Im Yachthafen Puerto Banús treffen sich die Reichen und Schönen. Doch Marbella, ehemaliges Fischerdorf und heute zweitgrößte Stadt in der Provinz Malaga in Andalusien, kann viel mehr. Daisy Schengen begegnete dort azurblauem Meer, jahrhundertealter Geschichte und sogar Don Quijote persönlich.

len, die wiegende Bewegung eines Katamarans, das azurblaue Wasser des Mittelmeers unter strahlend blauem Himmel – Marbella weiß, wie es seine Besucher für sich einnimmt. Vom Wasser aus hat man einen besonders idyllischen Blick auf die Skyline und das Hafenpanorama der zweitgrößten Stadt der Provinz Malaga, die mehrere Häfen zählt, darunter der bekannte Yachthafen Puerto Banús.

Ein Ausflug von der Stadt aus zum Yachthafen Puerto Banús gehört zu den Dingen, die man in der andalusischen Stadt an der östlichen Costa del Sol, rund 50 Kilometer von Malaga entfernt, ausprobieren sollte.

Ein Spaziergang an der Hafenpromenade dort gleicht dem Eintauchen in eine surreale Welt: Yachten jeder Größe und jeden Typs, Luxuskarossen und -boutiquen auf Schritt und Tritt. Wer in der Modewelt Rang und Namen hat, ist in Puerto Banús vertreten: von Dolce & Gabbana über Salvatore Ferragamo und Hermès bis zu Louis Vuitton und Versace buhlen sie alle um die Gunst der zahlungskräftigen Kundschaft.

Und sie kommt in Scharen aus Skandinavien, Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese Gäste schätzen die „ungestörte, familiäre Atmosphäre“ mit all den weltbekannten Marken und erstklassigen Hotels der Stadt, heißt es vor Ort.

Doch Puerto Banús hat auch eine andere, stillere Seite. An einem Zipfel des Hafens steht eine kleine Kapelle, die der „Nuestra Señora del Carmen“ gewidmet ist. Wenige Schritte weiter ehrt ein Monument José Banús, den Erbauer des gleichnamigen glamourösen Hotspots, der 1970 eingeweiht wurde.

Das “neue” Andalusien

Doch die Stadt auf den Yachthafen Puerto Banús und ihre Strände zu reduzieren, wäre nicht nur äußerst ungerecht, es verschlösse den Blick auf das andere, das ursprüngliche Marbella. Mit seiner Altstadt, den engen, verwinkelten Gassen, verzaubert die Küstenstadt mit Kunst und Kultur, erlebbarer Geschichte aus Zeiten der Phönizier, Mauren und Römer sowie der „Reconquista“, der Rückeroberung Spaniens durch die katholischen Könige. Neben historischen zählen auch gastronomische Genüsse zu Marbellas Stärken, die eine Brücke zwischen Tradition und Moderne schlagen.

All diese Gesichter der Region den Besuchern zu zeigen, darauf zielt das aktuelle Tourismuskonzept des sogenannten „neuen“ Andalusien. Qualitätstourismus und authentische Gastronomie sind zwei seiner Grundpfeiler. Denn Spaniens Küche hat viel mehr als nur Paella zu bieten, sagt man hier.

Und bevor die Probe aufs Exempel in einem typischen Lokal folgen kann, begrüßt nach der Bootstour die Avenida del Mar den Stadtbesucher. Angrenzend an einen der Strände, lädt sie ihn ein, eine Freiluftausstellung mit Skulpturen des berühmten spanischen Malers und Bildhauers mit dem markanten Schnurrbart, Salvador Dalí, zu bestaunen. Völlig kostenlos und für jedermann zugänglich. Jedes der gezeigten Werke hat der Meister persönlich signiert und nummeriert.

Vorbei am prächtig mit traditionellen Keramikfliesen verzierten Brunnen „Fuente Virgen del Rocio“ geht es in die Altstadt. Kleine, enge Gassen mit weißen Häusermauern samt Verzierungen aus traditionellen Keramikfliesen mit regionaltypischen Motiven und prächtiger Blumendekoration verstärken das Urlaubsgefühl.

Außerdem beherbergt die Altstadt Zeitzeugen aus mehreren Epochen. Darunter die Kirche „Nuestra Señora de la Encarnación“, die auf den Überresten einer zerstörten Moschee errichtet wurde. Im ehemaligen Krankenhaus „Hospital Bazán“ aus dem 16. Jh., wo früher Bedürftige aus Marbella gepflegt wurden, befindet sich heute das Museum für zeitgenössische Kunst.

Ski oder Strand?

Nach so viel Geschichte sorgt ein Besuch des Hauptplatzes der Altstadt, der „Plaza de los Naranjos“ (Platz der Orangenbäume) aus dem 15. Jahrhundert für Entspannung. Noch besser gelingt sie bei einem Café oder Virgen, einem regionaltypischen Sherry-Wein, und kleinen Häppchen – Tapas – in einem der dortigen Restaurants und Bars. Bei einem Essen in Marbella unbedingt Spezialitäten wie den bekannten „Pata negra“-Rohschinken kosten. „Pata negra“, weil reinrassige Iberico-Schweine schwarze (negra) Klauen (pata) haben. Ihren besonders nussigen und intensiven Geschmack bei zartschmelzender Fettmarmorierung verdankt die Spezialität ausschließlich dem Fleisch der Tiere dieser besonderen Schweinerasse, die unter anderem mit Eicheln (auf Spanisch „bellotas“) gefüttert werden. Der „Jamón ibérico de bellota“, wie er offiziell heißt, ist nicht mit dem Serrano-Schinken zu verwechseln. Letzterer wird aus dem Fleisch einer anderen Schweinerasse hergestellt.

An heißen Tagen kühlt eine kalte Paprikasuppe, der Gaspacho, zuverlässig ab. Zum Tapas-Mahl gehören auch Pasteten, die an Foie Gras erinnern und mit typischen Kräutern aromatisiert sind. Eine süße Versuchung zum Dessert wert ist der Pistazien-Mandel-Kuchen im Filoteig.

Wer nach Stadtbesichtigung und Geschmackserlebnis noch über genügend Energiereserven verfügt, kann sich, mitten im Sommer, unweit von Marbella beim Skifahren austoben. Richtig gelesen: Skifahren. Denn das höchste Gebirge der Iberischen Halbinsel, die Sierra Nevada, liegt rund 130 Kilometer, d.h. anderthalb Autostunden von Malaga und Marbella entfernt und bietet die einzigartige Möglichkeit, mal an ein und demselben Urlaubstag Ski zu fahren und sich am Meeresstrand zu sonnen.


Praktische Infos

Klima
Marbella liegt zwischen dem Mittelmeer und den Bergen der Sierra Blanca. Jahresdurchschnittstemperatur: 18,5 Grad, Winter mild und feucht.

Hinkommen
Luxair fliegt fünfmal wöchentlich (Mo., Di., Mi., Fr., Sa.) von Luxemburg nach Malaga; Flugzeit 2:45 Stunden. Marbella ist rund 50 Kilometer von dem Flughafen in Malaga entfernt.

Übernachten
Ob Familien, Urlauber mit gehobenen Ansprüchen oder Gäste mit maßgeschneidertem Programm: LuxairTours bietet eine breite Palette an ausgesuchten Hotels an der Costa del Sol an.

Angebote und Infos unter: 
www.luxairtours.lu

Diese Reportage entstand im Rahmen einer Pressereise mit LuxairTours an die Costa del Sol Anfang Juni 2019.

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