Katzencafés gibt es bereits seit einigen Jahren in größeren Städten. Das Konzept – Gäste können Katzen streicheln, während sie einen Kaffee oder Tee trinken – stammt eigentlich aus Taiwan und Japan. Nun gibt es solch ein Café auch in Luxemburg, genauer gesagt in der rue des Capucins in der Hauptstadt.

 

Schon von weitem ist zu sehen, wie die Schaulustigen durch das Fenster ins Innere des Cafés spähen. Gerade sitzt eine Katze auf der anderen Seite des Schaufensters und schaut sich Menschen an, die vorbeigehen. Zehn Katzen haben im „Chalon de thé“ ein neues Zuhause gefunden: Unter ihnen sind einige junge Kätzchen, eine Katze von fünf Jahren und zwei von zehn Jahren. „Dieses Konzept hat vor allem zwei Vorteile: Wir ermöglichen den Katzen ein besseres Leben und Menschen können hier entspannen und Katzen streicheln“, erklärt Geschäftsführer Mehdi Mimeche seine Vision eines Katzencafés. Vor fast einem Jahr haben er und seine Geschäftspartner bereits das erste „Chalon de thé“ in der französischen Stadt Metz eröffnet. Dass es nicht bei einem bleiben soll, war stets das Ziel.

Die Tiere bekommen sie von Vereinigungen und aus Tierheimen. Manchmal muss jemand sein Tier wegen einer Allergie abgeben und auch im Falle schlechter Tierhaltung kann eine Katze ein neues Zuhause im „Chalon de thé“ finden. Die Katzengeschwister Georges und Friday waren schlecht ernährt und sind in ihrem alten Zuhause vernachlässigt worden. Im Café liegen sie gemütlich auf der Couch und lassen sich von den anwesenden Kindern streicheln. In naher Zukunft möchte Mehdi noch zwei, drei weitere Katzen aufnehmen.

Kratzbäume und Klettermöglichkeiten

Im Café dreht sich alles um Katzen. Die Inneneinrichtung ist den Fellnasen angepasst: Kratzbäume stehen in den Ecken, auf den Wänden und an der Decke werden ihnen Klettermöglichkeiten geboten. Dort und im unteren Stockwerk können sich die Katzen zurückziehen, wenn ihnen der Trubel zu viel wird. Selbst die Gespräche drehen sich um die Katz: Besucher, die sich eigentlich nicht kennen, kommen über das Thema Katze ins Gespräch. Sie erzählen von ihren eigenen Fellnasen zu Hause. Eine Besucherin sagt: „Jeder, der selbst eine Katze besitzt, wird einmal hierherkommen.“

„Im ‘Chalon de thé’ sind nicht die Kunden, sondern die Katzen König“, erklärt Mehdi. Wer das Café betreten will, muss einige Regeln befolgen. Vorsicht ist bei dem Doppel-Türen-System geboten, damit keine Samtpfote entwischen kann. Dann besagt die Hausordnung, dass die Hände desinfiziert werden müssen: Dafür wurde ein Spender mit Desinfektionsmittel aufgestellt. Zudem ist es verboten, die Katzen hochzuheben. „Es gibt nun mal Tiere, die nicht gerne getragen werden. Und dann gibt es Menschen, die nicht wissen, wie eine Katze richtig hochgehoben wird.“ Diese Regeln gehören auch zu den Voraussetzungen, damit sie das Café eröffnen durften. Essen, das serviert wird, muss stets unter Glas oder hinter Vitrinen abgedeckt werden. Im Café selbst wird kein Essen hergestellt, das ‘Chalon de thé’ wird von einer Feinbäckerei in Bonneweg beliefert.

Gäste sollen sich wohlfühlen

Die Katzen müssen sich vor allem wohlfühlen, so Mehdi. Wenn sie eine Katze bekämen, die sich nicht mit anderen versteht, lieber Ausgang möchte oder zu viel Angst hat, würde sie an eine Familie weitervermittelt, erklärt er weiter. Seit etwas mehr als einer Woche hat das Café nun geöffnet. Am Mittwoch waren bereits morgens gegen 11 Uhr alle Tische belegt. „Es gab bisher keinen Tag, an dem wir nicht volles Haus hatten“, sagt Mehdi sichtlich stolz. Es kämen Tierliebhaber und Neugierige vorbei. „Heutzutage sind viele Menschen gestresst. Hier können sie abschalten.“ Während des Gesprächs wird er immer wieder von Gästen angesprochen, die ihm etwas über Katzen erzählen oder ein Foto von ihren Vierbeinern zeigen wollen. Mehdi bezeichnet sich selbst als Katzennarr. Er sei mit den Tieren aufgewachsen, sie faszinierten ihn, sagt Mehdi, als er gerade die Katze Friday auf dem Schoß streichelt.

Auf die Idee gekommen ist er, nachdem er beschlossen hat, künftig nur noch das zu machen, was er mag. Kurze Zeit später hat er ein Video über Katzencafés in Japan gesehen und sich daraufhin gedacht: „Warum gibt es das nicht bei uns? Ich würde mich sofort bewerben.“ Schließlich ging ihm ein Licht auf und die Idee, eine eigene „bar à chat“ zu eröffnen, wurde seinen Aussagen zufolge regelrecht zur „Obsession“. „Ich möchte bei Menschen Glück erzeugen. Die Gäste kommen mit einem Lächeln hierher und gehen entspannt wieder zur Tür heraus.“ In seiner Freizeit tanzt er und macht Musik. Vorher war der 35-Jährige Angestellter im öffentlichen Dienst und hatte viel im Bereich des Eventmanagments zu tun. „Ohne meine Geschäftspartner hätte ich das Ganze nicht auf die Beine stellen können.“ Insgesamt sind sie zu siebt. Einige arbeiten selbst in den Cafés, andere sind finanzielle Teilhaber. Für die Zukunft erhofft er sich, bald noch weitere „Chalon de thés“ eröffnen zu können. „Ich möchte die Welle des Glücks weiterverbreiten“, erzählt er mit einem Lächeln.

3 Kommentare

  1. Also,,ech hu selwer 9 Katzen, awer froen mech weisou daat erem an der Stadt Letzebuerg ass? Daat haet jo och keinten an enger anerer Uertschaft opgemach gin!!!

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