Im November 2016 wurden binnen weniger Tage in Leudelingen und in Strassen/Bridel die Leichen einer Frau und eines Mannes gefunden, die gewaltsam ums Leben gekommen waren. Seit Dienstag müssen sich zwei Männer vor der Kriminalkammer Luxemburg wegen dieser Morde verantworten.

Anfang November 2016 wurde in einem Waldstück beim “Schléiwenhaff” in Leudelingen eine männliche Leiche gefunden. Einige Tage später wurde beim “Fräiheetsbam” in Strassen/Bridel eine weibliche Leiche entdeckt. Beide waren durch einen Kopfschuss zu Tode gekommen. Bei der Frau handelt es sich um die damals 27 Jahre alte Rumänin Florentina Ene, von der es heißt, dass sie als Prostituierte gearbeitet hat. Der Mann, Christopher Okeke, damals 36 Jahre alt, war in der Luxemburger Drogenszene bekannt.

Dass beide Morde miteinander in Verbindung gebracht werden, liegt am Hauptangeklagten L.K. (36 Jahre), der bei einer Befragung zu einem der Fälle selbst den zweiten Fall mit ins Spiel gebracht und den zweiten Beschuldigten A.S. (24 Jahre) belastet hat. Dass L.K. überhaupt festgenommen werden konnte, lag an der minutiösen Arbeit mehrerer Polizeieinheiten und einem Zeugenaufruf, wie die Staatsanwaltschaft damals mitteilte.

Aussagen von Experten

Gestern Morgen hat nun vor der Kriminalkammer der Prozess gegen die beiden begonnen, wobei nur der erste Mord den beiden Angeklagten vorgeworfen wird, während L.K. sich für die zwei Taten verantworten muss. Auf Nachfrage der Richterin gab L.K. an, bei der ersten Tat dabei gewesen zu sein, von der zweiten wüsste er nichts. Der zweite Beschuldigte A.S. weist hingegen jede Form der Beteiligung an beiden Morden von sich.

Zum Auftakt des Prozesses kam der Gerichtsmediziner zu Wort, der die Art der Verletzungen der beiden Mordopfer erläuterte und darauf hinwies, dass beide durch einen aufgesetzten Kopfschuss zu Tode kamen. Die Expertin für DNA-Spuren schilderte ausführlich, wo wessen genetische Spuren gefunden wurden, auf Kleidern und im Auto zum Beispiel. In beiden Fällen seien Spuren vom ersten Angeklagten L.K. mit dabei. DNA-Spuren vom zweiten mutmaßlichen Täter A.S. seien nicht dabei gewesen.
Während der Schilderungen der Experten saßen die beiden Männer hinter einer Absperrung auf einer Bank, gut zwei Meter voneinander entfernt. Sie hörten den Ausführungen zu. Nervös wirkte keiner von beiden.

Weitere Experten und Zeugen sind vorgeladen. Bis zum 25. Oktober sind noch elf Sitzungen in diesem Prozess angesetzt.

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