Die Diskussion ist schon länger im Gang und wurde bisher von der Mehrheit im Gemeinderat gestoppt. Jetzt sind jedoch genug Stimmen zusammen, um das Referendum zur Frage des Wahlbezirks in Leudelingen abhalten zu können. Süden oder Zentrum, ist die Gretchenfrage.

Die Opposition drängt spätestens seit den letzten Kommunalwahlen darauf, den Wahlbezirk zu wechseln und die Bürger dazu zu befragen. Die Gemeinde Leudelingen gehört formell zum Süden des Landes, der Wechsel in den Wahlbezirk Zentrum ist naheliegend – nicht nur wegen der größeren geografischen Nähe. Zuletzt haben die Oppositionsräte, die sich in der Liste „Zesumme fir Leideleng“ vereinigt haben, einen Antrag auf Referendum in die Sitzung des Gemeinderates vom 19. Januar eingebracht. „Kein Thema“, war bislang die Haltung der Mehrheit im Gemeinderat um CSV-Bürgermeisterin Diane Bisenius-Feipel.

Dass Leudelingen besser im Wahlbezirk Zentrum aufgehoben sei, hatte die Opposition anhand der fünf Bereiche „Arbeit, Mobilität, Infrastruktur, Gemeindesyndikate und Polizei“ illustriert. „Das habe nichts mit den Wahlen zu tun“, argumentierte die Bürgermeisterin damals in der Sitzung. Die Opposition hat jedoch nicht lockergelassen und war fleißig. Sogar im Ausland lebende Studenten wurden kontaktiert, als sie zwischen dem 19. Januar und 27. Februar auf Unterschriftenfang in der Gemeinde unterwegs waren.

464 Unterschriften haben die vier Gemeinderäte, die sich in „Zesumme fir Leideleng“ vereinigt haben, gesammelt. 355 hätten sie nur gebraucht, das sind 25 Prozent der wahlberechtigen Leudelinger, wie es das Gesetz für Gemeinden mit weniger als 3.000 Einwohnern vorschreibt. Die Erfüllung der Voraussetzungen bestätigt der Gemeindesekretär in einer Mitteilung an den Gemeinderat am 28. Februar.

Wunschtermin steht

Geht es nach „Zesumme fir Leideleng“, soll die Wahl parallel zu den Europawahlen am 26. Mai stattfinden, wie es in einer Mitteilung vom 8. März heißt.

Dann sollen sie über die Frage „Souhaitez-vous que la Commune de Leudelange soit rattachée à la circonscription électorale du Centre?“ abstimmen. Ob es dabei bleibt, ist noch nicht entschieden. „Wenn das Referendum positiv ausfällt, sind wir die zweite Gemeinde nach Kopstal, die sich für einen Wechsel des Wahlbezirks ausspricht“, sagt Gemeinderat Lou Linster (26).

Der Ingenieur ist einer der Initiatoren des Referendums. „Dann müssen sich Regierung und Parlament der Frage stellen, ob die aktuelle Aufteilung noch zeitgemäß ist“, sagt er. Eines der Ziele haben sie jetzt schon erreicht. „Wir wollen die Diskussion darüber in Gang halten“, sagt Linster.

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