0,18 Cent, so viel kostet – in Luxemburg – ein Titel aus der Netflix-Bibliothek im Durchschnitt. Auf den ersten Blick ist dies nicht besonders viel, in anderen Ländern bezahlen die Kunden aber viel weniger und erhalten mehr.

Im Jahr 1997 startete Netflix in den USA als Online-DVD-Verleih. Zehn Jahre später stieg das Unternehmen ins Video-on-Demand-Geschäft ein und hat weltweit 130 Millionen Abonnenten gewinnen können, der Börsenwert beläuft sich auf 142 Milliarden Dollar.

Im Rückblick war die Entscheidung, in das Online-Streaming-Geschäft einzusteigen, die richtige für den ehemaligen DVD-Verleiher. Viele klassische Videotheken haben die Streaming-Revolution nicht überlebt. Blockbuster, die größte Videothekenkette der USA, meldete im Jahr 2010 Insolvenz an und schloss weltweit 5.000 Filialen.

Streaming-Revolution

Der Grund dafür ist nicht, dass Serienjunkies und Filmliebhaber sich von ihrem Hobby abgewandt hätten. Sie schauen immer noch gerne die neuesten Produktionen von ihrem Sofa aus, nur eben online und nicht auf klassischen Datenträgern wie Videokassetten oder DVDs.

Netflix-eigene Produktionen wie „Breaking Bad“ oder „House of Cards“ sind in vielen Ländern zu empfangen – sie kosten jedoch nicht überall das Gleiche. Das englische Unternehmen Comparitech hat genauer hingeschaut und große Unterschiede festgestellt.
Am günstigsten ist Netflix in Brasilien. Nur knappe 4,3 Euro kostet dort das günstigste Monatsabo. Davon können die Dänen nur träumen. Dort müssen die Abonnenten über 10,5 Euro berappen, um in den Genuss der Filme, Serien oder Dokumentationen zu kommen, das sind 144 Prozent mehr als im südamerikanischen Staat.

Die Größe der empfangbaren Netflix-Bibliothek (3.305 Inhalte) kann den Kunden in Dänemark zusätzlich die Laune verderben. Nicht nur, dass die Dänen mehr zahlen müssen, sie haben auch weniger Auswahl als die Brasilianer (< 4.000 Titel). Das größte Angebot erhalten aber die Amerikaner. In den USA stehen 5.839 unterschiedliche Titel zur Auswahl, das ist mehr als das Doppelte des Netflix-Angebotes im Land mit dem kleinsten Angebot – dem Iran (2.301 Titel).

Die Kanadier bekommen am meisten für ihr Geld

Am meisten für ihr Geld erhalten jedoch die Kanadier. Im Durchschnitt kostet dort einer der 5.561 angebotenen Inhalte 0,11 Cent. Das ist nur ein knappes Drittel dessen, was die Dänen pro Titel bezahlen müssen (0,32 Cent).

In Luxemburg kostet das günstigste Monatsabo 7,99 Euro – 8,8 Prozent mehr als der Durchschnitt. Da aber im Großherzogtum weniger Inhalte angeboten werden als anderswo, kostet eine Folge einer Serie oder ein Film 0,18 Cent, das ist ein gutes Drittel mehr als der Durchschnitt.

Auf die Höhe des Monatsabos hat der Kunde keinen Einfluss, dies hängt von dem Land der Rechnungsadresse ab. Die Nutzer können aber Netflix vorgaukeln, in einem anderen Staat zu sein. Durch die Einrichtung eines schnellen virtuellen privaten Netzwerkes (VPN) besteht die Möglichkeit, die IP-Adresse frei zu wählen. Diese gibt es aber nicht zum Nulltarif, sie muss monatlich gezahlt werden.

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