Der BMW M2 Competition ist ein bedrohter Sportler, der um seine Daseinsberechtigung auf unseren Straßen fürchten muss. Marc Schonckert fuhr ihn trotzdem.

Was tut man mit einem BMW M2 Competition im Regen und auf rutschiger Fahrbahn? Man behandelt ihn wie ein rohes Ei, fährt besonnen, defensiv und hofft, dass andere im Straßenverkehr ebenso vernünftig fahren. 410 PS aus einem Dreiliter-Sechszylinder-M-Motor mit Doppelturbo, ein Drehmoment von 550 Nm und Antrieb auf die Hinterachse, diese Kraft will gebändigt und wohldosiert eingesetzt werden. Die 4,4 Sekunden, die man laut Werk mit manueller Sechsgang-Schaltung für null auf hundert benötigt, konnte ich so nicht nachprüfen, doch der Klang des Triebwerks allein ließ schon erahnen, was hier möglich sein würde, wenn man denn nun dürfte. „Machst du sehr gut, Junge“, knurrte Oma mit den Springerstiefeln und biss in ihr Hering-Tabasco-Sandwich. „Jetzt bist du schon auf 50 km/h und noch kein Dreher. Respekt! Wenn du weiter so fährst, wird der Tank noch überlaufen, weil du zu wenig Sprit verbrauchst!“

Vorbildliches Fahrverhalten

Nach und nach steigerte sich meine Unternehmungslust und nach zögerlichem Anfang gelang es mir sogar, eine Fahrschule zu überholen, bevor mich ein Gelenkbus bei einer Ortsdurchfahrt wieder bremste. Doch nach einigen Kilometern zeigte sich, dass diesen M2 neben seiner beachtlichen Kraft auch ein vorbildliches Fahrverhalten auszeichnet, was ihn auch unter schwierigen Witterungsverhältnissen zu einem berechenbaren Gefährt macht – bis zu einer gewissen Grenze, versteht sich.

Der M2 Competition ist wohl das letzte wirkliche Sportgerät im M-Angebot bei BMW im Vergleich zu den M3 und M5, die mit der Zeit stärker, aber auch anspruchsvoller in Sachen Ausstattung und Komfort geworden sind und sich vom eigentlichen Zweck einer kompromisslosen Sportlimousine entfernt haben. Dennoch muss auch dieser M2 seine sportlichen Ambitionen und Leistungseigenschaften in einem anspruchsvollen Luxus-Interieur ausleben, weil reine Sportlichkeit nun einmal im heutigen Umfeld und in gewissen Kreisen nicht mehr angesagt ist. Darüber hinaus wollen auch 410 PS mit entsprechender Ausstattung und Assistenzsystemen versorgt sein, und diese Kraft, die man wohl hat, aber nicht mehr überall einsetzen und erleben darf, will auch optisch entsprechend in Szene gesetzt werden. So zeigt sich der M2 außen mit dynamischer und faszinierender Silhouette und innen mit dem typischen BMW-Design und Augenmaß für Funktionalität, Übersichtlichkeit und Bedienungsfreundlichkeit in hochwertigem Material und Ausführung.

Zugegeben, das alles spielt nur eine untergeordnete Rolle, wenn man diesen M2 auf einsamer Landstraße oder freier Autobahn mal kurz aus- und hochfahren kann – Interieur, Design, Drehknöpfe und Infotainment sind einem dann so was von egal, dann geht es um Fahrspaß pur und um ein unvergleichlich leidenschaftliches Fahrerlebnis zum wohlgetunten Sound des beidseitigen Doppelrohr-Auspuffsystems. Ein Erlebnis von kurzer Dauer, aber es ist umso beeindruckender.

3 Kommentare

  1. Sie brauchen sich nicht zu entschuldigen Herr Schonckert, diese Autos haben mehr Fans als Sie glauben. Ich bin überzeugt das die meisten Jungen Leute die Gretchen hinterherlaufen, die Bewegung egal wäre, nur für dieses Auto zu besitzen. Eher werden die Grünen nicht wiedergewählt als das diese Autos aussterben.

  2. 1625kg — méi wéi vill 2L Diesel Kombi! Kompletten Overkill, 300kg manner mat engem méi liichten 1.6L 200PS Turbomotor, ouni dee ganzen ACC an Entertainment Blabla géife voll duergoen. De Chassis as top, ideal Moßen. Mee et ginn leider zevill (BMW) Leit déi effektiv mengen dee ganze Schr0tt ze brauchen fiir Spaß ze hun. Traureg, dass BMW einfach net op d’Iddi kennt en 220i/230i Cup rauszebréngen, kee Multimedia, mee KW V3, verstärkte Chassis, anstänneg Bremse, ferdeg. Tja verdingt Renault weider gutt mam Clio a Mégane RS Cup.

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