Die im Jahr 1952 errichtete Brücke der N7, beim Patton-Denkmal, am Eingang von Ettelbrück, soll einem Neubau weichen. Rund 15 Millionen Euro investiert der luxemburgische Staat in das Projekt. Am Mittwoch wurde im Gemeinderat von Erpeldingen an der Sauer ausgiebig über das Großprojekt diskutiert.

Von Olivier Halmes

Wie Bürgermeister Claude Gleis erläuterte, soll die neue Brücke im Rahmen des geplanten Ausbaus der Hauptverkehrsachse Diekirch-Ettelbrück als multimodaler Korridor dienen. Es handele sich hierbei um ein weiteres Teilstück eines Gesamtkonzeptes. Dieses hat die Verbesserung der Verkehrslage, die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs sowie die Förderung des sog. Langsamverkehrs in der „Nordstad“ als Ziel. Es sei u.a. vorgesehen, einen durchgehenden Buskorridor samt Radweg zwischen dem Schulcampus in der rue Merten, in Diekirch, und dem Ettelbrücker Bahnhof zu bauen. Im Herbst soll bereits mit den ersten Arbeiten in Ingeldorf, an der Ettelbrücker Straße, begonnen werden.

Das Projekt sieht zwei Busspuren in beiden Richtungen zwischen dem Kreisverkehr beim Einkaufszentrum Cactus (Ingeldorf) und dem Übergang „Walebroch“ (in Höhe des Schnellrestaurants McDonald’s) vor. Der verfügbare Straßenraum zwischen der Eisenbahnlinie und der Bebauung wird eine Breite von insgesamt 17,75 Metern haben. Links und rechts davon wird ein 3,25 Meter breiter Buskorridor entstehen. In der Mitte werden zwei 3,5 Meter breite Fahrbahnen für den Autoverkehr geschaffen. Entlang den Wohnhäusern, den Tankstellen und dem Einkaufszentrum ist ein 3,5 Meter breiter Fahrrad- und Fußgängerweg geplant.

Außerdem sollen die vier Bushaltestellen sicherheitstechnisch angepasst werden und an den beiden Zebrastreifen werden Ampeln installiert. Die Arbeiten werden im Auftrag der Straßenbauverwaltung durchgeführt. Als Kostenpunkt sind rund sechs Millionen Euro für das 1.765 Meter lange erste Teilstück veranschlagt worden. Als Bauzeit sind 300 Werktage vorgesehen, wobei in zwei Schichten, von morgens 6 Uhr bis abends 22 Uhr, gearbeitet werden soll. Es handelt sich hierbei um die erste Phase von insgesamt fünf Ausbaustufen.

Als nächste Etappe ist dann der besagte Brückenneubau beim Patton-Denkmal vorgesehen. Die Brücke überspannt die Sauer und die Eisenbahnlinie in Richtung Ulflingen. Im Zuge des Bahnhofsneubaus und der Neuordnung des Verkehrs soll des Weiteren ein Autotunnel im Ettelbrücker Bahnhofsviertel gebaut werden.

Die neue Brücke wird 16,75 Meter breit sein. Sie wird Platz für zwei Fahrzeugspuren von je 3,50 Meter Breite, eine Busspur von 3,25 Metern sowie einen kombinierten Fuß- und Radweg von drei Metern Breite bieten.

Als Konstruktion ist ein Stahlhohlkasten mit auskragender Fahrbahnplatte vorgesehen, der von Y-Pfeilern getragen wird (siehe Illustration). Gegenüber der aktuellen Brücke aus mehreren Steinbögen habe diese Bauweise den Vorteil, dass keine weiteren Stützpfeiler im Fluss mehr benötigt werden. Als Bauzeit für das 15 Millionen Euro teure Brückenprojekt sind 565 Arbeitstage veranschlagt worden.

Während der Bauzeit soll der Verkehr weiterhin über die bestehende Brücke geführt werden. Die neue Konstruktion wird parallel direkt daneben errichtet. Nach der Fertigstellung der neuen Brücke soll die 1952 errichtete und 2001 sanierte Bogenbrücke abgerissen werden.

Bedauern über Abriss

In seiner Stellungnahme zu dem Projekt bemängelt der Erpeldinger Gemeinderat dann auch den Umstand, dass die alte Brücke nicht erhalten bleiben soll, um künftig als Bus-, Rad- oder Fußgängerweg zu dienen. Insbesondere, da sie vor noch nicht allzu langer Zeit wieder instand gesetzt wurde.

Außerdem wurde kritisiert, dass die neue Brücke keine zwei Busspuren in beiden Richtungen und nur einen Fuß- und Radweg erhalten wird. Die Straßenbauverwaltung solle bei den Planungen nicht aus den Augen verlieren, die neue Brücke an das bestehende Radwegenetz anzuschließen, erinnerte der Gemeinderat. Laut aktuellem Planungsstand würde der Radweg nach der Überquerung der Brücke in der rue du Viaduc enden. Dort bestehe aber eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h für die Fahrzeuge.

Die Gemeinde Erpeldingen beteiligt sich an den Kosten des Bauwerks mit 34.000 Euro, dies wegen einer Erdgasleitung der Creos, die durch die neue Brücke geleitet werden soll. Der technische Gemeindedienst will zudem überprüfen, ob eventuell die Möglichkeit besteht, zusätzlich eine Trinkwasserleitung aus Richtung Ettelbrück dort zu integrieren.
Grundsätzlich jedoch wird vom Gemeinderat der geplante Brückenneubau als wichtiger Schritt bei der Entwicklung der „Nordstad“-Region begrüßt.

8 Kommentare

  1. et waer maner gefeierlich,wann de Busskoridor an der Mett vun der Stroos wir an Autoen baussen giffen fueren.
    Et sin emmerhin méi Autoen wie Bussen ennerwee,an die gin och gaeren do akkafen an fueren och erem eraus ant Haaptstroos.

  2. Toll, déi Bréck gouf och no 2001 nach eng Kéier renovéiert, wann ech mech net ieren 2005. An dann nach keng 2 Busspueren an ofgetrennte Velosspueren, fiir dass een ouni Emweer mam Coursevelo oder Pedelec ruckzuck vun der enger an déi aner Stad fuere kann. Séier laanscht Sauer geet net iwwerall, wa bis méi Leit do fueren an trepplen scho guer net. Wéi üblech an 10 Joer e Problem vun virun 20 Joer geléist(hei dann nach nemme sou hallef). Idem Wunnengen lo gett vläit 5 Stäck héich gebaut, an 20-30 rappe mer rem alles of, viir 3x sou héich ze bauen(well mer mussen).

  3. déi Iddie geséit op den éischte Bléck ganz gutt aus, awer wei hutt dir iech dat mat den Busarrêten geduecht? Esou missten d’ Leit jo op de véier Arrêten an de fléissenden Verkéier eraus klammen.

  4. Gett hei schons geplangt fir di Dikricher Zuchstreck oofzerappen ?

    Et sollt een ob eng Tramtechnik setzen ob dem Tracé vun der CFL an mindesten bis Gilsdorf verlaengeren !

    Bussen sinn eng Leisung fir de laendlechen Raum wann d’Zuehl vun de Passagei’er manner wei’ 50/Stonn ass !
    Fir 500 Schueler an de Kollei’g ze brengen brauch een 10 Busser hannereneen !

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