„Die wahre Wirklichkeit …  und andere Geschichten“ heißt die neueste Ausstellung von Pit Wagner. Der luxemburgische Künstler  stellt zurzeit im Foyer des „Centre des arts pluriels“ aus. 

Die Ausstellung lebt von ihren Brüchen mit der Wirklichkeit. Das Foyer im Untergeschoss der Konzerthalle in Ettelbrück wird dabei als Teil des Ganzen eingebunden. Pit Wagner hält sich nicht an gewohnte Vorgaben. Der Künstler drapiert seine Installationen und Bilder in einen teils gegensätzlichen und widersprüchlich wirkenden Kosmos der Emotionen.

So stehen die in Acryl auf Leinwand gemalten Bilder im starken Kontrast zu den geschmolzenen Computerplastiken. Eine Ikone unserer technikverliebten Zeit, ein Apple iMac aus dem Jahr 2006, wurde vom Künstler mit Brotteig gefüllt und in einem Ofen zum Kunstwerk „Baking digital“ gebacken.

 

 

Mittelpunkt Pi

Der Mittelpunkt der Ausstellung ist das Space Kit, ein hängendes, begehbares Raumobjekt in Form der Zahl Pi, als Symbol der Unendlichkeit. Ein weiterer Teil der Expo beschäftigt sich mit dem Bommeleeër-Prozess. Dieser sei eine realistische Variante des Romans „Der Prozess“ von Kafka, sagt Pit Wagner, als Zeichner habe er den Prozess verfolgt. Das Bedrückende sowohl der Taten als auch der Aufarbeitung dieser obskuren Geschichte – die wohl nie ganz aufgeklärt werde – spiegeln sich in düsteren Bildern des Malers wider. Ein ständiger Begleiter ist auch Lepus Haze.

Der Plüschhase ist seit 2010 Teil des künstlerischen Schaffens. Die Installation habe sich im Laufe der Zeit immer weiterentwickelt.

Pit Wagner lebt und arbeitet in Ettelbrück. Sein Atelier befindet sich in einer ehemaligen Tischlerei auf dem„Äschenhiwwel“, in einem Viertel der „kleinen Leute“ mit seiner für diesen Ort so typischen Mischung der verschiedensten Kulturen und Nationalitäten. Die Ausbildung zum Künstler erfolgte an der „Gerrit Rietveld Academie“ in Amsterdam. Seit 1980 ist Pit Wagner als freischaffender Künstler und Illustrator tätig. Ausstellungen im In- und Ausland machten ihn als Künstler weit über die Grenzen unseres Landes bekannt.

Die Ausstellung im Cape Ettelbrück läuft noch bis zum 28.3.2018. Sie ist taglich (außer sonntags) zwischen 14 und 20 Uhr kostenlos zu besichtigen.

Text und Fotos von unserem Mitarbeiter Olivier Halmes

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