Bequem von der Couch aus online shoppen und dabei die Umwelt schonen? Eine junge Familie aus Luxemburg will jetzt mit ihrer Verkaufsplattform für „Zero Waste“ (null Abfall) im virtuellen Einkaufswagen und im Alltagsleben ihrer Kunden sorgen. Daisy Schengen fragte bei den Start-up-Gründern nach, wie genau das gehen soll.

„Zwoice“ – so heißt der neue Online-Marktplatz, dessen Name eine Verschmelzung aus den englischen Begriffen „Zero Waste“ und „Choice“ darstellt und für „müllfreie Wahl“ steht, erklärt Aniko Antalowa, die die Plattform gemeinsam mit ihrem Mann Philippe Prunneaux gegründet hat. Von der Haarseife über Reinigungsprodukte bis hin zum Schmuck – wer seine Artikel auf „Zwoice“ verkaufen will, muss strenge Kriterien erfüllen. Die Produkte müssen ethisch und nachhaltig hergestellt sind. Die Ausgangstoffe sollen natürlich und bio sein.

Hohe Normen unter dem Motto „Zero Waste“ gelten auch für die Pakete. „Jeder Händler, der seine Waren über unseren Marktplatz vertreibt, muss für den Versand seines Produktes an den Endkunden so wenig Verpackungsmaterial wie möglich benutzen, das ohne Plastik auskommt und biologisch abbaubar ist“, erklärt Prunneaux. So will das Paar riesige Verpackungsmüllmengen und dadurch entstehende negative Auswirkungen auf die Umwelt vermeiden. Der Umweltschutzgedanke zieht sich bei „Zwoice“ sogar bis zur Energie, die zum Betreiben der Plattform genutzt wird – nach eigenen Angaben kommt sie aus 100 Prozent erneuerbaren Quellen.

„Zero Waste“-Alltag

Was Aniko Antalowa und Philippe Prunneaux den Händlern auf „Zwoice“ vorschreiben, ist kein spontaner Einfall. Der frühere Finanzfachmann und die ehemalige Apple-Analystin kamen vor neun Jahren aus beruflichen Gründen nach Luxemburg. In ihrem Alltag befolgen sie den „Zero Waste“-Lebensstil. „Wir haben schon immer auf Naturschutz geachtet, versuchen Verwertbares wiederzuverwenden, werfen unseren Müll nicht egal wo hin“, führt Prunneaux aus.

Der entscheidende Anstoß dafür, den „Zero Waste“-Alltag zu leben, „Zwoice“ zu gründen und damit seinen Lebensunterhalt zu verdienen, war die Geburt ihres kleinen Sohnes 2016. Wie alle Eltern wollten die beiden ihm nur das Beste bieten. Dazu gehöre auch ein Leben ohne Verschwendung und Produktion von unnötigem Abfall.

Dabei hat das Paar bemerkt, dass es nicht einfach ist, umweltschonende Produkte zu finden, die sich für den Familienalltag eignen. „Unserer Meinung nach sollten solche Produkte die Regel und nicht die Ausnahme sein“, ist der junge Vater überzeugt.
Seit dem 1. März 2019 ist „Zwoice“ nun online. Wie zufrieden sind beide mit dem Start? Der Franzose und die Slowakin, die seit rund neun Jahren in Luxemburg leben und arbeiten, sind mehr als begeistert: „Wir sind sehr glücklich! Mit den bereits bestellten Waren über unsere Plattform konnten wir die Produktion von mindestens zwei Seifenschalen aus Plastik, von mehr als 1.000 Wattestäbchen, über 1.000 Papiertaschentüchern, einem Messer mit Plastikgriff, mehr als 100 Plastikstrohhalmen und über 100 Geschirrspülschwämmen verhindern“, erklärt Philippe Prunneaux. „Das ist unser Beitrag – der Tropfen im großen Ozean, um den Planeten zu retten.“

2 Kommentare

  1. Wir (Ehepaar, 36 Jahre verheiratet) haben schon vor von Anfang an jeden Müll getrennt, resp. vermieden so weit das möglich war. Aber wir haben NICHT davon geredet. Der Erfolg dieses Paares ist übrigens umwerfend, konnte doch bereits die Herstellung von 2 (zwei) Seifenschalen und 1 (einem) Messer mit Plastikgriff vermieden werden.Schuldig bleiben sie aber die Erklärung, aus welchem Material die Seifenschalen resp. das Messer jetzt bestehen. Wahrscheinlich aus Metall, so dass deren Herstellung ein Vielfaches an Aufwand/Energie usw. erfordert als das Plastik-Material ? Nichts ist zu schlecht um nicht noch Geld daraus zu machen.

  2. Vollkommen richtig @ Sophie. Statt bequem von der Couch aus online zu shoppen, wäre es besser, den Allerwertesten zu heben und Eigenverantwortung zu übernehmen. Es geht auch anders. Mülltrennung ist keine Hexerei und das kann jeder. Dazu ist nur etwas guten Willen und Disziplin verlangt. Das fängt bereits beim Einkaufen an.

Kommentieren Sie den Artikel


Please enter your comment!
Please enter your name here