, ein paar Gebete zu sprechen oder Oma mit den Springerstiefeln zuhause anzurufen, die bei einem Seminar zu fachgerechten Pflege von Kettensägen und Wurfmessern weilte.

Porsche hat mit dem Boxster und den Vierzylinder-Turbos einen guten Griff getan. Der schnittige Zweisitzer ist wendig, handlich, schnell und brillant in den Fahrleistungen. Der Sound stimmt auch beim Vierzylinder, wer’s lauter möchte, kann es sogar über Knopfdruck etwas lauter röhren lassen. So etwas kann nicht einmal die Oma mit ihrer Motorsäge.

msch