“Never refuse to reuse”, so das Motto eines Schülerprojektes in Esch. Die fünf Schüler, die dahinterstecken, kamen auf die Idee, als sie über ihr Schulgelände spazierten – und eine besorgniserregende Beobachtung machten. 

Von Lisa Rock

Während ihres Abschlussjahres haben die Schüler des LTL die Möglichkeit, sich ein Projekt auszudenken, es umzusetzen und nach einigen Monaten die Ergebnisse vorzustellen. Fünf Jugendliche haben sich für ein Projekt entschieden, das die nachhaltige Entwicklung unterstützt. “Recycle N Regenerate”, diesen Namen haben sich Dora Lopes, Ana Santos, Ana Monteiro, Dylan da Rocha und Joel Lourenço für ihr Schulprojekt ausgedacht. Die Devise lautet: “Never refuse to reuse”.

Richtlinien, an die sich die Schüler halten mussten, gab es nicht. Sie konnten frei entscheiden, für was sie sich einsetzen wollen und welche Richtung ihr Projekt einschlagen sollte. Die einzige Bedingung: Ein klares Ziel musste es geben. Das besteht bei “Recycle N Regenerate” vor allem darin, Grundschulkindern Recycling und gerechte Müllentsorgung näherzubringen. In ihrem Stundenplan sind vier Schulstunden für das Fach “Gepro” vorgesehen. Dabei handelt es sich um ein Fach für “Technicien en administration et commerce”-Schulklassen, in dem die Schüler an die Planung und Verwirklichung eines Projektes herangeführt werden.

“Wir haben hier ein Problem”

Anfangs hatten die fünf Schulkameraden eine ganz andere Idee. Sie wollten Fußballturniere in der Schule organisieren. Die Teilnahmegebühr sollte für jede Mannschaft zwei Euro betragen. Den Gewinn wollte das “Recycle N Regenerate”-Team der gemeinnützigen Organisation “Make-A-Wish-Fondation” in Luxemburg spenden. Da die Schüler jedoch nur vier Monate Zeit haben, das Projekt zu verwirklichen, riet ihr Lehrer ihnen davon ab. Das Organisieren und Verfolgen der Turniere würde zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Schließlich sollen sich die Abiturienten ja auch auf ihren Schulabschluss konzentrieren.

Auf die Idee, ihr Projekt der nachhaltigen Entwicklung zu widmen, sind die fünf Jugendlichen gekommen, als sie über ihr eigenes Schulgelände spaziert sind.
“Unsere Schule wird viel zu sehr verschmutzt. Die Schüler lassen ihren Müll einfach liegen oder entsorgen ihn falsch. Wir haben hier ein großes Problem mit der Mülltrennung”, erklärt Dora Lopes. Zwar sind in den Gängen des LTL Mülleimer mit Trennsystem vorhanden, doch nur wenige Schüler halten sich daran. So kam es langsam, aber sicher zu der Entwicklung des Recycling-Projektes. Bis Januar nächsten Jahres haben sie nun Zeit, ihr Projekt zu verwirklichen. Eine genaue Vorstellung davon, wie sie die jungen Generationen zum Recycling motivieren können, gibt es auch schon.

Wiederverwenden statt wegwerfen

Am 14. Dezember werden sie eine Schulklasse des “Cycle 2.1” (1. Schuljahr) der “Ecole Grand-rue” in Esch besuchen. Da Kinder ungern in einem Klassenzimmer sitzen und einem Vortrag lauschen, haben sich die fünf Schüler etwas Spielerisches ausgedacht. Zuerst wollen sie Plastikflaschen und Kartonstücke im Schulhof verteilen. Daneben werden eine gelbe und eine blaue Mülltonne aufgestellt. Die Kinder sollen versuchen, den Abfall in die jeweils dafür vorgesehene Tonne zu werfen. Danach werden die Flaschen wiederverwendet, indem die Kinder ein Sparschwein daraus basteln. “Wir hoffen, ihnen so zeigen zu können, wie einfach Mülltrennung ist und wie man aus etwas Altem ganz einfach etwas Nützliches, Neues machen kann”, erzählt Dora. Ursprünglich wollten die fünf Abiturienten mit den Kindern durch die Alzettestraße gehen und ihnen die Verschmutzung der Einkaufsstraße zeigen. Das stellte sich allerdings als zu gefährlich heraus.

Die eigene Schule soll natürlich ebenfalls in das Projekt mit einbezogen werden. Der Schülerrat hat der “Recycle N Regenerate”-Gruppe vorgeschlagen, mit den jüngeren Schülern, vor allem den Siebtklässlern, über Recycling zu sprechen. Denn es sind vor allem sie, die größtenteils nicht auf die Mülltrennung und die Sauberkeit der Schule achten.
Des Weiteren haben die fünf Jugendlichen vor, Umfragebögen zum Thema Recycling in der Schule zu verteilen. Diese werden sie dann auswerten und Statistiken dazu erstellen. Zusammen mit den Ergebnissen ihres Grundschulbesuchs werden sie dies dann im Laufe des zweiten Semesters vor anderen Schülern und Professoren vorstellen.

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