Wer auf rote italienische oder grüne englische Renner verzichten und es dafür mit etwas Understatement richtig krachen lassen will, wird im Golf R Variant den besten Begleiter finden. Der “R” Golf verasnstaltet beim Druck aufs Gaspedal ein Donnern und Fauchen, als würden „Motörhead“ und die „Everwaiting Serenade“ gleichzeitig in einem der Tunnels der Nordstrasse auftreten, was an sich natürlich absurd ist, weil so etwas in diesen Tunnels verboten ist und Lemmy nicht mehr unter uns weilt.

Volles Rohr

Es gibt Autos, denen man sofort ansieht, was sie können. Dann gibt es Ferraris und schöne Frauen, die nie zeigen müssen, was sie wirklich können. Dann kommen die Unscheinbaren, deren Leistungspotenzial man nur anhand kleiner Details vermuten kann. Wenn Sie sich dem Golf R von hinten nähern, sollten die vier Auspuffrohre Warnung genug sein.

Vorsicht, 300 PS

Denn unter dem unauffälligen Blechkleid arbeitet ein Triebwerk, das so dynamisch zur Sache geht wie einst die Who auf der Bühne. 300 PS aus seinem 2-Liter Benziner-Turbo,6-Gang-Automatik, intelligenter Allrad, tiefer gelegtes Fahrwerk und 18-Zoll-Reifen sorgen für hemmungslosen Antrieb dort, wo man es noch probieren darf, nämlich auf der deutschen Autobahn sonntags um zwei, wenn andere noch ihr Mittagsschläfchen halten. Bis 25o km/h geht der Spass, das dürfte ausreichend sein.

5 Fahreinstellungen

Der Variant R verfügt über fünf per Knopfdruck vorprogrammierbare Fahreinstellungen.

– Im „Race“ Modus“ ist man selten unter 3000 Umdrehungen und man fühlt sich wie bei Highway to hell, Rock’n’Roll und Bier“.
– Bei „Komfort“ arbeiten Fahrwerk und Ansprechverhalten des Motors etwas weicher, da reichen auch „Road to hell“ von Chris Rea und ein Glas Sherry.
– Bei „Eco“ fallen die Drehzahlen beim Loslassen des Gaspedals sofort in den Keller. Klingt wie Toto mit der Limonade !
– Bei „Normal“ geht alles, naja, normal. Das will heissen: immer noch toll, lautstark und lustvoll zupackend.
– Nur mit der Einstellung „Individuell“ konnte ich mich nicht anfreunden. Anpassung an den individuellen Fahrstil . Vollgas oder gemütlich. AC/DC oder Céline Dion.
Nachdem einem rasanten Abstecher auf die – deutsche – Autobahn fuhr ich im Eco-Modus über Remich zurück nach Luxemburg und kam mir dabei vor wie jemand, der nichts dabei findet, auch mit 300 PS höchstens 50 km/h zu fahren.

msch