In gerade einmal 15 Minuten hinterließ der Tornado, der am Freitagabend über den Südwesten Luxemburgs fegte, eine Schneise der Zerstörung. Eine erste Untersuchung kommt am Dienstag zum Ergebnis: Es war ein Tornado der Stufe F2 mit Windgeschwindigkeiten von 180 bis 250 km/h. Die Analyse wurde vom Luxemburger Wetterdienst Meteolux veröffentlicht und stammt vom European Severe Storms Laboratory (ESSL), einer Organisation, die Unwetter erforscht.

Das zerstörerische Wetterphänomen ist demnach aus Frankreichs Norden herangezogen: Östlich der Stadt Reims hatte sich am Freitagnachmittag eine „Superzelle“ gebildet – eine besonders große Gewitterwolke. Diese verstärkte sich und driftete um 17 Uhr in Richtung des Dreiländerecks bei Rodange, Athus und Longwy. Zum selben Zeitpunkt wurde auf den Radarbildern der Wetterforscher ein „Mesozyklon“ an der Südflanke des Gewitters sichtbar – eine aufsteigende Rotationsbewegung des Winds, die sich laut dem ESSL schließlich beim französischen Grenzort Longwy zu einem Tornado verstärkte.

Maximale Intensität über Petingen und Käerjeng

Zwischen 17.30 und 17.50 Uhr tobte der Tornado mit maximaler Intensität über Petingen und Käerjeng. Die Sturmzone hatte sich dabei sehr breit ausgebildet. Offenbar gab es mehreren Windhosen, die um eine zentrale drehten (siehe Video).

Insgesamt legte der Tornado etwas mehr als 14 Kilometer zurück. Dann schwächte er sich ab und verschwand, wobei die Rotation in einer Höhe von etwa 900 Metern in der Nähe von Luxemburg-Stadt auch um 17.55 Uhr Ortszeit noch vorhanden war, wie die Meteorologen des ESSL melden.

Die Fujita-Skala

Die Stärke der Tornados werden mithilfe der Fujita-Skala angegeben. Der japanisch-amerikanische Sturmforscher Tetsuya Theodore Fujita – von Freunden auch „Mr. Tornado“ genannt – schuf das Messsystem 1971. Die Skala setzt den Schaden, den ein Tornado anrichtet, mit seiner Windgeschwindigkeit in Relation. Theoretisch reicht sie von F0 – Windgeschwindigkeiten von 63 bis 114 km/h und nur leichte Schäden – bis zu F12.

Ein F2-Tornado wie in Luxemburg wird auf der Skala als “stark” eingeschätzt. Er sorgt für schwere Schäden an Dächern und Anbauten, entwurzelt große Bäume und kann Autos und Wohnmobile komplett zerstören.

Offiziell wurde auf der Erde noch kein Tornado mit einer höheren Stufe als F5 verzeichnet. Allein der stärkste Tornado in der Geschichte der USA im Jahr 1999 in Oklahoma lag bei einigen Messungen bei Windgeschwindigkeiten im F6-Bereich.

 

1 Kommentar

  1. @Tageblatt
    “Theoretisch reicht sie von F0 – Windgeschwindigkeiten von 63 bis 114 km/h und nur leichte Schäden – bis zu F12.” Dat ass esou net richteg Tageblatt,d’Fujita-Skala géet nemmen vun F0 bis F5,woubai F5 dat stärkst ass mat Wandvitessen iwer 500 km/h !
    Et ass vill méi d’Beaufort-Skala déi vun Bft1 bis Bft 12 géet,woubai Bft 12 éen ausgewuessenen Orkan vun iwer 118 km/h an méi ass – dat éent huet awer naischt mat dém aneren ze doen ! 😉

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