Zuerst also rein in den e-Golf, der sich dezent, aber effektiv durch eine blaue Linie am Kühlergrill und in den LED-Scheinwerfern kenntlich macht. Das Update ist in seinem Falle ein Upgrade, denn er hat sowohl in Sachen Leistung als auch bei der Reichweite kräftig zugelegt. Mit nunmehr 136 PS bietet er 21 Pferdestärken mehr als der Vorgänger, das entspricht einer Steigerung der Kapazität um 11,6 kWh auf 35,8 kWh.

Theoretisch bis 300 km

Und der Aktionsradius – jenes Kriterium, das für uns Kunden von besonderer Bedeutung ist und die Alltagstauglichkeit eines Elektroautos unterstreicht – soll von 190 auf nunmehr 300 km ausgedehnt worden sein. So wird uns vor der Abfahrt am Flughafen von Palma versichert. VW ist indes so ehrlich das sogenannte “kundenrelevante Mittel” als realistischere Größe anzugeben und je nach Fahrweise, Witterung und Einsatz der Klimatisierung liegt es bei 200 km.

Machen wir also den Praxistest. Mehr Reichweite wurde versprochen und ist in der Tat auch möglich. Bei 22 Grad Celsius und strahlendem Sonnenschein wird die Klimaanlage eingeschaltet und schon schrumpft die zuvor angegebene Reichweite von 250 km ganz gehörig. Gestartet wird der Golf im „Normal Modus“ und damit fährt sich der kompakte Bestseller aus Wolfsburg richtig gut. Die Beschleunigung ist wie bei allen Elektroautos phänomenal, Überholmanöver werden zum Kinderspiel und fahrtechnisch strahlt der e-Golf mit der Sonne um die Wette.

Mit Stau-Spar-Programm

Schaltet man den Eco-Modus ein, geht es mit der Reichweite wieder rauf, allerdings mit der Performance runter. Im Eco+-Modus wird es dann völlig gespenstisch und die Fahrleistungen sinken rapide in den Keller. Von Vorwärtsbewegung kann nur noch bedingt die Rede sein und das erinnert mich eher an Schleichen auf niedrigstem Niveau. Immerhin bietet sich diese Einstellung für alle leidgeplagten Pendler in Luxemburg an, denn im Stau reicht Eco+ allemal und die Batterie schafft es locker bis in die Hauptstadt und wieder nach Hause.
Alles in allem bietet der e-Golf eine vernünftige Alternative für umweltbewusste Autofahrer, die keine großen Strecken zurück legen und keine allzu hohen Ansprüche an die Fahrleistungen ihres Automobils stellen.

R, der Sport-Golf

Damit aber genug des gemächlichen Zuckelns und hinein in der Golf R, dem Flaggschiff der Baureihe mit der Dynamik reinrassiger Sportwagen. Auf der Rennstrecke von Mallorca vergeht einem schon nach einer Runde Hören und Sehen und dieser stets mit Allrad angetriebene Golf verzückt auf der ganzen Linie. Mercedes hat die AMG-Modelle, bei BMW heißen sie M und bei VW steht hierfür das “R”. Das bedeutet “Race”, ist also ein Gütesiegel für die sportlich besonders ambitionierte Kundschaft.

310 PS

Der jüngste R-Sportler wirft sich mit der Vehemenz von 310 PS (plus 10 PS gegenüber dem Vorgänger) ins Getümmel und ist damit der stärkste Serien-Golf aller Zeiten und lässt sich leistungstechnisch nur von der Rennversion GTI TCR mit ihren maximal 350 PS übertrumpfen. Den Sprint von 0 auf 100 km/h hakt der Golf R mit manuellem Getriebe in 5,1 Sekunden runter, wechselt das 7-Gang-DSG die Gänge, fällt die Tempo-100-Marke schon nach 4,6 Sekunden. Da werden etliche Porschefahrer aber staunen, wenn sie an denen mühelos vorbei ziehen.

Wir durften sowohl den Golf wie auch den Golf Variant ausprobieren und waren erstaunt über die Agilität und Stabilität in jeder Phase der Testfahrten über den Circuit. Der kleine Giftzwerg lenkt griffig ein, verfügt über eine tolle Seitenführung und auf der Bremse lässt sich der Golf R jeder Zeit exakt positionieren.

DSG mit sieben Gängen

Und Achtung: Fans von manueller Gangschaltung sollten sich schon mal ernsthaft mit der neuen Siebengang DSG-Schaltung auseinandersetzen, denn sie beschert dem R-Modell 400 Nm Drehmoment gegenüber den sonst üblichen 380 Nm zwischen 2000 und 5400 U/min. Verfechter der manuellen Handschaltung müssen sich doch tatsächlich mit den 380 Nm begnügen. Was für ein Frevel.

Auch für den Alltag

Der allradgetriebene Golf R ist aber nicht nur ein Sportwagen, sondern er überzeugt durchaus im Alltag. Dies wird vor allem im Variant offensichtlich, der mit einem Kofferraumvolumen von 605 bis 1620 Litern überzeugt. Damit dürfte er einer der geräumigsten 310-PS-Sportwagen für die Familie sein. Die Preise beim Golf R beginnen bei 38.340 Euro, für den neuen e-Golf standen sie noch nicht fest. Ebenfalls neu ist der Golf GTE, also die Hybridversion, die ab 36.670 Euro zu haben ist.

robau