Luxemburgs älteste Dampflok ist zurück auf den Gleisen von Train 1900. Die Lokomotive wurde vier Jahre lang und unter großem Aufwand in Thüringen instand gesetzt. 

Sie wurde 1891 im Straßburger Stadtteil Grafenstaden von der “Elsässischen Maschinenbaugesellschaft” (EMBG) gebaut und gehört dem staatlichen Denkmalschutzamt SSMN, wird aber von der Dampfmuseumsbahn Train 1900 aus dem Fond-de-Gras betrieben. Sie stand einst bei den “Reichseisenbahnen in Elsass-Lothringen” (EL) bzw. deren Nachfolgegesellschaft “Réseau Alsace Lorraine” (AL) im Einsatz. Die dreiachsige Maschine trug die Betriebsnummer 6114 und ist vom Typ “elsässische T3”.

Dampfloks müssen alle fünf Jahre einer Generalrevision unterzogen werden, während der unter anderem der Dampfkessel auf seine weitere Tauglichkeit überprüft wird. Die jüngste Hauptuntersuchung der T3 erwies sich als etwas komplizierter als gewohnt: Die Lok verbrachte in der Tat viereinhalb Jahre im thüringischen Dampflokwerk Meiningen (DLW) der Deutschen Bahn.

Ein Teil der Arbeiten wurde aber von den freiwilligen Museumsbahnern des Train 1900 im Atelier Fond-de-Gras erledigt, während sich die Firma “Constructions métalliques Arendt” aus Colmar-Berg um die Neuanfertigung von Teilen des Rahmens und des Wasserkastens kümmerte. Am 1. Januar nun fuhr die AL T3 ihren ersten Personenzug seit geraumer Zeit: Es handelte sich um den traditionellen Neujahrszug, den der Train 1900 alljährlich für seine aktiven Mitglieder organisiert. Mit einem im Fond-de-Gras restaurierten Erstklasswagen der belgischen Staatsbahn SNCB am Haken zeigte die elsässische Veteranin auf der Steigung von Petingen nach “Fuussbësch” – die mit 23 Promille die stärkste auf dem gesamten Luxemburger Normalspurnetz ist –, dass sie trotz ihrer 128 Jahre nach wie vor mächtig Dampf machen kann.

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