E-Autos werden in Luxemburg immer beliebter. Das dürfte Verkehrsminister François Bausch („déi gréng“) freuen. Doch ob das von ihm postulierte Ziel von 40.000 E-Autos bis zum Jahr 2020 erreicht werden kann, ist mehr als fraglich.

549 Neuanmeldungen von E-Autos gab es in den ersten sechs Monaten 2019. Dazu kommen 376 Plug-in-Hybride und 1.050 Hybride. Die Elektromobilität scheint beim Luxemburger Autokäufer an Beliebtheit zu gewinnen, denn die Nachfrage steigt stark: Die Zahl der Neuanmeldungen lag bereits in den ersten sechs Monaten des Jahres höher als im gesamten vergangenen Jahr. 2018 wurden nämlich insgesamt nur 430 E-Autos neu angemeldet. Über diese Nachricht zeigt sich François Bausch in seiner parlamentarischen Antwort auch erfreut.

Den Anstieg bei den Neuanmeldungen führt der Minister auch auf die Fördermaßnahme der Regierung zurück. Die gilt für alle ab 2019 neu registrierten Autos. Es gibt es noch keine konkreten Zahlen, wie viele Prämien dieses Jahr ausgezahlt werden. Denn die Autos müssen mindestens sieben Monate auf den in Luxemburg ansässigen Halter angemeldet sein. Aber: Eine Tendenz zeichnet sich laut Bausch schon jetzt ab. Deswegen wurde entschieden, dass die Finanzhilfe über den 31. Dezember 2019 hinaus verlängert wird.

Den Käufern winken Prämien

Für Autos und Kleinlaster, die zu 100 Prozent elektrisch unterwegs sind, gibt es einen Zuschuss von 5.000 Euro. 2.500 Euro sind es für Plug-in-Hybride und Vans mit CO2-Emissionen von weniger als 50 Gramm pro Kilometer. Motorräder, Quads und Mopeds können mit bis zu 500 Euro gefördert werden. Außerdem können auch Fahrradfahrer Finanzhilfen in Anspruch nehmen. 2019 sind bisher schon 1.775 Anfragen für finanzielle Unterstützung für Fahrräder oder E-Räder im Verkehrsministerium eingegangen. Davon wurden fast 1.300 bewilligt.

In einem Interview im Jahr 2017 bestätigte François Bausch gegenüber dem Tageblatt, dass 20 Prozent der privaten Autoflotte in Luxemburg bis zum Jahr 2020 mit Elektro-Technik fahren sollen. Das wären etwas mehr als 40.000 E-, Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Autos. Am 1. Januar 2019 waren in Luxemburg 1.036 E-Autos und 1.758 Hybrid-Autos angemeldet. Rechnet man die Neuanmeldungen dieses Jahres hinzu, müssten bis 2020 also 37.000 weitere Autos mit Elektromotor angemeldet werden – rechnerisch ist Bauschs Ziel zwar noch zu erreichen, doch ob es tatsächlich dazu kommt, ist aber fraglich.

Wunschdenken

Dass die Elektromobilität nicht den durchschlagenden Erfolg feiert, der vielen Gegnern von fossilen Brennstoffen vorschwebt, liegt auch an den Nachteilen, die immer noch nicht von der Hand zu weisen sind. Ungewissheit wegen der tatsächlichen Schadstoffbilanz bei der Produktion, die umstrittene Herkunft von grundlegenden Ressourcen, die teureren Preise der E- und Hybrid-Autos selbst sowie der Ladestationen für Privatpersonen, die geringe Reichweite … die Liste der Kritikpunkte ist lang. 

Eine weitere Alternative zu Benzin und Diesel wird in Luxemburg nur auf dem Papier gefördert. „Wasserstoffautos stoßen lokal keine Emissionen aus, sie können schnell betankt werden – und ihre Reichweite ist relativ hoch“, erklärte ein Mitarbeiter des Nachhaltigkeitsministeriums gegenüber dem Tageblatt bereits 2017. Doch bisher ist weder ein Wasserstoffauto in Luxemburg angemeldet, noch gibt es die dazu passende Tankstelle. Außerdem ist es eine sehr teure Technologie: Für den Mittelklasse-Wasserstoff-Stromer Toyota Mirai müssen Kunden satte 80.000 Euro auf den Tisch legen.

34 Kommentare

  1. Hyundai ist um 10000 E billiger. Wenn mal in die Infrastruktur investiert würde, kämen auch andere Hersteller dazu. Den Toyota gibt es schon ab 65000. Honda ab 60000. Ist schon bemerkenswert, dass Innovationen aus dem fernen Osten kommen. Steige bei H2 ein wenn mein alter Diesel mit Eselantrieb nicht mehr will und wenn ich eventuell Zuschuss vom Staat bekomme.

  2. Die meisten der neu angemeldeten Elektroautos sind Zweitwagen, die Gutbetuchte angemeldet haben. Sie haben aber ihren dicken Diesel oder Benziner behalten. Bauschs wirre Vision bringt nichts außer, dass noch mehr Autos angemeldet werden.

