Zugegeben, der VW Amarok sieht weniger furchterregend aus als etwa einer dieser Pick-ups in den USA, denen „Mach Platz oder ich walz dich platt“ auf die Stirn geschrieben steht. Doch er verfehlt seine optische Wirkung nicht, denn er agiert ziemlich beeindruckend im Alltagsverkehr, wenn man sieht, wie respektvoll sich die anderen Verkehrsteilnehmer einem nähern und wie selbstverständlich sie einem die Vorfahrt überlassen, auch wenn man gar nicht darum gebeten hat.

Doppelkabine und Limousinenkomfort

Der Amarok, das ist eine Doppelkabine mit grosszügigem Platz für Fünf, einer Ladefläche von zweieinhalb Quadratmeter, einer Maximalzuladung von immerhin fast eine Tonne und einem kerngesunden Antriebsaggregat in Form eines Dreiliter V6 TDI, der 224 PS leistet. Das ist nicht gerade wenig und verleiht dem Amarok viel Dynamik und Durchzugskraft beim Bewältigen seines Tagespensums, das ihn auch schon mal abseits der befahrenen Strassen führt. Dafür hat er 4Motion-Allrad und sogar ein Offroad-ABS und elektronische Gespannstabilisierung für den Fall das ein Anhänger mal ins Schlingern kommt oder auf die Idee kommt, die Zugmaschine überholen zu wollen.

V6 und Automatik

Mit seiner 8-Gang-Automatik hat der V6 den optimalen Partner für sanftes Dahinfahren und resoluten Vorwärtsdrang im Gelände.
Viele Leute wollen mit Pick-ups neue Lifestyle-Gefühle auszudrücken, die spätestens dann den Rückzug antreten und in Seufzern enden, wenn es gilt, die Autos in Parklücken hinein zu manövrieren. Beim Amarok kann man es ruhig versuchen. Mit 5,25 m Länge ist er auch nicht gerade kurz geraten, doch er hat sogar Rückfahrkamera. Und überhaupt fährt er sich fast wie ein Golf, dessen Interieur er design- und ausstattungsmässig sehr nahe kommt. OK, ich sage fast, denn es gibt Plätze, wo man mit dem Golf in puncto Handlichkeit und Wendigkeit einfach besser dran ist. Andererseits kommt der Amarok sehr gelegen, wenn Sie mal gerade vier Fässer Bier und fünf Säcke Sand für eine Strandparty bewegen müssen.

Das taten wir nicht, wir begnügten uns mit Landstrassen und Autobahn und fuhren sehr bequem, ich meine, auch wenn der Amarok ein Nutzfahrzeug ist, so verfügt er dennoch über ein Komfortniveau, das zu entspanntem Fahren einlädt. Für uns war es jedenfalls eine willkommene Abwechslung, auch die Tatsache, dass schnelle Zeitgenossen auf der Landstrasse im Gegensatz zu sonst nie so nahe auffuhren, dass man das Weisse in ihren Augen sehen konnte. Das muss am Betonmischer gelegen haben, den ich gerade spazieren fuhr.

msch