“Richtiges”, also psychoaktives Cannabis, soll in Luxemburg in absehbarer Zukunft legalisiert werden. Und solches, in dem der berauschende Wirkstoff THC nur sehr gering vorkommt, kann längst an vielen Stellen im Land gekauft werden – mit dem ausdrücklichen Segen der Behörden. Dass in Deutschland die Uhren weiterhin ganz anders ticken, hat sich jetzt in Trier gezeigt.

Auch in Deutschland wurden diese “CBD-Varianten” in der jüngsten Zeit verkauft – in Trier sogar sehr offensiv: Denn dort wurden nicht nur in einem Geschäft, sondern auch in einem Automaten mitten in der Stadt CBD-Cannabis-Derivate und verwandte Produkte wie Tabak oder Drehblättchen verkauft.

Allerdings sehen die deutschen Behörden die Legalität des Ganzen offenbar anders als die Betreiber: Bereits Ende Januar hatte die Staatsanwaltschaft Trier in einer Stellungnahme erklärt, der Verkauf von Cannabispflanzenteilen mit geringem Wirkstoffgehalt sei “nur dann erlaubt, wenn er ausschließlich gewerblichen oder wissenschaftlichen Zwecken dient, die einen Missbrauch zu Rauschzwecken ausschließen”. Zweck der Ausnahmeregelung sei es, THC-arme Cannabissorten als Rohstoffe für Textilien, Seile, Kosmetika usw. nutzbar zu machen.

“Der bloße Konsum ist hingegen nach der Auffassung mehrerer Oberlandesgerichte kein “gewerblicher Zweck” im Sinne der Ausnahmeregelung. Der Verkauf solcher Substanzen ausschließlich zu Konsumzwecken ist daher nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Trier grundsätzlich nicht erlaubt, hieß es.

“Nur für Dekorationszwecke”

Auf den Verpackungen der in Trier verkauften Cannabis-Produkten stand zwar der Hinweis, diese seien nur für “Dekorationszwecke” gedacht – doch dass sich Menschen an Automaten kleine Haschisch-Würfel ziehen, um diese dann auszustellen, glaubten die Behörden wohl niemals.

Jetzt haben sie streng durchgegriffen und unter anderem den Automaten abmontiert, der im Windschatten einer Kirche stand. Einer Pressemitteilung zufolge führt die Staatsanwaltschaft Trier insgesamt drei Ermittlungsverfahren gegen die Betreiber sogenannter Head-Shops und den Betreiber einer Kneipe in Trier, in der nicht nur die Droge Alkohol, sondern auch THC-armes Cannabis verkauft wurde.

Da das Unternehmen eines der Beschuldigten auch Niederlassungen in Heidelberg, Kassel und Bonn hat, habe es auch dort Durchsuchungen gegeben, meldet der Trierische Volksfreund.

7 Kommentare

    • Und in Wasserbillig gibt es schon zwei CBD shops.
      Das Warten ist jetzt auf grünes Licht für THC und der Tourismus boomt 🙂
      Cheapwater, the city that never sleeps….

  1. Anstatt Milliarden an Steuern einzunehmen, den Schwarzmarkt zu schwächen, den Jugendschutz zu stärken und die Qualität zu garantieren, gibt man in Deutschland lieber Milliarden für eine noch dazu nicht wirksame Verfolgung aus – sogar von völlig harmlosem CBD-Hanf.

    Wie lange wollen wir uns diesen Irrsinn eigentlich noch antun?
    Glückwunsch an Luxemburg und viele andere Länder, Ihr seid uns um einige Jahre voraus.

    • So lange, wie die Menschen eine Partei wählen die ausschließlich Lobbyinteressen befriedigt.
      Hast du eine Ahnung wie viel synthetisierte Cannabinoide, Morphium und Heroin kosten? Bayer & Co. wird sich dieses Geschäft nicht nehmen lassen und die CDU wird über Leichen gehen (hierbei sogar wortwörtlich) um deren Interessen zu beschützen.

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