      • Här Bunnert, de Bausch mecht sech aus dem Steps wann hien mat sengem Unfug ferdeg as, mir kreien Steiererheigung ob Allesmeigleg fir seng Spillereien ze finanzeieren. Dir bezuelt elo schon Steieren fir dem Noper sein Tesla, den hien sech selwer kafen kennt, an d ´E Bikes di an der Garage stin fir seng Kanner, dei awer leiwer mam GTI an d´Schoul fueren.

  3. ich denke es liegt auch daran, daß die interessanten Batterie Autos erst 2020 bis 2021 auf den Markt kommen. Es gibt sehr viele Studien von fast allen Marken, aber im Angebot haben nur die wenigsten Hersteller bezahlbare Fahrzeuge.
    Ich hoffe dennoch, daß sich dies bis 2022 ändern wird.

    • Wann der wierklech Eppes fir d’Emwelt wellt machen, dann fuhrt mat erem aalen Auto so’u laang wei’ et geet. Ob jiddefall spuurt een dann d’Pollutio’un an den CO2 deen bei der Hierstellung vun engem nei’en Auto entsteht.

      Mat engem Diesel kennt der haut 150 000km fuhren fir di selwescht Pollution (Hiirstellung an Betrieb vun 150 000km) vun Elektro an Diesel/Bensinn !

    • Bezahlbar UND reichweitenmässig auch brauchbar. Mein Diesel läuft bis zu 850km mit einer 65l Tankfüllung. Wenn der E das auch kann, kaufe ich.

  4. Wann d’nächst Joer d’Verbrenner mussen 20€ Entrée fir an d’Stad bezuelen an d’E-Autoe näischt, da geet dat ruckizucki, wäert der gesinn.

  5. Dann sollten doch mal die Politiker mit gutem Beispiel voran gehen und nicht mit Benzinfressern à la RR, X5, X6 oder Q5 die mehr als 4 Liter Motoren haben durch die Gegend fahren, es ist einfach dem Auto fahrenden Volk Ratschläge zu geben die man selber nicht einhält.
    Politiker haben schon immer die Wahrheit zu ihren Gunsten verdreht siehe Felix Braz ” das sogenannte Framing-Sandwich “, wenn es Menschen mit Ehre wären würden sie auch Fehler zugeben.

    • Wat de Bausch wëllt a wat séin Ziel ass, ass eppes ânescht wéi dât wat d’Bierger machen. Deen inkompetenten Mann soll, wéi schon oft geschriwen, sech diskret zerëckzéien.

  6. ich habe in den deutschen medien gelesen, dass ein austausch von einer E-batterie bis zu 17.ooo euros kosten kann. ich fahre weiter diesel oder benzin.

  7. Niemals werde ich mir so ein Auto-surrogat zulegen.
    Jeder der mir beibringen will dass leere Züge, leere Trambahnen und leere Busse oekologisch sinnvoll sind hat ein Problem. Mit den grünen Parteien wird es geschehen wie mit einer ähnlich radikalen aber brauneren Partei. Von Null auf Hundert, und wenn es sich herausstellt dass alles nur Träumerei war dann bezahlt die Allgemeinheit die ganze Rechnung.

  8. Naja, wenn es nicht mit Lockmitteln klappt, wird es dann bald den Zwang und die Verbote geben. Und “Vision zéro” ist ja auch klar. Das Ziel ist, den Privatverkehr ganz abzuschaffen. Wer grün wählt, verschrottet sein Auto selbst. Avis aux amateurs!

  9. Deen eenzegen Auto deen ech géif kaafen ass een Auto mat Wasserstoffantrieb (H2) wou een wéi haut kann tanke goen an dann och sécher ass mindestens +- 500 km fueren ze kennen an dat onofhängeg vum Klima. Mä hei zu Letzebuerg gett et jo nach kéng H2 Tankstell well alles op Elektro gesat gett mä dat ass ménger Meenung falsch. Elektro ass nemme gutt fir déi kléng Autoen op der Kuerzstreck.

  10. Erdgasautos haben sich auch nicht verbreitet! Wasserstoff ist der richtige Weg! Zuerst will man noch mit reinen E Autos Geld verdienen und irrsinnige über 2 Tonnen Panzer auf die Straßen lassen.Zuletzt kommt vielleicht die richtige Technik wenn das Tankstellennetz vorhanden ist.

    • Alle Gasautos haben Tiefgaragen- und meist auch Parkhausverbot. Huckepacktransport durch Tunnels geht meist auch nicht und Fährschiffe nehmen auch oft keine mit. In meine private Garage im Haus würde ich auch keine potentielle Bombe stellen, Wasserstoff explodiert spektakulär, schon bei Spuren in Luft. Übrigens auch kein E-Mobil mit Schnelllader, dessen Akku mal überhitzen und einen Brand auslösen kann. Flüssige Treibstoffe sind sicher.

  11. Ech froen mech ween alles an der Regierung Aktien an den Lithium Batterien huet dass den Bierger an dei Richtung manipuleiert get sech een Elektroauto ze kafen well dei jo esou emweltfrendlech sin. D’Batterien elleng sin schon vill mei schiedlech wei den Diesel oder Benzin. An dann könnt och nach dobài dass een Stroum bräuch fir dei Batterien ze lueden. Vun wou könnt deen hier (Cattenom?)

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