Der Einstieg des Luxemburger Investors Flavio Becca beim 1. FC Kaiserslautern ist perfekt. Wie die Zeitung Rheinpfalz meldete und der Verein später bestätigte, stimmten bei der Abstimmung im FCK-Beirat am Donnerstagnachmittag drei Personen für den Luxemburger bei zwei Gegenstimmen.

Am Sonntag hatte Becca nach dem 15. F91-Meistertitel angekündigt: “Lassen wir uns überraschen.” Einen Tag später befand er sich laut Informationen der Rheinpfalz in Kaiserslautern. Der Luxemburger Unternehmer führte im Rathaus Gespräche mit Kaiserslauterns Oberbürgermeister Klaus Weichel, bei denen es mutmaßlich um den möglichen Erwerb des Fritz-Walter-Stadions, der angrenzenden Grundstücke und den Kauf von Flächen eines brachliegenden, ehemaligen Industrieareals (Pfaff-Gelände) ging.

Weichel bestätigte die Gespräche in einem Interview mit dem SWR: “Es geht bei ihm um das Interesse, hier in der Stadt etwas zu investieren. Da redeten wir über Flächen innerhalb der Stadt, insbesondere das Pfaff-Gelände. Wir haben aber auch über das Stadionumfeld, über die Flächen der Stadiongesellschaft, die städtischen Flächen und das Stadion selbst gesprochen.” Der Oberbürgermeister gilt als Unterstützer von Becca und wollte, dass der FCK und der Luxemburger handelseinig werden.

Possenspiel zu Ende

Das ist nun geschehen, so dass das Possenspiel um die Rettung des viermaligen Deutschen Meisters endlich vorbei sein sollte. Denn bevor der Beirat am Montag vor einer Woche über Beccas ursprüngliches Angebot entscheiden sollte, hatte das Dossier eine überraschende Wendung genommen. Kurz vor Ablauf von Beccas Ultimatum gelang es dem Beiratsmitglied Michael Littig, einen alternativen Finanzierungsplan vorzulegen – dem der Beirat noch am selben Abend mit 3:2 Stimmen zustimmte. Dieser beinhaltete die Zahlung von drei Millionen Euro Eigenkapital von einer regionalen Investorengruppe, wodurch die Lizenz des Vereins in der kommenden Saison gesichert werden sollte. Der Becca-Deal war damit geplatzt. Der Luxemburger bot den Pfälzern zunächst nur ein verzinstes Darlehen über 2,6 Millionen Euro und stellte zudem die brisante Forderung, dass Littig, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des e.V. ist, von allen Ämtern im Verein zurücktreten müsse.

Im Gegenzug für das Engagement sollten Littigs regionale Unternehmer zehn Prozent der Anteile an der Kapitalgesellschaft erhalten. Der Zuschuss weiterer Millionen in den kommenden Jahren stand in Aussicht. Doch am Dienstag dieser Woche legte der Kreditgeber Quattrex sein Veto gegen den Plan ein. Die Verantwortlichen bei Quattrex, die dem FCK in den vergangenen Jahren bereits Darlehen über sechs Millionen Euro gaben, waren vom langfristigen Konzept nicht überzeugt und fürchteten eine Insolvenz. Einzig unter der Bedingung, dass Becca beim FCK einsteigt, wäre auch Quattrex einverstanden gewesen. Nur in diesem Fall nämlich sähe der Finanzdienstleister seine Kredite gesichert.

Als Konsequenz der Abstimmung ist Littig nach der Beiratssitzung von seinen Vereinsämtern zurückgetreten. Er wolle damit “einen wichtigen Beitrag zur Befriedung innerhalb des 1. FC Kaiserslautern leisten”, so Littig. Mit ihm werden sich wohl einige regionale Partner aus dem Verein zurückziehen. Auch der Rückzug des Hauptsponsors Layenberger wird befürchtet, stand Firmengründer Harald Layenberger doch auf der Seite von Michael Littig.

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