20. März 2017 21:53;Akt: 20.03.2017 22:16

75,5 Millionen Dollar für bedrohte Kulturschätze

GEBERKONFERENZ

Eine internationale Geberkonferenz hat 75,5 Millionen Dollar (rund 70,2 Millionen Euro) für den Schutz bedrohter Kulturschätze in Konfliktgebieten zugesagt. Luxemburg steuert 3 Millionen Dollar bei.

 (Bild: Foto: Kulturministerium)

Sieben Länder, darunter Frankreich, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate, verpflichteten sich am Montag bei dem Treffen in Paris, in einen Fonds für den Schutz von Kulturgütern einzuzahlen, die durch bewaffnete Konflikte oder Terrorismus bedroht sind.

Die Mitgliedstaaten der UN-Kulturorganisation Unesco hatten im Dezember auf einer Konferenz in Abu Dhabi einen Hilfsfonds und ein internationales Netzwerk zur Zwischenlagerung bedrohter Kulturschätze beschlossen. Der Fonds soll bis 2019 mit 100 Millionen Dollar ausgestattet werden. Allein Frankreich sagte 30 Millionen Dollar zu. Bei der Geberkonferenz in Paris bestätigte Frankreich durch Staatspräsident François Hollande diese Zusage.

Die Vereinigten Arabischen Emirate stellen 15 Millionen Dollar und Saudi-Arabien 20 Millionen Dollar bereit. Kuwait ist mit fünf Millionen Dollar beteiligt, Luxemburg mit drei Millionen Dollar und Marokko mit 1,5 Millionen Dollar. Eine weitere Million Dollar sagte der US-Unternehmer und Kunstsammler Tom Kaplan zu.

Arendt: visiert sind Identität und Würde eines jeden Einzelnen

Das Großherzogtum war bei der Konferenz durch Kultur-Staatssekretär Guy Arendt vertreten. Arendt wies bei seiner Ansprache im Louvre darauf hin, dass in jedem Konflikt natürlich zuerst der Schutz der Zivilbevölkerung im Vordergrund stehe – der Schutz des "patrimoine culturel et artistique" aber keineswegs zweitrangig sei: "Denn die Kriegsparteien versuchen duch dessen Zerstörung das Individuum zu zerstören, seine Wurzeln und seine Geschichte. In einem Wort: seine Identität und seine Würde."

Die gefährdeten Kulturgüter liegen hauptsächlich im Nahen Osten. Vor allem in Syrien und im Irak haben die Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) einzigartige Kulturgüter zerstört, etwa in der zum Unesco-Weltkulturerbe zählenden syrischen Wüstenstadt Palmyra. Weitere schwere Schäden richteten die Islamisten in den irakischen Antikenstätten Nimrud, Ninive am Stadtrand von Mossul und in der Wüstenstadt Hatra an.

Tageblatt.lu/AFP/clc

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  • Mephisto am 21.03.2017 12:50 Report Diesen Beitrag melden

    Bei allem Respekt vor diesen antiken Kulturgütern : Wäre es nicht vorrangig an den reichen , Erdölförderden arabischen Staaten für diese Unkosten aufzukommen ? Die könnten das doch locker aus ihren Portokassen bezahlen.