"Boulevard Royal"

04. Februar 2012 10:14; Akt: 04.02.2012 10:28 Print

Eine Hommage an den HumorEine Hommage an den Humor

Die beiden jungen Schauspieler Elsa Rauchs und Luc Lamesch spielen in dem neuen Stück "Boulevard Royal" von Nico Helminger zwei junge Erwachsene, die aus geschäftlichen Gründen verheiratet werden sollen.

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Luc Lamesch, Elsa Rauchs und Nico Helminger (v.l.n.r.). (Bild: Tageblatt/Isabella Finzi)

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Das Gesicht von Luc Lamesch ist mittlerweile vielen bekannt, aus dem Fernsehen, als Riesenbaby François Wampach in der Sitcom "Weemseesdet". Und auch Elsa Rauchs hat in den letzten Monaten auf sich aufmerksam gemacht. Zuletzt war sie im Rahmen des Monodrama Festival im vergangenen Sommer für "La secte du bonheur" zu sehen, ein Stück, dass sie mit ihrer Theatertruppe "La Compagnie des Chapeliers" auf die Bühne brachte.

Komplexe Figuren

Und nun also "E Loschtspill". "Ich finde Komödien zu spielen, das schwierigste", sagt Elsa Rauchs und lacht. Sie komme nun mal aus einer französischen Theaterschule, drei Jahre lang habe sie immer wieder gehört, so schlicht wie möglich zu spielen. Und jetzt arbeitet sie mit Jean Paul Maes, der Regie führt, und der von ihr verlangt, aus sich herauszugehen und zu übertreiben. "Ich will doch trotzdem authentisch bleiben", sagt sie, schließlich seien die Figuren, und vor allem Fanny, keine Karikaturen, sondern sehr komplexe widersprüchliche Persönlichkeiten.

Während Fanny zwar pflegeleicht erscheint und alles danach aussieht, dass sie ohne Widerstand dem Willen ihrer Eltern Folge leisten und Willi heiraten wird, ist bei der Figur des Willi von Anfang an klar, dass er der "Sozialkritiker" ist, der "komplett einen an der Waffel hat", wie Luc Lamesch seine Figur beschreibt. Willi hat mit den Geschäften seiner Eltern nicht viel am Hut, er schreibt Theaterstücke, hat ein Alter Ego, Michael Voltaire James aus dem Film "What’s New Pussycat", und benutzt für seine eigenen Stücke mit Vorliebe Shakespeare-Vorlagen. "Eigentlich hat Willi selbst Ähnlichkeit mit Shakespeares Narr", sagt Luc Lamesch.

Theater im Theater

Diese vielen Referenzen zu Theaterautoren, aber auch Kinoszenen sind natürlich beabsichtigt. Dadurch wird die Theater im Theater-Situation, die durch die Figur des Willi sowieso schon vorhanden ist, noch verstärkt. Musset kommt vor, oder auch Oscar Wilde, Arthur Miller, Kurt Tucholsky, Dicks ... "Man muss die vielen Anspielungen und Zitate nicht kennen, das Stück funktioniert auch ohne diese Ebene", betont Nico Helminger. "Doch ist dieses Stück für mich auch eine Hommage an die Tradition der Komödie, an jegliche Arten von Humor. Und es ist ein Spiel. Ich habe mich amüsiert", sagt Nico Helminger und lacht. Mal sehen, wie viel davon nach dem Rotstift der Regie noch übrig bleibt ...

Es sei sicher nicht leicht, dieses Stück zu inszenieren, gibt der Autor zu, schließlich müsse man sich bei solch schizophrenen, widersprüchlichen Figuren immer wieder neu entscheiden, wie man sie anlegt. Doch das Wichtigste ist und bleibt das Spiel, das Gesellschaftsspiel, das Spiel mit der eigenen Verlogenheit, mit Liebe, Lust und Lügen. Nico Helminger ist gespannt, wie dentheater.lu sein Stück nun auf die Bühne bringen wird. Und Elsa Rauchs freut sich besonders auf Montag: Denn sie kann bei der Premierenfeier gleich richtig auf den Putz hauen.

Schließlich feiert sie gleichzeitig in ihren 23. Geburtstag hinein.

(Janina Strötgen/Tageblatt.lu)

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