Kein Platz für Amflora in Luxemburg
Luxemburgs Regierung hat den Anbau der genmodifizierten Kartoffel Amflora untersagt. Das sagte Gesundeitsminister Mars di Bartolomeo am Mittwoch anlässlich eines Kolloquiums über Lebensmittelsicherheit in Luxemburg.
(Aktualisiert: 14.51 Uhr)
Luxemburg ist das zweite Land nach Österreich, das den Anbau von Amflora verbietet. Die EU-Kommission hatte dem Anbau zugestimmt. Mit ihrer Entscheidung stellen sich beide Länder gegen die EU-Kommission. Ihr werfen sie vor, wichtige Beschlüsse durchzupeitschen, ohne die Sorgen und Bedenken vieler Mitgliedsländer zu berücksichtigen. "Wir wollen, dass den langfristigen Folgen von derlei Produkten stärker Rechnung getragen wird", sagte uns Gesundheitsminister Mars di Bartolomeo (LSAP).
Der Entscheid der EU-Kommission ist eigentlich bindend. Dagegen vorgehen können die Länder nur, wenn sie stichhaltige wissenschaftliche Beweise vorlegen können. Das war 2008 der Fall gewesen, als mehrere Länder u.a. auch Luxemburg den Anbau von genmodifizertem Mais verboten hatten.
Eine Reform der Entscheidungsprozeduren der EU-Kommission in diesen heiklen Fragen ist schon seit längerem angedacht. Ein Vorschlag der Kommission sieht eine opt-out-Klausel für die einzelnen Mitgliedsländer vor. Das wäre jedoch ein zweischneidiges Schwert, da wichtige Beschlüsse noch schneller getroffen würden, die einzelnen Länder dann dagegen vorgehen müssten, so di Bartolomeo. Er bevorzugt es, sich bei der Entscheidungsfindung mehr Zeit zu geben, und die Ergebnisse von Langzeitstudien abzuwarten.
Risiko für menschliche Gesundheit
Die vom Chemie-Konzern BASF entwickelte Kartoffel ist vor allem für die Herstellung von Stärke vorgesehen und soll in Tierfutter verarbeitet werden. In geringen Mengen kann sie auch in Lebensmitteln vorkommen.
Gegner der genmodizierten Kartoffel sprechen von Risiken für die menschliche Gesundheit. Studien hätten die mögliche Entwicklung von Resistenzen gegen Antibiotika erwiesen.
Gesundheitsminister Mars di Bartolomeo hat die Ankündigung über das Anbauverbot am Mittwoch in Anwesenheit von Luxemburgs Landwirtschaftsminister Romain Schneider gemacht. Beide nahmen an einem Kolloquium über Lebensmittelsicherheit teil, das in der Abtei Neumünster stattfindet. Die Entscheidung über den Anbau von Genmodifizierten Pflanzen fällt in den Bereich des Gesundheitsministers.
lmo






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