Gold galt und gilt in vielen Kulturen als Symbol der Macht. Bei den alten Ägyptern war es mehr: Als „Fleisch der Götter“ war es jahrtausendelang nur den Herrschern vorbehalten. Die Völklinger Hütte zeigt nun 160 Kunstgegenstände aus 3.000 Jahren ägyptischer Geschichte.

PharaonenGold – 3.000 Jahre altägyptische Hochkultur

Weltkulturerbe Völklinger Hütte

Bis zum 24.11.

Die Statue des Königs Chepren – er lebte von 2522 bis 2496 v.Chr. – ist nur sechs Zentimeter groß, doch ihres Alters wegen eine Sensation. Die Statuette ist die älteste bekannte Statuette eines Königs, und sie ist aus purem Gold. Weitere Prunkstücke der Ausstellung (die vor allem aus Grabbeigaben besteht) sind ein Stabaufsatz mit einer Darstellung der Göttin Hathor aus der sogenannten Ptolemäischen Zeit (306-30 v.Chr.) und ein goldener Siegelring der Königin Nofretete, mit einem Durchschnitt von immerhin 1,6 Zentimetern.

Im alten Ägypten war Gold ausschließlich den Pharaonen vorbehalten. Es wurde als Mittel angesehen, die Sterblichkeit zu überwinden, da es einerseits als Fleisch der Götter galt und andererseits deshalb dem Herrscher vorbehalten war, der als Sohn des Sonnengottes galt. Erst zur Spätzeit der ägyptischen Kultur wurde es zuerst Prinzen und Prinzessin, danach hohen Beamten erlaubt, Goldschmuck zu tragen.

Der Wert des Metalls war jedoch zu dieser Zeit eher ein symbolischer und religiöser als ein materieller. In diesem Zusammenhang gilt es den Ausstellungsort, die Völklinger Hütte, zu erwähnen. Zwischen den stillgelegten Maschinen des früheren Stahlwerks werden durch die Ausstellung zwei Metalle gemeinsam gewürdigt, die Kulturen geprägt haben. War früher der Wert des Goldes vor allem ein symbolischer, wurde jedoch schon bald auch sein materieller geschätzt: Eine große Zahl der Gräber im alten Ägypten wurden schon früh geplündert.

Keine Kontroversen wegen Herkunft der Ausstellungsstücke

Bei allen gezeigten Stücken sei man sich jedoch sicher, dass es keine Kontroversen wegen ihrer Herkunft gebe, betonte der Generaldirektor der Völklinger Hütte, Prof. Dr. Meinrad Maria Grewenig. Viele der 160 Exponate sind das erste Mal in der Öffentlichkeit ausgestellt. Wenn auch ein großer Teil davon aus staatlichen Museen wie dem Ägyptischen Museum aus Wien und der ägyptisch-orientalischen Sammlung aus Hildesheim (D) stammt, so kommt die Mehrzahl der Ausstellungsstücke aus privaten Sammlungen.

Spricht man von Wert, denkt man selbstverständlich auch gleich an Versicherungssumme. Über deren Höhe schweigt jedoch der Generaldirektor. Sie sei „sehr hoch“, heißt es bloß. Die Ausstellung ist dem Generaldirektor zufolge die bedeutendste nach den Ausstellungen des British Museum in London und dem Ägyptischen Museum.

 

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