Eine Woche, nachdem das Recurve-Team bei der Freiluft-EM Bronze gewann, geht die Erfolgswelle der FLTA-Athleten nahtlos weiter. Bei der “Field-WM” im italienischen Cortina d’Ampezzo sicherte sich Compound-Schütze Timo Bega am Sonntag überraschend den Weltmeistertitel bei den Junioren.

Seit Sonntag stellt der luxemburgische Bogenschießverband FLTA mit Timo Bega den Juniorenweltmeister im Feldbogenschießen. Eine Disziplin, die zwar weniger bekannt ist als die traditionellen Turniere, die auf einem abgesperrten Schießplatz stattfinden, für die Athleten selbst jedoch eine ganz besondere Herausforderung darstellt. Denn das Feldbogenschießen wird auf einem offenen Gelände ausgetragen, es gibt vier unterschiedliche Scheibengrößen und am ersten Tag sind die Distanzen, aus denen geschossen wird, für den Athleten unbekannt.

Die Zielscheiben können zudem auf einem Hügel stehen, so dass gegebenenfalls hinauf- oder hinabgeschossen werden muss. Viele international erfolgreiche Schützen nutzen diese Disziplin, um neben den traditionellen Wettbewerben an ihrer Konzentration und Technik zu feilen. Und auch wenn das “Field-Schießen” nicht olympisch ist, so hat es seinen Weg bereits in das Programm der World Games gefunden.

Für Timo Bega eine Disziplin, die ihm aufgrund der großen Abwechslung besonders viel Spaß bereitet und bei der er sich im letzten Jahr bei der EM bereits über Silber freuen durfte. Nur ein Jahr später folgte nun der Weltmeistertitel, für den 19-Jährigen selbst eine riesige Überraschung: “Ich habe in diesem Jahr mein Abitur gemacht und hatte kaum Zeit, mich im Laufe der Saison richtig vorzubereiten. Somit hatte ich zuvor auch nur zwei Field-Turniere bestritten. Ich wusste, dass meine Form akzeptabel war und wäre mit einer Platzierung unter den besten acht bereits mehr als zufrieden gewesen. Mit Gold hatte ich gar nicht gerechnet.” Seinen letzten Wettbewerb bei den Junioren hätte Bega somit kaum besser beenden können.

Von Tag zu Tag besser in Form

Dabei kam der Schütze des Guillaume Tell Strassen von Tag zu Tag besser in Form. So beendete er die Qualifikation, die über zwei Tage ausgetragen wurde, noch auf Rang neun, dies mit einer Wertung von 779 Punkten. Der Erstplatzierte Jesse Sut (I) lag zu diesem Zeitpunkt mit 812 Punkten in Führung. “Am ersten Tag, an dem die Distanzen nicht bekannt waren, bin ich eigentlich ganz gut durchgekommen. Nur bei einer Scheibe habe ich mich total verschätzt, hier ist der Pfeil dann auch komplett danebengegangen. Am zweiten Tag ist dann leider eine Feder an meinem Bogen kaputtgegangen. Ich konnte zwar weitermachen, doch konnte ich während der Hälfte des Parcours mit meinem Visier nicht alles optimal abmessen. So bin ich dann von Rang sieben auf neun zurückgefallen”, erklärte der Compound-Spezialist.

In der folgenden K.o.-Phase fand Bega dann immer mehr zu seinem Rhythmus. Zuerst gewann er gegen den Norweger Anders Faugstad (98:96), dann gegen den Schweden Erik Persson im Stechen (98:98, 6:5). Für Bega auch das vorentscheidende Duell: “Er war Vierter nach der Qualifikation und nach diesem wirklich knappen Sieg habe ich das nötige Selbstvertrauen für die restlichen Matches bekommen.”

“Ich habe in der Nacht wirklich schlecht geschlafen”

Im Viertelfinale besiegte Bega dann den US-Amerikaner Eli Hughes mit 97:96. Im Halbfinale wartete der Erste der Qualifikation, der Lokalmatador Jesse Sut, gegen den der FLTA-Schütze mit 65:62 erfolgreich war. Das Finale gewann der Luxemburger mit 63:62 gegen den US-Amerikaner und Qualifikationszweiten Connor Sears. “Vor der letzten Scheibe lag ich mit zwei Punkten in Führung. Doch ich wusste, dass die schwierigste Aufgabe noch bevorstand. Viele Matches wurden erst hier entschieden, denn man musste aus 60 Metern in einem Winkel von 30 Grad schießen, quasi die Skisprungschanze hoch. Ich war erleichtert, dass ich meine Führung retten konnte,” erklärte der junge Luxemburger, der vor dem Goldfinale doch recht nervös war: “Ich habe in der Nacht wirklich sehr schlecht geschlafen.”

Für Bega, der in den nächsten Wochen sein Studium in Aachen beginnen wird, steht nach dem bisher größten Erfolg seiner noch jungen Karriere nun erst einmal eine Pause auf dem Programm, bevor er dann im Winter wieder bei den Hallenturnieren einsteigen möchte, dann nicht mehr bei den Junioren, sondern bei den Senioren. Mit Gilles Seywert war bei der WM auch ein zweiter Compound-Schütze bei den Senioren am Start. Nachdem der FLTA-Athlet die Qualifikation noch auf Rang vier beendete, war in der Folge jedoch im ersten Duell der K.o.-Runde mit 94:97 gegen den Österreicher Nico Wiener Schluss.

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