Mitte Juli schlug die Nachricht wie eine Bombe ein. Die belgische “Groupe Lamy” wird für 50 Millionen Euro ein Feriendorf an den beiden Seen in Weiswampach bauen. Hotel mit 70 Zimmern, Ferienchalets, Funpark, Wasserski, “Cable”-Park, Spielinsel auf dem See – die Pläne lassen keine Wünsche offen. Der privat organisierte Widerstand gegen das Projekt feiert hingegen derzeit auf sozialen Kanälen das “vorläufige Aus”.

Im September 2018 sollten die Bagger anrollen. Daraus wird nichts werden. Eine frohe Botschaft kursiert seit 18. August auf Facebook: “Tourismusprojekt vorläufig gestoppt”, heißt es im Titel. Ein Ehepaar aus Ulflingen hatte an Arbeitsminister Nicolas Schmit und das Umweltministerium geschrieben und Bedenken geltend gemacht. Ökologische Konsequenzen und nicht im Sinne des Allgemeinwohls, das waren die Hauptargumente gegen das Projekt, das die Regierung, namentlich das Wirtschaftsministerium, mit zehn Millionen Euro unterstützen will. Auf den Brief des Ehepaares Hollerich-Meyer vom 24. Juli dieses Jahres gab es Reaktionen.

Nicolas Schmit schaltete die “Inspection du travail et des mines” (ITM) ein. Diese ließ den Minister in einer Antwort wissen, dass das Projekt Genehmigungen des Arbeits- und des Umweltministeriums bedarf – die bisher nicht vorliegen: Es wurden keine beantragt. Und die ITM ließ wissen, würde dort ohne Genehmigungen mit dem Bau begonnen, fallen Strafen an. ITM-Chef Marco Boly persönlich hat die Antwort unterschrieben, die der Redaktion vorliegt. Auf der Gemeinde weiß man darum. “Das Dossier für die Kommodo-Inkommodo-Prozedur liegt bei einem Ingenieurbüro und wird erst ausgearbeitet”, sagt Henri Rinnen (DP), Bürgermeister von Weiswampach, auf Anfrage.

Das Umweltministerium wiederum schreibt in seiner Antwort an das Ehepaar, dass nach dessen Auslegungen in dem Brief das Projekt unter das Gesetz vom 15. Mai 2018 fällt, was eine “évaluation des incidences de l’environnement” (EIE) erfordert. “(…) le projet est susceptible de tomber sous le champ d’application de la loi du 15. mai 2018 (…)”, schreibt Claude Turmes vor zwei Wochen, am 8. August. “Braucht es nicht”, sagt Bürgermeister Henri Rinnen und legt seinerseits auf Anfrage ein Schreiben der Umweltverwaltung vom 3. Juli 2017 vor.

Die Gemeinde hatte nachgefragt, was getan werden muss. In der Antwort befindet das “Ministère du Développement durable et des Infrastructures” (MDDI) in einem Schreiben an die Kommune, dass für das Projekt keine Umweltverträglichkeitsprüfung (EIE) nötig sei, sondern lediglich eine strategische Umweltprüfung im Rahmen des PAG. “So weit sind wir noch nicht”, sagt Rinnen, “die Nummerierung und ordentliche Eintragung der betroffenen Parzellen liegt noch beim Katasteramt”. “A voir” also.

Auf weitere Details des Zwists um das Projekt – eine Bürgeriniative ist in Gründung – kommen wir in unserer Mittwochsausgabe zurück.

3 Kommentare

  1. Hat Luxemburg denn noch irgendwo Platz wo gebaggert werden kann,oder besser,wo noch nicht gebaggert worden ist? Nur zu. Was Spaß macht ist erlaubt.

  2. Die zing Millionen Euro sollen mol investeiert gin fir datt eis Gewässer mol eng aner Farf kreien wie gring. Et as een Trauerspiel, all Joer daat selwicht hei am Land. Ech fueren op de Lac de Madine, eng 100km vun hei an do as propert Wasser, Natur puer,an et kan een nach vill mei do machen, et as nit privatiseiert. Wu as hei de Problem deen verheemlecht ged? Aset den Piff oder Klaeranlagen die nit fonktioneieren an nit CE Konform sin ? Et waer mol un der Zeit Kloertext ze schwaetzen.

    • Och an Däitschland ginn et Wasserschutzgebieter.Do däerf am ganzen Ëmkrees net gedüngt oder gesprëtzt ginn.Algen kommen duerch héich Temperaturen an Phosphatgehalt zustaan. Zu Lëtzebuerg ass déi klengste Baach versaut.Eist Monument National ,den Sch…ssentümpel am Mëllerdall huet am Summer oft bronge Schaum ze bidden fir dem Hollänner seng Vakanzefoto,d’Sauer kritt zu Ettelbréck den Doudesstouss wann eis Uelzecht duerech d’Wisen sténkt,etc,etc….
      An och do huet wuel d’CSV 50 Joer dat gemaach wat se am beschte kann. Näischt.

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