Großherzog Henri hat in seiner Weihnachtsansprache an das Ende des ersten Weltkriegs erinnert und das Engagement Luxemburgs und der Luxemburger in der multilateralen Welt gelobt. 

“Der 11. November 1918 ist ein sehr markanter Tag, eine Zäsur in der Geschichte unseres Kontinents”, sagt Henri. “Nach mehr als vier Jahren schrecklichen Krieges, der fast 20 Millionen Menschen das Leben kostete, kam endlich der Waffenstillstand.” Der Erste Weltkrieg habe die Welt verändert: Die europäische “Leadership” sei für immer infrage gestellt worden und der Kampf, den Frieden zu erhalten, sei rasch verloren gegangen. “Zwanzig Jahre begann der Zweite Weltkrieg.”

Dennoch sei der Erste Weltkrieg von großer Bedeutung – denn aus ihm sei ein System der Zusammenarbeit zwischen den Nationen hervorgegangen. Mit der Gründung des Völkerbundes seien erstmals von Regeln geschaffen worden, an die sich alle Nationen halten mussten. An Bedeutung habe dieses System aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg gewonnen.

“Die internationalen Akteure müssen sich ihrer Verantwortung bewusst sein”

Henri lobt die Luxemburger Diplomatie, die sich “seit Jahrzehnten für den Respekt des internationalen Rechts und der Vertiefung internationaler Kooperation” einsetze. Auf der Klimakonferenz COP24 in Polen habe er das persönlich erleben können. “In einer Zeit, die häufig von nationalem Egoismus geprägt wird, müssen alle internationalen Akteure sich ihrer Verantwortung bewusst sein”, sagt der Großherzog. “Wir haben nur eine Welt, mit Herausforderungen, die uns alle angehen.”

Im Herbst wurde in Luxemburg ein neues Parlament gewählt. Henri wünscht der neuen alten Regierung in seiner Ansprache eine glückliche Hand in der “Ausführung ihrer wichtigen und noblen Aufgabe”. Das Staatsoberhaupt weist darauf hin, dass es wie in den Nachbarländern auch in Luxemburg zu Veränderungen in der politischen Landschaft kommen könne. “Mehr Parteien finden Anklang bei den Wählern, die sich nicht mehr so sehr wie früher gebunden fühlen”, sagt er. Einzelne Themen oder Anlässe bekämen eine größere Bedeutung. Henri erklärt sich zufrieden, dass der parteiübergreifende Konsens über das Wesentliche nicht infrage gestellt werde. “Ausgrenzung oder vereinfachende Slogans haben kaum Anklang gefunden”, sagt er. “Wir sollten auf die Diversität und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft stolz sein.”

Henri bedankt sich auch bei den Nicht-Luxemburgern, die im Land wohnen oder arbeiten, für ihren “wertvollen Beitrag zur Gesellschaft” – und bei den Menschen, die sich in Luxemburg oder in den Krisenzonen der Welt in den Dienst von denjenigen stellen, die in Not sind. “Es reicht nicht, Leid zu erkennen – man muss den Mut haben, mit anzupacken, um die Welt zu verbessern”, sagt er.

 

1 Kommentar

  1. Eisen Staatschef an allen Éieren, waat sech awer RTL do alaabt huet um 18h00 an Ried vun 2017 ze senden ass zimlech leschtesch. Schued dass den Feierkroop läschte Feidech opgehaal huet….

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