Mit der Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen stehen nächstes Jahr gleich zwei große Sportveranstaltungen im Kalender. Was die Herzen der Sportfans im ersten Augenblick höherschlagen lässt, löst bei genauerem Betrachten Kopfschütteln aus. Angefangen bei der Fußball-EM, zu der am Samstag die Auslosung stattfindet. Wobei Auslosung ein großes Wort ist für eine Veranstaltung, bei der aus unterschiedlichen Gründen bereits vieles bekannt ist. Die EM findet erstmals in zwölf verschiedenen Ländern statt, und da sieben Gastgeberländer bereits qualifiziert sind, steht ihre Gruppeneinteilung schon fest. Sie sollen schließlich vor heimischem Publikum antreten.

Da es aus politischen Gründen nicht zu einer Gruppenbegegnung zwischen der Ukraine und Russland kommen darf, werden die Möglichkeiten weiter eingegrenzt. Außerdem wird Kosovo nicht von den vier Gastgeberländern Spanien, Russland, Rumänien und Aserbaidschan anerkannt. Die UEFA verbietet aus Sicherheitsgründen sogar, dass Russland und Kosovo einer gleichen Gruppe zugelost werden. Die Teilnahme von Russland ist schon an sich unverständlich. Nachdem es im Rahmen des staatlichen Dopingsystems manipulierte Daten an die Welt-Antidoping-Agentur (WADA) geliefert hatte, fordert diese eine vierjährige Sperre Russlands für internationale Sportveranstaltungen. Die EM sei bloß ein kontinentales Einzelsportereignis und deswegen nicht von den Sanktionen betroffen, so die WADA.

Anders als die Olympischen Sommerspiele, die nur wenige Wochen nach der EM in Tokio stattfinden. Ob und unter welcher Flagge russische Sportler dort antreten werden, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Wer das Trauerspiel vor Rio noch vor Augen hat, als sich das Internationale Olympische Komitee aus der Verantwortung stahl und die Entscheidung über einen Start von russischen Athleten an die Internationalen Verbände weiterreichte, dem dürfte klar sein, dass eine eindeutige Positionierung und damit ein Statement für sauberen Sport vonseiten des IOC wohl Wunschdenken bleibt. Die Neverending Story um das russische Staatsdoping ist aber nicht der einzige Grund für eine getrübte Vorfreude auf Olympia. Das IOC sah sich gezwungen, die Marathonläufe von Tokio in das kühlere Sapporo zu verlegen. Wer konnte denn auch schon Jahre im Vorfeld ahnen, dass es in den Sommermonaten heiß ist in der japanischen Hauptstadt …

Ebenso wie in Katar, wo die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 aufgrund der Hitze erst im Winter stattfinden wird. 2022 werden auch Olympische Winterspiele ausgetragen, und zwar in Peking. Die chinesische Stadt wird damit der erste Austragungsort von Sommer- wie Winterspielen. Schnee liegt dort im Februar allerdings eher selten. Die Organisatoren setzen deshalb auf Kunstschnee. Wer also meint, dass es mit den internationalen Sportveranstaltungen nach 2020 wieder besser wird, der hat sich geirrt. Es wird noch schlimmer werden.

1 Kommentar

  1. Das wäre doch ein Thema für unsere “Youth for climate”-Helden. Wir segeln nach Peking um dort auf Kunstschnee Schlitten zu fahren. Verrückte Welt.

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