Plastikmüll steht für die rücksichtslose Umweltzerstörung durch den Menschen wie kein anderes Abfallprodukt. Die Luxemburger Regierung versucht mit verschiedenen Maßnahmen gegen den Einsatz von Einwegkunststoff anzugehen. Ein Überblick.

Verendete Walen mit riesigen Plastikklumpen im Magen, Schildkröten, die sich in Sixpack-Ringen aus Kunststoff verheddern, eine Plastikinsel, die sogar vom Weltraum aus sichtbar ist: Alles Bilder, die sich ins kollektive Gedächtnis eingebrannt haben. Plastikmüll wurde zu einem Symbol für die menschengemachte Umweltverschmutzung. Nicht unbedingt zu Unrecht, denn viele Kunststoffe sind extrem langlebig, unempfindlich gegen Umwelteinflüsse und werden wegen der geringen Produktionskosten massenhaft eingesetzt. Mit dem Resultat, dass die Erde förmlich mit Plastik überschwemmt wird.

Um dagegen vorzugehen, hat die Luxemburger Regierung Maßnahmen getroffen. Ein Grundpfeiler der Abfallvermeidung ist der Einsatz von Mehrweglösungen und der Verzicht auf Einwegverpackungen. In einer parlamentarischen Anfrage wollen die CSV-Abgeordneten Françoise Hetto-Gaasch, Octavie Modert und Léon Gloden von der Umweltministerin Carole Dieschbourg (“déi gréng”) wissen, welche konkreten Maßnahmen die Regierung trifft.

2004 wurde der “Eco-Sac” eingeführt. Die stabilen Tüten in zwei verschiedenen Größen gibt es in Supermärkten und Geschäften als Alternative zu den Einwegplastiktüten. Sie kosten weniger als 1 Euro und können, wenn sie kaputt sind, gegen einen unbeschädigten “Eco-Sac” eingetauscht werden. Seit der Einführung der Mehrwegtüte konnten 4.891,5 Tonnen an Plastik eingespart werden. Das entspricht 560 Millionen Einwegtüten.

Kampf gegen den Plastikbecher

Im Gastronomiesektor wurde 2018 die Ecobox eingeführt. Bereits 60 Restaurants und viele Kantinen benutzen die grünen Mehrwegbehälter aus Polybutylenterephthalat (PBT), um nicht mehr auf Einweg-Doggybags angewiesen zu sein. Gegen eine Pfandgebühr von 5 Euro können Kunden ihre Essensreste in der verschließbaren Schüssel mit nach Hause nehmen. Die Ecoboxen können anschließend gespült und wieder benutzt werden. So soll nicht nur Lebensmittelverschwendung, sondern auch unnötiger Plastikmüll vermieden werden.

53 Luxemburger Betriebe haben sich der Initiative “Zero Single Use Plastic Strategy” angeschlossen und sagen dem Einsatz von Einwegplastik den Kampf an. Eine andere konkrete Maßnahme ist das Cup-System oder sogenannte Spülwagen. Dabei handelt es sich um Hartplastikbecher, die immer wieder gespült und erneut verwendet werden können. Der Einsatz solcher Mehrwegbecher auf Festivals und Veranstaltungen sollen den Plastikmüll vermindern. Auch die “Fédération luxembourgeoise de marche populaire” (FLMP) will in Zukunft auf Mehrwegbecher setzen.

Ganz aktuell ist die Kritik an verpacktem Obst und Gemüse. Hier will die Regierung untersuchen, welche rechtlichen Maßnahmen ergriffen werden können, um den Einsatz von Plastikverpackungen zu reduzieren. Die Regierung führe zurzeit auch Hausmüllanalysen durch. Man will herausfinden, wie viel Müll sich vermeiden ließe und welche Abfälle getrennt gesammelt werden könnten, um recycelt zu werden, erklärt die Umweltministerin in der Antwort auf die parlamentarische Anfrage.

10 Kommentare

  1. Lob für die Luxemburger Regierung und die Bürger die recykeln und nicht durch’s Autofenster entsorgen.
    Aber die Müllinseln im Pazifik stammen leider nicht aus Luxemburg.Da bleibt noch viel Aufklärungsarbeit in Ländern die noch nichts von der Umwelt gehört haben.

    • Wann een so’u Reportagen aus Afrika, Asien an Sued-Amerika geseit, ass do ganz vill ze dinn !

      Ordnung an Propretei’t
      brengt Liewensqualite’it !

  2. Liegen unsere Strände wirkllich voll mit Plastimüll? Wieviele Wale wurden hier schon gesichtet mit Plastik im Magen. Wale sollte man in Luxemburg nicht mit Wahlen verwechsen. Das nach jeder Wahlversammlung, egal von welcher Partei der Plastikmüll sich anhäuft, das glaube ich eher. Und deshalb schnell eine Steuer auf Plastikmüll, die sofort auf die Privathaushalte abgewälzt wird.

  3. Wann ech properen Verpaackungsplastik an den Recycling Center brengen, get deen do aussortei’ert fir an der SIDOR verbrannt ze ginn !! ?? Ass daat d’Ziel vum Recycling ?

  4. Vermeiden bedeutet doch nicht Plastik durch Plastik zu ersetzen à la ECO-Sac oder Hartplastikbecher. Kommt hinzu dass in unseren Meeren neben Verpackungsmüll auch Microplastik aus Kosmetikartikeln und Kleidung zu finden ist. Es bleibt viel zu tun!

  5. Mikroplastik auch angeblich in der Mosel, sagt GreenPeace! Leute was macht ihr denn? Ich recycle wie ein Bekloppter und ihr schmeißt alles verdünnt in die Mosel, das geht gar nicht. Ich brauche meine gebake Fësch um Märtchen. 🙁

    • @ Grober J-P. Mikroplastik macht alles geschmeidiger was wir so zur Pflege brauchen: Frisur-Gel, Dusch-Gel, Zahnpasta, Kleber für künstliches Gebiss, alle oder fast alle Cremes, für welche Zwecke auch immer.
      Mikroplastik kann man nicht EINSAMMELN: abspülen und ab in die Kläranlage, weiter in die Gewässer. Fische, Garnelen und Krabben sehen auch den Mikroplastik nicht wenn sie nach ihrer natürlichen Nahrung schnappen.
      Weil wir der Kosmetikindustrie nichts vorschreiben können, sammeln wir halt mit Trara Trinkhalme aus Plastik und dito Becher. Ich recycliere auch, z.B. den Plastik rungum Bio-Gemüse, der dieses Gemüse vor einer Berührung mit non-bio Gemüse schützen soll. Verréckt.

  6. Scho bal pervers, wann hei Kommentairen hei behaapten, de Plastik am Miër kéim aus Asien. Europa recycléiert manner wéi 30% vum verbrauchte Plastik laut EU Statistik – Lëtzebuerg ass gudden zweeten am Plastiksoffall pro Persoun) E groussen Deel gëtt guer net verbrannt, mee gëtt mee mat Schëffer an Asien verfracht, fir do ënner fräiem Himmel op Deponien ze landen, resp. lannt am Mier. Elo wou no a no China, Indien etc den Import vu Plastikmüll verbidden, gi mer endlech gewuer wat d’Pond Plastik kascht.

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