Nach acht Jahren Albumpause veröffentlichten Brand New Ende August ohne große Ankündigungen ihr lang erwartetes fünftes Album. Einige Zeit zuvor hatte die enigmatische Band darauf hingewiesen, dass es sich hierbei um ihren Abgesang handeln könnte. Falls dies der Fall sein sollte, hat die Band mit „Science Fiction“ ihren Zuhörern eine sehr schöne, dunkle Abschiedsplatte hinterlassen. Opener „Lit Me Up“ ist nur einer der vielen Meisterwerke, die sich auf der Scheibe befinden – und wird zu unserem Track der Woche erkoren.

Für alle, die vom Hype um Brand New nichts mitbekommen haben – hier ein kurzes Flashback. Seit acht Jahren warten die Fans der Band nach dem etwas unbeliebten (und unterbewerteten) Album “Daisy“” (2009) auf die Fortsetzung.

Um diesem Warten entgegenzuwirken, ließ die enigmatische Band vor einiger Zeit eine Reihe von T-Shirts anfertigen, auf denen man lediglich (und etwas lakonisch) lesen konnte: “Brand New 2000-2018”. Noch nie hatte eine Band ihre Auflösungspläne so deutlich und doch so zwiespältig preisgegeben.

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Als es dann endlich da war, das neue Album, wusste man anfänglich nicht, wie man es anhören sollte – die Erwartungen waren genauso hoch wie die Gefahr, enttäuscht zu werden. Nervös hörte man sich die lange Einführung, die Teil des ersten Tracks ist, an. Nachdem man den Opener „Lit Me Up“, der untypisch leise, aber dennoch unheimlich intensiv ist, dann durchgehört hatte, wusste man, dass die Platte nicht enttäuschen würde.

Intensiv und dunkel

„Lit Me Up“ beginnt mit bedrohlichen Geräuschen und einer Traumerzählung einer Person am Ende von 400 Stunden Psychoanalyse, bevor Lacey mit Textzeilen wie „If we’re just dust, then it doesn’t matter who you kill/ Don’t cut me up and tell me that it’s ok/ Just turn it off because I don’t care anyway“ den eigentlichen Song einleitet.

Eingepackt sind diese Lyrics in einen der schönsten Songs, die man dieses Jahr zu hören bekommen wird. So gelingt es „Lit Me Up“ auf eine eindrucksvolle Art und Weise, eine Brücke zwischen Nirvana-artigen Gitarren, einem eleganten Bass, wie man ihn auf „All I Need“ von Radiohead hörte und zeitgenössischen Synthies zu schlagen. Die Liebe zum Detail in der Produktion ist zu jedem Zeitpunkt spürbar, die delikate Perkussion millimetergenau eingesetzt. Und mitten darin schlägt das Herz dieses Albums: Laceys wunderbare Gesangslinien, die schlicht ergreifend sind.

 

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