In einem Alter, in dem andere längst in Rente sind, bereitet er sich noch immer auf seinen Job vor: Wenn Prinz Charles heute seinen 70. Geburtstag feiert, blickt er auf 66 Jahre als Thronfolger zurück.

Nie zuvor in der Geschichte der britischen Monarchie trug ein Mitglied der königlichen Familie so lange den Titel des Thronfolgers wie Prinz Charles. Sollte er seiner Mutter Elizabeth II. eines Tages nachfolgen, wäre er der älteste Royal, der den Thron besteigt.

Geboren wurde Charles am 14. November 1948 im Buckingham-Palast. Seine Gouvernante Catherine Peebles beschrieb Charles als “hypersensibel, in sich gekehrt, krankhaft schüchtern und zu stiller Beschäftigung wie Lesen und Malen hingezogen”. Mit 13 wurde Charles ins Internat ins schottische Gordonstoun geschickt. Seine einsamen Jahre dort beschrieb er später als “absolute Hölle” und “Gefängnisstrafe”. In Cambridge studierte er anschließend Archäologie und Anthropologie – als erster Thronfolger in der Geschichte machte er 1970 seinen Universitätsabschluss.

Selbst seinen Weg finden

Von 1971 bis 1976 diente er in der Royal Navy – und während er acht Monate auf Einsatz in der Karibik war, heiratete seine Ex-Freundin Camilla einen anderen. Mit den 7.500 Pfund, die Charles bei seinem Ausscheiden aus der Armee erhielt, gründete er seine eigene Stiftung, den Prince’s Trust. Bis zum 40. Jahrestag ihres Bestehens half die Stiftung mehr als 825.000 benachteiligten Jugendlichen, einen Beruf zu finden.

Er selbst hatte keine Hilfe, sich auf seinen Beruf vorzubereiten: “Das Problem ist, dass es keine Job-Beschreibung gibt, also muss man irgendwie selbst seinen Weg finden”, sagte Charles dazu einmal. Viele Briten sehen den Thronfolger als liebenswerten Exzentriker – unter anderem machte er Schlagzeilen mit dem Geständnis, mit seinen Pflanzen zu reden. Immer wieder setzt er sich auch für den Schutz historischer Gebäude und für Bio-Landwirtschaft ein.

Dabei ließ er es gelegentlich an der im britischen Königshaus üblichen politischen Neutralität mangeln. In einer BBC-Dokumentation anlässlich seines 70. Geburtstags wies er jedoch Sorgen zurück, er könnte sich als Monarch zu sehr ins Tagesgeschehen einmischen: “So dumm bin ich nicht. Man agiert innerhalb der Vorgaben der Verfassung”, betonte Charles.

Bald vierfacher Großpapa

Unter dem wachsenden Druck, endlich eine Frau zu finden, verlobte sich der 32 Jahre alte Charles im Februar 1981 mit der 19 Jahre jungen Lady Diana Spencer. Eine weltweit im Fernsehen übertragene “Märchen-Hochzeit” in der St. Paul’s-Cathedral folgte. 1982 und 1984 kamen die Söhne William und Harry zur Welt.

Doch die ungleiche Ehe bröckelte schon bald, beide Ehepartner hatten außereheliche Affären, 1996 kam die Scheidung. Nachdem Diana 1997 bei einem Autounfall getötet wurde, holte Charles ihre Leiche aus Paris zurück nach England und bestand darauf, dass sie mit königlichen Ehren beigesetzt werde.

Erst acht Jahre nach Dianas Tod wurde 2005 Charles’ Verlobung mit seiner Jugendliebe Camilla Parker Bowles verkündet, im selben Jahr heiratete das Paar. Inzwischen ist Charles dreifacher Großvater, das vierte Enkelkind – erstes Kind von Prinz Harry und dessen Frau Meghan – ist unterwegs. Sein Engagement für den Umweltschutz begründet Prinz Charles mit seiner Verantwortung als Großvater: Er habe ganz einfach Angst, dass seine Enkel ihn eines Tages fragen würden: “Warum hast du nichts getan?”


„Ich dien“: Prince of Wales und Jang de Blannen

Das Wappen des Prince of Wales ist im Grunde genommen kein solches, denn das Wappenschild fehlt. Es ist ein Badge, das den Helm ziert. Trotzdem ist es auch aus Luxemburger Sicht interessant. Es besteht aus drei Straußenfedern und dem Spruch “Ich dien” (Ich diene). Was an und für sich schon außergewöhnlich ist, denn in der Regel zieren französische Zitate die britischen Wappen.

Es ist dasselbe Spruchband, das auch Johann von Luxemburg benutzte. Der fiel im Jahr 1346 in der Schlacht bei Crécy im Norden Frankreichs (Département Somme) beim Auftakt des 100-jährigen Krieges. Jang de Blannen hatte sich auf die Seite des französischen Königs Philippe VI geschlagen und kämpfte gegen die Truppen des britischen Königs Edward III. Als dessen Sohn, Edward of Woodstock (später bekannt als “The Black Prince”), Prince of Wales, nach dem Sieg die Leiche Johanns sah, war er der Legende nach derart vom Mut des trotz seiner Erblindung in die Schlacht gezogenen Königs von Luxemburg beeindruckt, dass er dessen Wahlspruch “Ich dien” in sein Wappen übernahm.

4 Kommentare

  1. Kommt ein König auf’s Arbeitsamt. Fragt ihn der Beamte:
    “Und was können sie denn noch außer regieren?”

    Kaiser,Könige,Herzöge und der Bundespräsident Deutschlands sind in unserer modernen Welt
    Ämter die eigentlich kein Mensch mehr braucht und viel Geld verschlingen. Und wenn dann noch
    die Erbfolge durch zähe Langlebigkeit oder Rücktrittsweigerung verzögert wird,dann kann man schon mal
    alt aussehen.

  2. Eigentlich müsste der schon längst in Rente sein, dieser ewige Thronnachfolger, der wahrscheinlich nie König werden wird. Und was hat er geleistet, was hat er der Gesellschaft gebracht? Er hat nur Geld gekostet, viel Geld, Steuergelder. Darüberhinaus stellt sich die berechtigte Frage, ob er überhaupt regieren kann! Es muss doch einen Grund geben, weshalb seine Mutti noch nicht abgedankt hat obschon die Krone von Jahr zu Jahr immer mehr auf ihr königliches Haupt drückt.

  3. Daat Gedeessems do waat den Steierzueler eng deck Staang
    Geld kascht,soll schon’s laang aus der Welt geschaaft sinn.
    An desem Joerhonnert miss daat nett onbedengt nach sinn.
    Anscheinend ass daat der dooten Geselllschaft alles egal,ob schons
    se alleguer am leschte Lach peifen.
    Keen Wonner dass Bevölkerung iwerall emmer méi onzefridden gött.

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