Die Weltgesundheitsorganisation hat die Staaten Europas unter die Lupe genommen. Luxemburg schneidet in Sachen Alkohol, Tabak und Übergewicht nur mittelmäßig ab. Und dennoch werden wir immer älter.

Europa ist auf Kurs. Bis 2020 können die Gesundheitsziele in Sachen Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Atemwegserkrankungen erreicht werden. Die WHO in ihrem European Health Report bis dahin nämlich eine Reduzierung der Sterblichkeit wegen dieser Erkrankungen um 1,5 Prozent – pro Jahr.

Probleme bereiten den WHO-Statistikern jedoch altbekannte Laster. “Risikofaktoren, die mit einem ungesunden Lebensstil verbunden sind, geben Anlass zu Sorge”, sagte die WHO-Europa-Direktorin Zsuzsanna Jakab laut AFP. “Risikofaktoren”? Damit sind natürlich die allseits bekannten Lebensversüßer Zigaretten, Alkohol und fettgetränktes Essen gemeint.

Und bei denen macht auch Luxemburg keine Ausnahme: Noch immer qualmen hier 26,8 Prozent der Männer und 22 Prozent der Frauen. Insgesamt rauchen 24,4 Prozent der Menschen in Luxemburg, damit liegt das Land nur im Europa-Mittelfeld. Wesentlich weniger rauchen beispielsweise die Isländer (17,5 Prozent). Die Griechen allerdings sollten sich wirklich Gedanken machen: 43,4 Prozent der Hellenen hängen am Glimmstängel.

Auch in Sachen Alkohol liegt Luxemburg eher in der statistischen Mitte. 11,12 Liter reinen Stoff trinkt der durchschnittliche Bewohner des Landes pro Jahr. Dabei ist er aber in guter Gesellschaft: Die Franzosen trinken mit 11,5 Litern ein kleines Gläschen mehr, die Deutschen mit 11,03 Litern etwas weniger. Am meisten trinken die Litauer mit 15,19 Litern, am wenigsten die Mazedonier mit 1,13 Litern.

Immerhin: In den 70ern ging alles noch viel, viel wilder zu. 1973 tranken die Luxemburg jedes Jahr 19,07 Liter reinen Alk, also gute acht Liter mehr als heute. Das reicht für die Top 20 der jemals in ganz Europa gemessenen Werte. Aber nicht, um die Franzosen unter den Tisch zu trinken. Die stellten im Jahr 1970 mit 21,77 Liter reinen Alk pro Person den WHO-Europarekord auf – hoffentlich für die Ewigkeit.

Einen unvorteilhaften Spitzenwert erreicht das Großherzogtum aber dafür in Sachen Körperumfang. 58,7 Prozent der Menschen in Luxemburg haben laut WHO Übergewicht. Nur Weißrussen, Isländer, Montenegriner und Zyprioten sind noch dicker. Wie im Rest Europas wird das Übergewicht auch in Luxemburg immer mehr zum Problem. Seit 2010 ist die Zahl der Übergewichtigen auf dem ganzen Kontinent um ganze zwei Prozent gestiegen. Das gleiche gilt für extremes Übergewicht. In Luxemburg haben 22,6 Prozent der Menschen von einem Body-Mass-Index von 29 oder mehr.

Alles in allem führt das ungesunde Leben bekanntermaßen vor allem zu einem: dem frühen Tod. Aber genau da machen die Luxemburger den WHO-Wissenschaftlern einen Strich durch die Rechnung. Denn im Statistikjahr 2015 führen sie ausgerechnet bei der Lebenserwartung die Tabelle an. Mit 83,08 Jahren erobern sie sich den ersten Platz in Europa. Zugegeben – der Spitzenreiter 2014 (Finnland) hat für dieses Jahr keine Daten abgegeben – aber die Entwicklung ist eindeutig und imposant: Seit 1994 hat sich die Lebenserwartung in Luxemburg um ganze sechs Jahre verlängert.

Der WHO Health Report für Europa erscheint nach 2012 und 2015 zum dritten Mal. Insgesamt wurden Daten aus 53 europäischen Ländern ausgewertet.

 

1 Kommentar

  1. Ja, zu dick, schwergewichtig , wegen ungesunder Ernährung und Mangel an Bewegung. Durch die Fortschritte in der Medizin steigt die Lebenserwartung, aber wie steht es um die Lebensqualität? Die Kapazität der Pflege- und Altenheime stösst an ihre Grenzen.

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