Der Sommer hat noch einmal Einzug gehalten an der Luxemburger Mosel, rechtzeitig zur 69. Auflage des “Drauwen- a Wäifest” in Grevenmacher. Mehr als 20.000 Besucher machten dem aufstrebenden Moselstädtchen am Wochenende ihre Aufwartung, feierten ausgelassen in geselliger Runde und genossen die auserlesenen Weine der heimischen Winzerschaft.

Von unserem Korrespondenten Herbert Becker

Eröffnet wurde die diesjährige Auflage am Freitag im “Centre culturel” mit der feierlichen Krönung der neuen Weinkönigin Sophie Schons, die, begleitet von ihren Prinzessinnen Jessica, Lee, Zoé und Loredana, in ihr Amt eingeführt wurde.

Das Opening am Samstag galt der Aufnahme der scheidenden Weinkönigin Jana Steinbach in die ehrenwerte “Confrérie St. Cunibert”. Viel Volk war schon am frühen Samstagabend unterwegs, galt es doch, der populären Showband-Parade auf dem Platz beim Kulturzentrum beizuwohnen. Beeindruckende Klangkörper präsentierten sich den Besuchern und den anwesenden Weinhoheiten, darunter auch zum ersten Mal eine Weinkönigin aus den Niederlanden. Gerade die Show- und Drumbands aus Holland genießen weltweites Ansehen mit ihrem Können, spektakuläre Choreografien und Showeinlagen prägten die Darbietungen. Weinkönigin Sophie wurde von den “Roepoepers” gar ins Programm eingebunden, sehr zur Erheiterung des Publikums.

Mit klassischen deutschen und französischen Märschen wartete der Spielmanns- und Fanfarenzug aus dem hessischen Rückers auf. Highlight der Parade war jedoch das “Jubal Drum & Bugle Corps” aus Dordrecht (NL). Der amtierende Europameister und WM-Teilnehmer war mit 60 Aktiven und einem 40-Tonnen-Truck voller Equipment ins Großherzogtum angereist und setzte mit seiner Show außergewöhnliche Akzente.

“Wine Spirits” am Nachthimmel

Mit großer Vorfreude erwartet wurde das weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Feuerwerk. Zigtausende säumten das Moselufer, als der Präsident des Festkomitees, Paul H. Lorenz, um 22.00 Uhr “Feuer frei” zum viel umjubelten Himmelsspektakel unter dem Motto “Wine Spirits” meldete. Viele nutzten dabei auch die Gelegenheit, das Spektakel an Bord des Flaggschiffs der Moselflotte “Marie-Astrid” während einer Tanzparty zu verfolgen. Der Geist des erlesenen Getränks stand für den Verlauf des weiteren Abends dann auch im Vordergrund des Geschehens, genießen die Weine und Crémants der heimischen Weinmacher doch ein sehr gutes Renomee.

Der finale Sonntag startete mit einer Marschparade und einem Konzertreigen auf der “Moartplaz”, auf dem “Schweinsmoart” sowie am “Prosteneck” mit zahlreichen Bands und Orchestern aus Luxemburg, Deutschland und den Niederlanden. Abermals hatten sich Tausende zum großen Folkloreumzug durch die Straßen der Moselmetropole unter dem Motto “Kondschafter um Tour” eingefunden. Selbstredend stand auch hierbei der Rebensaft im Fokus des Geschehens, begleitet von 44 Festwagen, Fußgruppen, darunter 17 Musikkapellen und Showbands aus der Großregion. Höhepunkt des Cortège: der festlich und üppig geschmückte Festwagen von Weinkönigin Sophie, die strahlend die Ovationen der Zuschauern entgegennahm. Zum Ausklang des Festes hatte das “Comité des fêtes” für abwechslungsreiche Animation in der ganzen Stadt Sorge getragen.

Grevenmacher hat einmal mehr eine viel beachtete Visitenkarte für den heimischen Wein und die landestypische Tradition abgegeben und Bewohner sowie die Gäste von nah und fern dürfen sicher jetzt schon der Jubiläumsauflage im nächsten Jahr entgegenfiebern.

1 Kommentar

  1. ” Kettche, Kettche, bréng mer nach e Pättchen ! “heisst es in einem einheimische Lied über den Rebensaft. Wenn es dann bei dem einen bliebe! In Massen genossen, soll Wein ja eine Medizin sein, zumindest nicht gesundheitsschädlich. Es soll Weinkenner geben, die um die halbe Welt reisen, um sich einen köstlichen Tropfen zu besorgen. ” In vino verita est “, sagt ein Sprichwort der alten Römer. Wenn dem so ist, dann prost! Aber auf die Menge achten sonst gilt ein anderes, luxemburger Sprichwort ” de Patt an Eieren, awer looss dech féieren ! ” Was unsere weinkundigen Mosellaner betrifft, so gilt ein anderes Proverb ” wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder !” So gesehen und in Massen genossen, ist der Wein zudem gesellschaftsfördernd.

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