Eine Woche nach dem Stadtderby steht für Niederkorn bereits das nächste Spitzenspiel gegen die Escher Fola an. Zum ersten Mal stehen sich dabei die Freunde Cyril Serredszum und Jeff Strasser als Trainer in einem offiziellen Pflichtspiel gegenüber.

Ausgerechnet nach dem Duell auf dem Escher Galgenberg (1. Oktober 2018) war für den damaligen Progrès-Trainer Paolo Amodio Endstation. Wenige Tage später wurde er beim Vizemeister von Cyril Serredszum und Serge Wolf ersetzt. Deshalb hat Jeff Strasser auch eine klare Meinung zu den Rückschlüssen, die man aus diesem 2:1-Heimsieg ziehen kann: „Zuerst einmal liegt diese Partie schon sehr lange zurück. Das Einzige, was man zurückbehalten kann, ist die Tatsache, dass wir drei Punkte geholt haben und wir erneut einen Sieg einfahren wollen. Es hat sich in Zwischenzeit viel verändert, angefangen beim Trainer.“

Auf der Niederkorner Bank sitzt mittlerweile nämlich ein sehr guter Freund. „Aufgrund der sechseinhalb Jahre, die wir dort (in Esch, d. Red.) zusammen verbracht haben, hat diese Begegnung einen speziellen Charakter. Das wird schon irgendwie komisch sein“, resümiert es Serredszum. Im Januar 2011 beerbte er gemeinsam mit Strasser Philippe Guérard bei der „Doyenne“. Sechs Monate später war die Fola „europäisch“. Trotz der unzufriedenstellenden Saison 2011/12 hielt man am Gespann fest. „Sie sind durch diese Erfahrung extrem gewachsen“, erinnert sich Sportdirektor Pascal Welter, der stets Zeuge der komplementären Arbeit der zwei Trainer war.

Freunde bleiben sie

2013 und 2015 feierte die Fola jeweils den Meistertitel. „Es herrschte immer eine freundschaftliche Verbindung zwischen den beiden. Jeff stand zwar meist im Vordergrund, doch dahinter zog Cyril viele Fäden.“ Trotz der manchmal heiß geführten Diskussionen seien die Gespräche immer sach- und fachlich geblieben. Eines hatten sie gemeinsam: „Das ohrenbetäubende Brüllen“, scherzt Welter.

Nachdem der 98-fache Luxemburger Nationalspieler das Angebot vom 1. FC Kaiserslautern angenommen hatte, stand der Franzose bis Februar 2018 allein bei den Eschern in der Verantwortung. Jetzt kreuzen sich ihre Wege erstmals als Gegner. „Im Fußball muss man davon ausgehen, dass sich immer mal wieder solche Situationen ergeben“, erklärt Strasser. „Diese Partie wird an unserer Freundschaft überhaupt nichts ändern. Es wird nur zwischendurch 90 Minuten ausschließlich jeder seinen eigenen Job erledigen.“ Konkret heißt das für den derzeitigen Tabellenzweiten: „Unser Ziel ist es, diesen hart erkämpften zweiten Platz zu verteidigen.“

Nach ihrer Derbyniederlage dürfen sich die Gelb-Schwarzen im Rennen um die Europa League allerdings nicht mehr viele Fehltritte erlauben. Auch beim Progrès steht die Freundschaft deshalb 90 Minuten außen vor: „Es bleibt ein sehr wichtiges Spiel für beide Mannschaften.“

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