In vier Monaten stehen bereits die Sozialwahlen an. Die Arbeitnehmer wählen die Personalvertreter in den jeweiligen Unternehmen sowie die 60 Vertreter in der Arbeitnehmerkammer. Die Gewerkschaft OGBL hat sich am Montag im Dienstleistungs- und Finanzsektor positioniert. Die klare Botschaft: Man will die stärkste Kraft werden und damit die Aleba als erste Gewerkschaft im Finanzbereich verdrängen.

Das Augenmerk liegt laut Véronique Eischen auf den Herausforderungen der Digitalisierung. Da sich im Finanzbereich Arbeitszeiten und -weisen immer flexibler gestalten, verschwimme auch zunehmend die Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben. Und das zulasten der Privatsphäre sowie der generellen Lebensqualität der Menschen, so Eischen. Es ist das Ziel des OGBL, über Kollektivverträge gegen diesen Trend anzukämpfen. So will die Gewerkschaft das Recht auf Abschalten in allen Kollektivverträgen verankern.

Will heißen: Außerhalb der Arbeitsstunden müssen Arbeitnehmer das Recht haben, via Smartphone oder Computer nicht erreichbar zu sein. Es müsse ein klare Trennung zwischen Arbeit und Freizeit geben, um die Lebensqualität der Menschen zu erhalten.
Generell spricht sich der OGBL für das flächendeckende Ausarbeiten von Kollektivverträgen im Finanzsektor aus – ein Bereich, der noch weitgehend von tarifvertraglichen Reglungen unberührt ist. Im Dienstleistungs- und Finanzbereich arbeiten mittlerweile rund 140.000 Menschen.

Die Sozialwahlen finden alle fünf Jahre statt. Arbeitnehmer und Rentner – egal, ob sie in Luxemburg wohnen oder nicht – wählen ihre Personalvertretung sowie die Mitglieder der Arbeitnehmerkammer. Eigentlich hätten die Sozialwahlen im Herbst stattfinden sollen. Wegen der Parlamentswahlen wurden sie jedoch auf Anfang 2019 verschoben.

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