Die Herbstsonne tauchte das Moseltal noch einmal in ein sattes Grün: Grund genug dafür hatte sie, schließlich galt es doch am Wochenende, das Kult-Event Riesling Open in der Rieslinggemeinde Wormeldingen zu vergolden. Von der „Deisermillen“ bis zur „Häremillen“ hatten zahlreiche Winzer wenige Tage vor der beginnenden Weinlese ihre Pforten und Keller zur Degustation ihrer Erzeugnisse für den geneigten Weinfreund geöffnet.

Von unserem Korrespondenten Herbert Becker

Viel weinseliges Volk war am Wochenende unterwegs entlang der Mosel von Machtum über Ahn, Wormeldingen bis nach Ehnen. Anlass war das vinophile Highlight Riesling Open, zu dem die Gemeinde und die Winzerschaft unter dem verheißungsvollen Motto „Dorch d’Kellere vun der Rieslingsgemeen“ eingeladen hatten.

Eröffnet wurde das Fest am Freitagabend im Wormeldinger Kulturzentrum mit der feierlichen Krönungszeremonie für die 21. Rieslingkönigin Fabienne Demuth, die Krone und Schärpe von ihrer Vorgängerin Catherine Mathes übernahm. Mit ihren charmanten Prinzessinnen Anne, Sara, Céline und Lara wird sie nun ein Jahr lang als Botschafterin der Königin der Reben sowohl ihre Heimatgemeinde als auch die Winzer im In- und Ausland würdig vertreten. Mit der Krönung zur 21. Rieslingkönigin erfüllte sich für Fabienne Demuth ein langgehegter Kindheitstraum.

Abend in weinseliger Gesellschaft

Die offizielle Festeröffnung am Samstagnachmittag zelebrierte die neue Weinkönigin dann gemeinsam mit Bürgermeister Max Hengel und zahlreichen Ehrengästen, unter anderem mit Antrittsbesuchen bei der Genossenschaftskellerei Vinsmoselle und im benachbarten Domaine Schumacher-Lethal. „Ideales Weinwetter“, hieß es unisono vonseiten der Besucher und der teilnehmenden Weingüter, und so erfreuten sich die Winzer schon am frühen Abend eines erfreulich guten Besuches.

Die Kohlls, Pundels, Duhrs, Bastians oder Schlinks hatten zu Wein- und Crémant-Genuss noch kulinarische Spezialitäten und musikalische Animation gesellt; besser ausstaffiert kann man einen Abend in weinseliger Gesellschaft kaum verbringen.

Katastrophales Weinjahr

Parkplätze waren Mangelware ab Sonntagmittag entlang des Moselufers und in den Straßen der vier teilnehmenden Orte. Die Weinliebhaber schätzen es beim Riesling Open, dass alle Winzerhöfe nicht nur Keller, sondern auch die Küche geöffnet haben und man so den ganzen Tag nach Herzenslust schlemmen und degustieren kann. Wer gerne ein Glas mehr genießen wollte, konnte auf einen kostenlosen Shuttle-Service zwischen Machtum und Ehnen zurückgreifen oder gar den Weg ins Riesling-Paradies mit dem Mosel-Flaggschiff MS Princesse Marie-Astrid nehmen.

Neben den Annehmlichkeiten des Festes interessieren wir uns aber auch für die bevorstehende Lese des katastrophalen Weinjahres 2019. Erny Schumacher, Präsident der Privatwinzervereinigung, gibt uns hierzu Auskunft: „Mit der Ernte der Rebsorten für den Crémant, zum Beispiel Auxerrois, beginnen wir wohl in den nächsten Tagen. Die eigentliche Lese startet aber erst in der kommenden Woche, das handhaben meine Kollegen genauso. Wir sind voller Hoffnung, dass wir, bei Ertragseinbußen bis zu 50 Prozent, zumindest eine ansprechende Qualität hervorbringen können.“

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