Am besten nichts sagen, es glaubt einem ja doch keiner. Doch eine letzte Chance möchte ich ihr geben und starte den Motor. Von „toll“ bis „Wahnsinn“ lautet das Echo, doch dass es ein Diesel ist, der da so lustvoll aufdreht, kommt ihr nicht in den Sinn. Vielleicht hatte sie genug damit zu tun, die reizende Silhouette dieses Sport-Coupés zu betrachten, zu bewundern und staunend da zu verharren. Mit schönen Autos zieht man Frauen an, sagt man immer. In einer zweiten Stufe kann man sie sogar ausziehen, wenn man Glück hat. Oder man zieht das Auto vor, danach zieht die Frau meist von selbst aus. Wie gesagt, man muss sich Prioritäten setzen. Auch wenn Eva Green, Bond-Geliebte a.D., auftauchen und einen mit geheimnisvollem Lächeln zu einem Drink in ihrem Loft anstelle einer Spritztour einladen würde.

Ich hätte die Einladung von Eva Green nicht abgeschlagen, doch ich hätte sie im BMW 840d xDrive mitgenommen, dann wären wir an den Strand gefahren und wir wären im Mondlicht ausgestiegen und sie hätte gesagt: „Einer von uns dreien ist hier zu viel“ und wäre dann mit dem Coupé abgehauen. Nicht so meine Oma mit den Springerstiefeln. Sie liebt Autos und möchte nur damit rumgefahren werden. Besonders mit dem BMW Achter. Und da sie keinen Führerschein mehr hat, ist ihr jeder Fahrer willkommen.

Eine wahnsinnig aufregende Linie, ein edles, vornehmes, aber nicht überladenes Interieur mit Leder und Armaturenbrett und Anzeigen im neuen Look, der schon den neuen X5 auszeichnet. Nur die zwei Sitze hinten sind überflüssig. Wer’s dennoch probiert, ist selber schuld. Unter der Haube jede Menge technische Helfer für aufregendes Fortkommen und sensationelle Fahreindrücke. Und vor allem ein Sechszylinder-3-Liter-Reihen-Diesel mit Doppelturbo und einem Herzen, das nicht einmal Eva Green brechen würde. 320 PS leistet der Diesel und sein Drehmoment erreicht 680 Nm ab 1.750 Umdrehungen, da läuten die Glocken beim kleinsten Druck aufs Gaspedal, mit der 8-Gang-Steptronic geht das betont sanft, aber mit viel Nachdruck und mit der Unterstützung eines intelligenten Allrads und einer Menge Assistenten, die Fahrwerk und Aufhängung das Prädikat „hocheffizient und immer so, wie die Straße es gerade verlangt“, verleihen.

Abgestimmt für sportliches Fahren und bequemes Cruisen, Oma mag besonders das Letztere, denn sie genießt souveränen Fahrkomfort bei ansprechenden Leistungsreserven, bei ihren früheren Bekanntschaften lief das immer ganz anders, da gab’s auch noch keine Sitze wie in diesem Luxus-Coupé. Der Klang ist hitparadenverdächtig, besonders im „Sport“-Modus geht es zu, als ob Oma „Won’t get fooled again“ singen würde. Kernig und kräftig, Oma zeigte ihr bestes Sonntagsgrinsen und blickte auf die Verbrauchsangabe. 5,6 Liter nach angenehmer Autobahnfahrt über 200 km war da zu lesen. Ein Trinkgeld für eine GT-Luxus-Karosse dieser ganz speziellen Art.

 

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