Eiseskälte, böiger Wind – und jetzt blitzt es auch noch bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang. Beim Biathlon. Beim Langlauf. Sogar in der Eisschnelllaufhalle! Ob Schnee-Königin Laura Dahlmeier, Norwegens neuer Loipen-König Johannes Kläbo oder die Kufen-Stars Ireen Wüst und Sven Kramer – alle hat’s erwischt. Keine Sorge, die vier Olympiasieger haben sich beim “Blitzen” nicht verletzt. Sie haben nach ihren goldenen Erfolgen in Südkorea nur den größten Sprinter der Geschichte nachgeahmt, genauer: Usain Bolt und seine Siegerpose.

Bolt und Winter-Olympia, das passt eigentlich überhaupt nicht zusammen. “Für mich wäre das nichts, der Schnee, der Wind, die Kälte”, sagte der Jamaikaner in einem Internet-Video, das er am Vorabend der Winterspiele online stellte – und doch ist er in Südkorea jetzt fast omnipräsent. Ein Zufall ist das nicht. In besagtem Video fordert Bolt alle Olympioniken auf, seine “Pose” auf dem Podium zu imitieren – und verspricht dafür ihnen eine Magnumflasche Champagner. Das Video endet, typisch Bolt, mit dem Auftritt einer Blondine im roten Sommerkleidchen.

“Entschuldigen Sie, Mr. Bolt, Ihre Massage!” Bolt grinst diebisch und reibt sich voller Vorfreude die Hände. Das Filmchen ist bei sommerlichen Temperaturen in Kapstadt aufgenommen, dabei würde der Athlet Bolt eigentlich doch ganz gut zu Winter-Olympia passen, meint zumindest Chris Stokes. Der Mann weiß, wovon er spricht: Stokes ist Mitglied im Präsidium von Jamaikas Bob-Verband und war 1988 Anschieber der legendären “Cool Runnings”. “Er wäre der beste (Anschieber) der Welt”, sagt Stokes in Pyeongchang, “keine Frage.”

“Usain ist jetzt zu bequem”

Der Verband suchte über Mittelsmänner Kontakt zu Bolt – der Jahrhundertsprinter im Bob, was wäre das für eine Story gewesen. Bolt habe den nötigen Antritt und die mentale Stärke, meint Stokes, außerdem sind Wechsel von der Tartanbahn in den Eiskanal nicht unüblich. Doch beim Bob ist der Sprint nur 30 Meter kurz – Bolt (31), der seine Karriere nach acht olympischen Goldmedaillen 2017 beendet hatte, gewann seine Rennen stets hinten raus.

Doch das Problem, sagt Leo Campbell, Jamaikas “Chef de Mission”, liege woanders. “Dieser Sport tut weh”, meint er, “und Usain ist jetzt zu bequem.” Der Sport-Rentner würde “nicht mal zwei Rennen durchhalten”. Das glaubt auch Stokes. Bolt wäre vielleicht zu überzeugen, erzählt er, aber nur, “wenn wir einen Weg fänden, die Kälte auszublenden”. Der Norweger Kläbo hat deshalb eine bessere Idee. Er hat Bolt ein Rennen um die Champagner-Flasche vorgeschlagen. 100 m. Im Central Park von New York. Bolt in Shorts und Laufschuhen – und Kläbo, der Olympiasieger im Langlauf-Sprint, auf Skiern. Herr Bolt?

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